Sonntag, 30. September 2012

In my mailbox...

Kaum habe ich ein paar Tage frei, rennen mir die buchigen Neuankömmlinge die Türe ein. Und die müssen sich gleich in die ellenlange Schlange wartender Bücher einsortieren, denn ... ich sage es nicht gern ..., aber ... ich habe einfach zuviele Bücher... Und daher komme ich mit dem Lesen gar nicht mehr hinterher. :(
Dabei habe ich die letzten freien Tage sogar recht intensiv zum Lesen genutzt, allerdings weniger "neue" Lektüre als vielmehr Bücher, die ich schon kannte. Nachdem ich neulich die ersten Trailer sowohl des "Rubinrot"- Films als auch der Verfilmung von "Beautiful creatures" gesehen hatte, wuchs in mir der spontane Wunsch, die entsprechenden Bücher auch mal wieder zu lesen. Und so habe ich mich zunächst erneut durch die Edelstein-Trilogie von Kerstin Gier gelesen, um dann mit "Beautiful darkness" (der 2. Teil in der Reihe von Kami Garcia & Margaret Stohl) weiterzumachen. Mittlerweile lese ich Teil 3, "Beautiful chaos", damit ich Ende Oktober, wenn Teil 4 ("Beautiful redemption") erscheint, wieder auf dem Laufenden um die Geschehnisse von Ethan & Lena bin. Da hatten andere Bücher bisher einfach das Nachsehen.
Jedenfalls sind folgende Bücher in den letzten Tagen neu bei mir eingezogen:


John Irving "In einer Person"
Auf der Laienbühne seines Großvaters in Vermont lernt William, dass gewisse Rollen sehr gefährlich sind. Und dass Menschen, die er liebt, manchmal ganz andere Rollen spielen, als er glaubt: so wie die geheimnisvolle Bibliothekarin Miss Frost. Denn wer sich nicht in Gefahr begibt, wird niemals erfahren, wer er ist.

Andreas Gruber "Todesfrist"
»Wenn Sie innerhalb von 48 Stunden herausfinden, warum ich diese Frau entführt habe, bleibt sie am Leben. Falls nicht – stirbt sie.« Mit dieser Botschaft beginnt das perverse Spiel eines Serienmörders. Er lässt seine Opfer verhungern, ertränkt sie in Tinte oder umhüllt sie bei lebendigem Leib mit Beton. Verzweifelt sucht die Münchner Kommissarin Sabine Nemez nach einer Erklärung, einem Motiv. Erst als sie einen niederländischen Kollegen hinzuzieht, entdecken sie zumindest ein Muster: Ein altes Kinderbuch dient dem Täter als grausame Inspiration – und das birgt noch viele Ideen ...

Will Hill "Department 19 - Die Mission"
Jamies Leben wird nie wieder dasselbe sein. Sein Vater tot, seine Mutter vermisst und er selbst von einem Hünen namens Frankenstein entführt - an einen Ort wie aus einem Science-Fiction-Film. Hier residiert die geheimste Organisation der britischen Regierung: das Department 19. Verantwortlich für die Bekämpfung des Übernatürlichen. Gegründet vor über einem Jahrhundert von niemand Geringerem als Abraham van Helsing, dem Erzfeind des Grafen Dracula ... Mit der Hilfe von Frankensteins Monster, einem schaurig-schönen Vampirmädchen mit ganz eigenen Absichten und den Mitgliedern der Organisation muss Jamie nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch seine Mutter vor einem grauenvollen, übermächtigen Vampir retten - während etwas viel Älteres sich regt, das selbst das Department 19 nicht bezwingen kann ...

Amanda Hocking "Wake"
Beautiful. Fearless. Dangerous. They're the kind of girls you envy; the kind of girls you want to hate. Strangers in town for the summer, Penn, Thea, and Lexi have caught everyone's attention, including the eye of practical Harper. But it's her sister, Gemma, they've chosen to be part of their group. Sixteen-year-old Gemma seems to have it all - carefree, pretty, and falling in love with the boy next door. But her greatest passion has always been the water. She craves late night swims under the stars, where she can be alone yet belong to the sea. Lately she's had company. Penn, Thea, and Lexi spend their nights dancing, singing, and partying on the cove - and one night Gemma joins them. When she wakes up groggy on the beach the next morning, she knows something has changed. Suddenly Gemma is stronger, faster, and more beautiful than ever. As she uncovers the truth about her new mythical powers, Gemma is forced to choose between staying with those she loves or entering a dark world brimming with unimaginable secrets.

Damian Dibben "Jake Djones und die Hüter der Zeit"
Jake Djones führt ein ganz gewöhnliches Leben – bis er eines Tages vom Geheimbund der Geschichtshüter erfährt. Die Agenten dieses Bundes eröffnen Jake nicht nur, dass er durch die Zeit reisen kann, sie benötigen auch noch seine Hilfe. Der skrupellose Prinz Xander Zeldt will die Vergangenheit nach seinem Willen verändern und der Welt damit für alle Zeit seine Herrschaft aufzwingen. Gemeinsam mit den besten Agenten der Geschichtshüter begibt Jake sich auf eine gefährliche Mission ins Venedig des 16. Jahrhunderts. Das Schicksal der Menschheit hängt allein von ihrer Entschlossenheit ab – in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft ...

Maria Ernestam "Das verborgene Haus"
Die Literaturdozentin Viola reist mit ihrem Mann Axel, einem Rechtsanwalt, und ihren beiden Töchtern nach Südschweden ins Sommerhaus. Doch auf der Ferienidylle liegt ein Schatten: Axel, der erst vor kurzem von einer schweren Krankheit genesen ist, verhält sich seltsam gereizt. Viola hat das Gefühl, dass er ihr etwas verschweigt. Sie sucht Zuflucht in der Begegnung mit der 90-jährigen Lea, die – einst Missionarin in China – Viola nach und nach ihre unglaubliche Familiengeschichte offenbart. Je näher sich die beiden Frauen kommen, desto weiter scheint sich Violas Mann von ihr zu entfernen. Bis etwas geschieht, das Viola vor eine schwere Entscheidung stellt …

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Letzteres habe ich bei Lesemomente gewonnen, vielen Dank dafür, liebe Tine! "Jake Djones" habe ich seit Monaten auf meiner Wunschliste, weil es echt toll klingt und die ersten Bewertungen auch sehr vielversprechend erscheinen. Auf "In einer Person" von John Irving freue ich mich ja schon eine ganze Weile, allerdings muss ich irgendwie in der richtigen Stimmung sein, um ein Buch von ihm anzufangen - und mir war in den letzten Tagen einfach nicht danach. "Department 19" lese ich schon die ganze Zeit, gefällt mir bisher auch recht gut, aber liest sich nicht ganz so schnell wie gedacht. Und "Todesfrist" habe ich gestern ebenfalls begonnen; ist schon eine Weile her, dass ich einen Thriller gelesen habe, vielleicht habe ich beim Lesen auch deswegen hin und wieder Gänsehaut :/

Donnerstag, 27. September 2012

"The Homelanders - Stunde Null" - Andrew Klavan

Thienemann Verlag, 2012
12,95 Euro

Handlung:
Charlie West, 18, erlebt den Albtraum seines Lebens: Zwei Männer drohen, ihn zu töten und er kann sich an nichts erinnern. Er weiß nur, er muss handeln. Jetzt! In allerletzter Sekunde gelingt ihm die Flucht. Und eine gnadenlose Jagd durch die USA beginnt, denn Charlie ist nicht nur ins Visier von Terroristen geraten, auch die Polizei sucht ihn. Wegen Mordes! Sein Leben verläuft vollkommen normal. Er kommt klar mit seinen Eltern, die Schule ist okay, bei seinen Freunden ist er beliebt. Und morgen hat er sein erstes Date mit Beth. Glücklicher als jetzt kann er nicht sein. Und dann stimmt plötzlich nichts mehr. Von einem Tag auf den anderen ist er vollkommen allein und zwölf Monate seines Lebens liegen hinter ihm, an die er keine Erinnerung hat. Sicher ist nur eins: Er hat alles verloren. Sein Zuhause, seine Freunde, Beth. Niemand kann ihm mehr helfen, er hat nur noch sich selbst. Doch Charlie will leben und er will die Wahrheit herausfinden: Warum jagt ihn die Terrororganisaton The Homelanders? Wer hat Alex, seinen besten Freund, wirklich ermordet? Wie kann er seine Unschuld beweisen, ohne selbst schuldig zu werden? Die Zeit läuft gegen ihn. Jede Sekunde zählt. Die Luft zum Atmen wird verdammt dünn ...
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
An und für sich bin ich vorsichtig geworden, wenn auf Buchdeckeln und in Klappentexten mit Ausrufen wie "Für Fans von XY!" oder "Noch besser als XY!" geworben wird, denn zu oft schon hat sich sowas als Trugschluss erwiesen und ich habe mich gefragt, wer solche Vergleiche eigentlich anstellt. Auf dem ersten Teil der Reihe um "The Homelanders" wurde nun ebenfalls mit solch einem Schlagruf geworben: "Für Fans von 24, Prison Break und The Bourne Identity." Gut, dachte ich mir, versuch ich es doch mal, immerhin litt ich jedes Mal zutiefst mit, wenn sich Jack Bauer oder Jason Bourne durchs Unterholz kämpften und versuchten, Klarheit ins Ungewisse zu bringen.
Charlie West in "The Homelanders - Stunde Null" ist zwar nicht wie Jack Bauer oder Jason Bourne, aber spannend ist seine Flucht vor diversen fiesen Kerlen, die hinter ihm her sind, trotzdem. Erinnerte mich beim Lesen fast eher ein wenig an Richard Kimble, den Armen. Aber Ich-Erzähler Charlie ging mir im Gegensatz zu Richard Kimble oder auch Jason Bourne beispielsweise nicht unmittelbar ans Herz, was wohl daran liegt, dass er in meinen Augen ein typischer jugendlicher Vorzeige-Amerikaner ist. Charlie ist nett, freundlich, hilfsbereit, gut in der Schule, ambitioniert - aber die Figur Charlie hat auch ein wesentliches Problem, was man oder ich als Deutsche vielleicht nicht so recht nachvollziehen kann. Er bekommt von Autor Klavan eine unglaublich patriotische Ader angedichtet. Er erscheint so vaterlandsliebend und überzeugt davon, dass Amerika und seine Politiker von grundauf gut und hilfsbereit sind, und er möchte nichts lieber als sich zu engagieren und seinem Land zu dienen. In einem Rückblick spricht Charlie über eine Diskussion, die er mit seinem Lehrer hatte, in der Charlie eben diesen Lehrer aufforderte, ihm nur 1 Land zu nennen, das nicht von der Hilfe Amerikas profitiert hätte. Dieser Lehrer konnte ihm keins nennen, und so sah sich Charlie mehr als bestätigt. Spätestens da ist mir klar geworden, dass der Autor Andrew Klavan wohl mit Leib und Seele Amerikaner ist und das auch in seinen Büchern und seinen Figuren auslebt.
Der erste Teil des Buches besteht abwechselnd aus "auf-der-Flucht-sein" in der Gegenwart und Kapiteln, die in Charlies Vergangenheit blicken - zurück zu dem letzten Tag, an den er sich erinnern kann, bevor er in einer Folterkammer aufwacht und mit einer Säurespritze bedroht wird. Wir erleben so mit, was er an eben diesem Tag gemacht hat, der allerdings schon 1 Jahr her ist, wie Charlie im Laufe der Zeit mitbekommt. 1 ganzes Jahr ist vergangen und er erinnert sich an nichts, was dazwischen passiert ist. Dieser erste Teil der Buchreihe legt vorerst nur den Anfang einer Reihe von Geschehnissen und Verwicklungen, die noch auf Charlie zukommen, und so fehlen einem zunächst noch diverse Zusammenhänge. 
Das Ende von "Stunde Null" biegt dann recht unvermittelt in eine eher politische Ecke ab, sobald klar wird, wer sich hinter den Homelanders verbirgt (auch wenn hier in Band 1 zunächst nur Andeutungen gemacht werden). Das fand ich etwas befremdlich und in heutigen Zeiten auch schwierig, ohne sich allzu sehr zu positionieren, was man als Autor aber wohl unweigerlich tut. Und so schlägt hier eben einmal mehr der amerikanische Lebenssinn durch; und auch wenn ich noch nicht so genau weiß, ob ich mit dem Thema umgehen kann und möchte, das in den Folgebänden wohl definitiv vertieft werden wird - so hat mich der ganze Aufbau und die unterschwellige Spannung in "The Homelanders" doch sehr neugierig und vor allem interessiert an Mehr gemacht. Die Fortsetzung "Auf der Flucht" werde ich mir daher definitiv auch noch zulegen. Es ist schwierig, das hier in Worte zu fassen, ohne Wesentliches zu verraten - und wer sich hinter den Homelanders verbirgt, ist in meinen Augen definitiv etwas Wesentliches, daher lasse ich es.

Fazit:
"The Homelanders - Stunde Null" konnte mich weniger mit seinen zugrunde liegenden (politischen und) Überzeugungsbezogenen Inhalten überzeugen, als vielmehr mit der spannenden Handlung und der Frage, wie die Sache für Charlie weitergeht. Definitiv lesenswert, auch wenn man nicht Amerikaner ist ;)

Mittwoch, 26. September 2012

"Versteinerte Seelen" - Elizabeth Chandler

Loewe Verlag, 2012
7,95 Euro

Handlung:
Seit ihrer Ankunft auf Scarborough House, dem uralten Landsitz ihrer Großmutter, plagen Megan merkwürdige Träume, die immer düsterer und brutaler werden. Visionen von verbotenen Liebschaften, Eifersucht und Intrigen. Während Megan ihren Träumen nachgeht, verdichten sich die Hinweise darauf, dass auf Scarborough House ein Mord geschehen ist. Sinnt der Geist der Toten auf Rache und will, dass Megan den Täter zur Strecke bringt? Oder ist es eine Warnung, weil der Mörder sich erneut bereit macht, zuzuschlagen, und diesmal Megan im Visier hat?
(Quelle: hier)
 
Meine Meinung:
"Versteinerte Seelen" war ein spontaner Kauf, ein spontanes aus-dem-Buchregal-Ziehen und ein spontanes Lesen - und es hat sich alles gelohnt! Das Buch ist kurzweilig, unterhaltsam und dank des einfachen, aber gemütlichen Schreibstils sehr schnell durchgelesen.
Mir hat die Hauptfigur Megan sehr gut gefallen, denn sie war mal erfrischend anders als viele Heldinnen in anderen Büchern. Megan ist selbstbewusst, nicht auf den Mund gefallen und dickköpfig. Sie sagt, was sie denkt und was sie will und lässt sich auch nicht unterkriegen. Ihrer Großmutter und ihrem Cousin gegenüber ist sie schnippisch, sarkastisch und einfach ehrlich, und das fand ich äußerst amüsant zu lesen. Sie verstellt sich nicht, auch wenn sie merkt, dass sie damit besser ankommen würde. Und ihre Großmutter macht es ihr auch von Anfang an nicht leicht. Megan wurde adoptiert und hat damit von Beginn an eine schwierige Stellung bei ihrer Großmutter, die sehr auf Tradition aus ist und ihr Vermächtnis eigentlich nur Blutsverwandten anvertrauen möchte. Während ihr Cousin damit klar zum Liebling ernannt wird, hat es Megan schwieriger: sie wird von ihrer Großmutter angefeindet, verspottet und sogar beschuldigt, Dinge zu verstellen oder zu entwenden. Megans Reaktion hierauf ist das Einzige, was mit an "Versteinerte Seelen" nicht gefällt, denn ich kann es nicht nachvollziehen. Megan nimmt einfach alles hin. Sie hört sich jeden Spruch und jede Anschuldigung an, lässt sich von ihrer Großmutter lächerlich machen und stößt so offensichtlich nicht auf Gegenliebe oder Respekt - weder von ihrer Großmutter oder ihrem Cousin -, dass ich einfach nicht verstehen konnte, wieso sie nicht einfach wieder ihre Koffer packt und geht. Wenn sie so offensichtlich unwillkommen ist, obwohl sie sogar zum Besuch eingeladen wurde, wieso zum Himmel tut sie sich dieses feindliche Verhalten überhaupt an?? Das habe ich nicht verstehen können, aber nun gut, für die Weiterentwicklung der Handlung war es halt wichtig, dass sie bleibt ;)
Und eben diese weitere Handlung ist durchaus nett zu lesen. Zwar nichts wirklich Neues, und manch ein Aspekt leuchtete mir auch nicht so recht ein, sodass mir jetzt nach dem Lesen noch die ein oder andere unbeantwortete Frage auf der Stirn steht. Aber gefallen hat mir "Versteinerte Seelen" allemal als kurzweilige Lektüre für zwischendurch, und den Nachfolger in der Reihe um die Geschehnisse in der Stadt Wisteria, "Kalt ist der Toten Hauch", werde ich sicher ebenfalls lesen.
 
Fazit:
5 von 6 Bücherstapel.
 
 

Dienstag, 25. September 2012

"Spiel des Lebens" - Veit Etzold

INK Verlag, 2012
14,99 Euro

Handlung:
"Willkommen im Spiel des Lebens, Emily. Du hast die Wahl. Sieg oder Tod", liest Emily völlig fassungslos auf dem zerknüllten Zettel in ihrer Hand, und damit geht der Horror los. Ein Psychopath jagt sie durch ganz London und stellt sie vor unbegreifliche Rätsel. Falls sie diese nicht in der vorgegebenen Zeit löst, gibt es einen Toten. Der Killer treibt Emily an den Rand des Wahnsinns. Wer ist dieser Irre? Und warum hat er ausgerechnet sie für sein mörderisches Spiel ausgewählt?
(Quelle: hier)
 
Meine Meinung:
"Spiel des Lebens" ist ein spannendes, klug inszeniertes Buch über eine Schnitzeljagd der etwas anderen Art. Denn Emily wird erpresst. Ein Wahnsinniger schickt ihr gruselige Fotos und Drohungen, und gibt ihr Aufgaben, die sie innerhalb kürzester Zeit zu erledigen hat - wenn sie nicht riskieren möchte, dass jemand zu Schaden kommt, oder schlimmstenfalls sogar stirbt.
So weit so gut, klingt alles ganz aufregend; und aufregend waren die Geschehnisse, die dann folgen, ohne Frage auch. Trotzdem würde ich das Buch nicht als "atemberaubend spannend" oder als wirklichen Thriller bezeichnen. Dafür gab es für meinen Geschmack noch zuviele Verschnaufpausen für Emily zwischen den einzelnen Aktionen, genügend Zeit für ruhige Zwischengespräche mit der Polizei und zuviele Möglichkeiten zum Grübeln. Und das hat das Ganze ein wenig ausgebremst. Dennoch ist die Jagd, die Veit Etzold seiner Protagonistin Emily hier zumutet, sehr spannend und clever konstruiert; und die Beschreibungen der Geschehnisse (z.B. die Anrufe und die Fotos, die der Täter schickt) bescheren einem unweigerlich Gänsehaut.
Sehr gut gefallen haben mir auch die London-Einblicke; wer sich in der Stadt ein klein wenig auskennt, wird seine Freude daran haben, Emilys Weg durch die Stadt bildlich mitverfolgen zu können und sich so beispielsweise wirklich vorstellen zu können, wie Emily auf den Stufen vor der St. Pauls Cathedral ins Ungewisse winkt. Londonfreunde werden hier schon allein deswegen ihre Freude am Buch haben.
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich das Ende ein wenig sehr konstruiert fand, bzw. zumindest erschien es mir etwas arg ausgedacht. Das war mir ein Tick Zuviel, um noch glaubhaft zu sein und vor allem nachvollziehbar für den gesunden Menschenverstand. Ein wenig Thrillererprobte Leser dürften zudem bei der Auflösung des Täters nicht allzu sehr überrascht sein, aber umgesetzt ist die Bedrohung, die von ihm ausgeht, dennoch gut.

Fazit:
Guter und unterhaltsamer Jugend-Roman über eine erpresserische Schnitzeljagd durch London, der zwar spannend ist, mich aber nicht durch und durch überzeugen konnte. 4 von 6 Bücherstapel.


Donnerstag, 20. September 2012

Trailer zum "Beautiful creatures"/ "Sixteen moons" Kinofilm

Oh wow, ich bin gerade HIN und WEG von diesem kleinen Vorgeschmack auf die Verfilmung der "Beautiful creatures" Reihe bzw. des ersten Teils!! (In Deutsch: "Sixteen moons".) Die Umsetzung find ich grandios, das sieht alles so toll aus, ich bin richtig geplättet...*freu*
Was allerdings gar nicht toll aussieht, sind die Darsteller. Bin ich die Einzige, die findet, dass Ethan und Lena VIEL ZU ALT aussehen??? Hallo? Die sollen Schüler sein, und den beiden würde ich schon ein abgeschlossenes Studium abkaufen (mindestens!). Das stört mich doch sehr. Viel zu erwachsen. Mal sehen, ob ich da halbwegs drüber wegsehen kann, wenn der Film bei uns läuft...


Mittwoch, 19. September 2012

"Ungeküsst" - Karin B. Holmqvist

Piper Verlag, 2012
8,99 Euro

Handlung:
Mit Mitte dreißig lebt Erna noch auf dem Hof ihrer Eltern – und zwar gänzlich ungeküsst. Vermutlich hätte sich ihr Alltag nie geändert, hätte sie da nicht dieses Buch ersteigert, in dem sie Briefe höchst pikanten Inhalts findet. Und wäre da nicht der Künstler Börje, der ganz neue Saiten in ihr zum Klingen bringt. Erna nimmt all ihren Mut zusammen und stürzt sich in das größte Abenteuer ihres Lebens.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
"Sie hatte sich so oft gefragt, wie es wohl wäre, richtig geküsst zu werden. Sie hatte sich auch Sorgen gemacht, selbst vielleicht nicht küssen zu können, falls es jemals dazu kommen sollte. Jetzt stand sie plötzlich in Börjes Küche, frisch geküsst, und hatte selbst dabei mitgewirkt, als hätte sie nie etwas anderes getan. Das war schon seltsam. " (S. 142)

"Ungeküsst" ist nett und beinhaltet eine gute Umsetzung eines ungewöhnlichen Themas, die sich schnell wegliest. Die Autorin geht sehr sensibel mit dem Problem des späten Singledaseins um und schreibt Erna und Börje eine wunderbar leichte und nachvollziehbare Liebesgeschichte auf den Leib.
Ich finde es lediglich etwas schade, dass Erna ein wenig überzeichnet wirkt. So hat sie dank einer Zangengeburt eine auffällige Kopfform, was den Leser unweigerlich dazu veranlasst, anzunehmen, die Tatsache, dass sie mit 34 noch ungeküsst bei ihren Eltern lebt, wäre allein diesem Umstand zu verdanken. So ist es aber gar nicht. Zwar spielt auch eine Rolle, dass ihre Eltern Ernas Hilfe auf dem Hof brauchen, und Erna im Gegenzug auch noch sehr abhängig von ihren Eltern wirkt. Dennoch wird hier niemand müde, Ernas Kopfform zu erwähnen und zu rätseln, wie schlecht es ihr dadurch ergehen muss - was selbstverständlich ihre Unsicherheit verstärkt und nur noch mehr dazu führt, dass sie sich bei ihren Eltern verkriecht. Denn eigentlich geht es Erna gut, sehr gut in ihrem Leben. Nur verliebt ist sie halt nicht.
Bei dem cholerischen und unglaublich Frust ablassenden Vater und der zurückhaltenden Mutter wünscht man Erna ein wenig Glück und Selbstbewusstsein, und beides findet sie, als Börje in ihr Leben schneit. Ihre Zweisamkeit nimmt zwar keinen übermäßig großen Raum in diesem ohnehin eher schmalen Büchlein (219 Seiten) ein, hat mir aber gefallen, weil sie Ernas Tempo und ihrer Art entspricht. Börje bringt Ernas Lebensgeister zum Erwachen und das fand ich sympathisch.

Fazit:
"Ungeküsst" ist sicher kein Bestseller, der die Massen überwältigen wird, aber doch eine nette kleine Geschichte über eine Frau, die zwar spät, aber noch die schönen Seiten des Lebens für sich entdeckt. Gute 4 von 6 Bücherstapel.

Ein herzliches Dankeschön an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar!

Dienstag, 18. September 2012

"Unsterblich kopiert" - Kriss Rudolph

Fischer Verlag, 2006

Handlung:
Die Lieber-nicht-Studentin Conny jobbt ziemlich lustlos in einem Copyshop, in dem die Kopierer wie Star-Wars-Figuren heißen und auch sonst alle ein bisschen verrückt spielen. Alle paar Wochen kommt Anno (schüchtern, aber interessant) in den Laden, um sein Manuskript ausdrucken zu lassen. Conny wirft heimlich einen etwas zu neugierigen Blick auf Anno und seine Geschichte - und weil sie das Ende so traurig findet wie den Autor, beschließt sie, etwas zu unternehmen ...
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
"Unsterblich kopiert" - so sieht Connys Alltag aus. Als Geschäftsführerin eines Copy Shops (diesen Titel hat sie allerdings nur durch eine Bestechungsaktion ihres Chefs, um sie bei Laune zu halten) erlebt sie die Tücken und Macken ihrer nach Star Wars Figuren benannten Kopierer und Drucker tagtäglich. Vor allem aber sind es die Kunden, die ihre Beschäftigung kurzweilig gestalten, allen voran Anno, der die Fortschritte seines selbstgeschriebenen Romans bei ihr ausdrucken - und ihr Herz dabei stets höher schlagen lässt.
"Unsterblich kopiert" ist eine sympathische und herzige Geschichte, die durchweg zu unterhalten weiß. Das Buch kommt gänzlich ohne großen Knall oder Aufreger aus und wird dennoch nie langweilig. Dazu tragen sicherlich auch die höchst sympathischen Nebenfiguren bei, die Connys Alltag gestalten. So z.B. ihre beste Freundin und Arbeitskollegin Leslie, die in einer vertrackten Affäre mit einem Politiker steckt; der Restaurantbesitzer Jochen, der die Rechtschreibung seiner Speisekarten von Conny checken lassen muss, oder Connys verschrobener Chef Edgar. Conny selbst war zumindest in meinen Augen sehr authentisch - einfach, weil ich mich in vielen ihrer Gedanken und Macken wiederfinden konnte
Das Objekt Connys Neugier und leichter Verliebtheit - Schriftsteller Anno - ist ein wirklich kauziger Charakter, den man manches Mal am liebsten schütteln möchte. Er lebt für sich und in seiner abgekapselten Welt und merkt gar nicht, welchen Eindruck er auf Conny macht. Sein Roman, der hier in weiten Teilen Wort für Wort vorgestellt wird, hat mich zwar nicht so recht beeindrucken können, zu lässig und schnodderig war er mir dafür geschrieben; und ein wenig hat mir die Begründung gefehlt, warum Anno sich gerade solch eine Handlung ausdenken sollte, welchen Hintergrund er dafür er hat - aber darum geht´s ja gar nicht. Dieser Roman spielt noch eine ziemlich wichtige Rolle für Anno und seine Beziehung zu Conny und ist Auslöser für einige Veränderungen in Connys Leben. Welche genau sollte jeder Interessierte selbst erlesen.

Fazit:
Lesenswerter locker-leichter Roman über Berlin, die Liebe und das Kopieren. Gute 4 von 6 Bücherstapel.

Montag, 17. September 2012

"Grischa - Goldene Flammen" - Leigh Bardugo

Carlsen Verlag, 2012
17,90 Euro

Handlung:
Alina ist einfache Kartografin in der Ersten Armee des Zaren. Dass sie heimlich in Maljen verliebt ist, ihren besten Freund seit Kindertagen, darf niemand wissen. Schon gar nicht Maljen selbst, der erfolgreiche Fährtenleser und Frauenschwarm. Bei einem Überfall rettet Alina Maljen auf unbegreifliche Weise das Leben. Doch was sie da genau getan hat, kann sie selbst nicht sagen. Plötzlich steht sie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und wird zum mächtigsten Grischa in die Lehre geschickt. Geheimnisvoll und undurchschaubar, wird er von allen der Dunkle genannt. Aber wieso fühlt sie sich von ihm so unwiderstehlich angezogen? Und warum warnt Maljen sie so nachdrücklich vor dem Einfluss des Dunklen?
(Quelle: hier)
 
Meine Meinung:
Als ich mir "Grischa" gekauft und dann angefangen habe zu lesen, wusste ich eigentlich nicht so recht, was mich erwartet und wohin mich dieses Buch führen würde. Ich hatte vermutet - anhand der Beschreibung und der Namen der Protagonisten -, dass die Geschichte in Russland oder zumindest irgendeinem eher ost-europäischen Land spielen würde, mehr aber auch nicht. Auch der Zeitpunkt der Handlung war für mich eine Überraschung.
Nun habe ich das Buch zwar gelesen, kann aber eben genau diese Fragen dennoch nicht richtig beantworten. Das Land, in dem "Grischa" spielt, ist in der Tat russisch-osteuropäisch ausgerichtet, allerdings ist es kein reales Land. Wir werden als Leser vielmehr von der Autorin in einen fantasievollen und übernatürlichen Handlungsort geworfen, in ein Land, das von der Schattenflur beherrscht wird - einem Landstrich, der aus purer Finsternis und bösen Kreaturen besteht, durch den praktisch kaum ein Durchkommen ist und der die Gegend daher in West und Ost teilt. In diesem Land wachsen Alina und ihr Freund Maljen als Waisenkinder auf und arbeiten später in der Armee des Zaren. Neben dem Zaren sind es jedoch vor allem die Grischa, die die Macht im Land innehaben - Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, mit besonderem Wissen oder kostbaren Fertigkeiten. Sie sind aus diesem Grund den "normalen" Menschen höhergestellt und weithin geachtet. Eines Tages muss Alina, stets ein unscheinbares Mädchen, nun feststellen, dass auch sie scheinbar Grischa-Blut in sich trägt. Sie wird von "dem Dunklen", einem besonders mächtigen Grischa, als die zukünftige Sonnenkriegerin ausgerufen, um endlich wieder Helligkeit in das Dunkle der Schattenflur zu bringen...
Mir hat "Grischa - Goldene Flammen" ausgesprochen gut gefallen. Einmal angefangen, hängt man in dieser merkwürdigen, leicht magischen Geschichte von Alina drin und schlägt Seite um Seite um, bis man plötzlich feststellt, dass das Buch schon fast vorbei ist. Leigh Bardugo kann ganz wunderbar schreiben, mal verträumt, mal sehr metaphorisch, mal ganz sachlich. Jedenfalls trifft sie immer den richtigen Ton und schafft es, den Leser auf eine ganz außergewöhnliche Reise mitzunehmen. Hier sind zwar keine mitreißenden Kampfszenen zu finden, keine unerklärlichen Magieanwandlungen oder Zauber - aber dennoch ist "Grischa" einfach von Anfang an spannend und "magisch", wozu natürlich vor allem die Fähigkeiten der Grischa beitragen. Die alten (russischen?) Legenden und Sagen, die hier zum Tragen kommen und angesprochen werden, geben der Geschichte einen zusätzlichen Hauch von Unwirklichkeit; trotzdem hatte ich nie das Gefühl, hier eine Fantasygeschichte zu lesen. Vielmehr scheint alles so, als könnte das alles in den Untiefen der verschneiten russischen Wälder tatsächlich so passieren.
Die Geschichte ist zwar nicht vorbei, das Ende stellt trotzdem schon sehr zufrieden und wirkt in sich abgeschlossen. Dennoch bin ich gespannt, ob und wann Neues von Leigh Bardugo zu lesen ist.

Fazit:
Für Freunde von magisch-verzauberten, etwas übersinnlich angehauchten Geschichten mit entsprechenden Kreaturen und Bösewichten, die im osteuropäischen Raum spielen und auch ein entsprechendes Flair transportieren - sehr empfehlenswert. 5 von 6 Bücherstapel.
 
 

Samstag, 15. September 2012

"Reckless - Lebendige Schatten" - Cornelia Funke

Dressler Verlag, 2012
19,95 Euro

Handlung:
Das dunkle Märchen geht weiter. Jacob Reckless düstere Abenteuer gehen weiter. Seinen Bruder Will hat er retten können, doch der Preis war hoch. Wird sich die Motte auf seiner Brust, Zeichen des Feenfluchs, lösen und zu ihrer Herrin fliegen, ist Jacob dem Tode geweiht. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt und ein Wettkampf mit dem Goyl Nerron um den einen Schatz. Er kann die Welt auf der anderen Seite des Spiegels ins Verderben stürzen und ist doch Jacobs einzige Rettung. Gemeinsam mit dem Mädchen Fuchs kämpft Jacob nicht nur um sein Leben.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
***Man sollte den ersten Teil der Reihe kennen, andernfalls kann ich für keine Spoiler garantieren***

Diese Fortsetzung der märchenhaften Buchreihe um die wagemutigen Brüder Jacob und Will Reckless hat mir ausgesprochen gut gefallen. Mit dem ersten Band konnte ich mich auch nach zweimaligem Lesen nicht so recht anfreunden, weil mich einiges nicht überzeugen und mitreißen konnte. Vielleicht lag das auch daran, dass im ersten Teil so stark versucht wurde, Märchenelemente in die Handlung und den Schauplatz einzubauen - was ich zwar interessant, aber nicht immer gelungen fand. Hier in "Lebendige Schatten" gibt es auch Märchenhaftes zu entdecken und zu erleben, aber ich habe den Eindruck, dass diese Aspekte nicht mehr unbedingt im Mittelpunkt stehen, sondern eher als Beigabe zu verstehen sind.
Diese Fortsetzung steigt nun recht bald nach dem Ende des ersten Teils ein. Jacob muss sich der Wahrheit stellen: er konnte seinen Bruder zwar retten, hat dabei aber sein eigenes Leben aufs Spiel gesetzt. Nun bleiben ihm nur noch Tage, bestenfalls Wochen, bevor die Fee, die einen Fluch gegen ihn ausgesprochen hat, ihren Tribut einfordert. In einem ständigen Wettlauf mit der Zeit versucht Jacob nun alles Erdenkliche, um eine Möglichkeit zu finden, sein eigenes Leben zu retten - begleitet wird er dabei selbstverständlich von seiner treuen Gefährtin Fuchs, aber auch andere Gestalten, die man bereits im Teil 1 kennenlernen konnte, tauchen wieder auf, so z.B. Evenaugh Vaillant.
Letztlich fällt es mir schwer, auszumachen, was genau mir hier gut gefallen hat. Während mir Jacob und Will im ersten Teil nicht so recht ans Herz wachsen konnten, sind sie mir hier nun schon bekannt - vielleicht liegt es daran, dass ich beim Lesen mit Jacob geradezu mitgefiebert habe. Will selbst taucht hier kaum noch auf, Jacob steht im Mittelpunkt, füllt diesen aber sehr gut aus. Man leidet und sucht mit ihm mit, wünscht sich, dass er die ersehnte Lösung endlich findet und so überleben kann - und bemerkt als Leser dabei natürlich stets die unterschwelligen Funken, die zwischen ihm und Fuchs hin- und herfliegen. Fuchs selbst finde ich interessant wie schon im ersten Teil, die sich hier mehr und mehr auf ihre menschlichen Wurzeln besinnt. Ich bin sehr gespannt, wie die Geschichte sich für sie weiter entwickelt.
Die Handlung hier erschien mir wesentlich dynamischer, auch wenn es sich letztlich fast ausschließlich um Jacob dreht, die Handlungsabläufe sind kurzweilig, und bleiben durch die recht kurzen Kapitel durchweg spannend. Die Fortsetzung "Lebendige Schatten" konnte mich weitaus mehr überzeugen als der Reihenauftakt und hat mich sehr neugierig gemacht auf die weiteren Ereignisse. Das Ende zumindest lässt mich wirklich fingernägelkauend zurück. (Zumindest metaphorisch...)

Fazit:
Die Geschichte um Jacob und Will Reckless hat für mich eher schleppend und nicht gerade mitreißend begonnen. Die Fortsetzung überzeugt mich dafür auf ganzer Linie und lässt mich gespannt auf Mehr zurück. 5 von 6 Bücherstapel.


Freitag, 14. September 2012

Freitagsgedanken

Puuuhhh, das Ende der Woche ist in Sicht. So eine miese beschissene Woche wie diese hatte ich schon lange nicht mehr. Und sie ging und ging nicht vorbei, ächz...Manchmal geht auch irgendwie einfach alles vor den Baum, oder? Erst seit mir eine Verkäuferin gestern 1 Cent als Rückgeld gegeben hat und meinte "Das ist Ihr Glückscent" geht´s tatsächlich ein wenig besser ;)
Aber zurück zu dieser Woche. Es war ... nichts los. Zumindest nichts erfreuliches.

- Ich komme zu nichts. Alles bleibt liegen. Ich auch. (Nee. Schön wär´s...)
- Auch das Lesen kommt daher viel zu kurz. Wie es nun mal so meine Un-Art ist, habe ich wieder zig Bücher gleichzeitig angefangen, aber noch kaum eins davon beendet. So liegen hier beispielsweise noch "Grischa - Goldene Flammen" und "Das Spiel des Lebens" herum (beide aber ziemlich gut, obwohl völlig unterschiedlich), ebenso wie ein seichter, aber sehr sympathischer Roman namens "Unsterblich kopiert", und auch den zweiten Teil von "Ashes" müsste ich mir mal wieder vornehmen.
- Beendet habe ich tatsächlich nur "Reckless - Lebendige Schatten", das habe ich im Gegensatz zu seinem Vorgänger aus der Reihe aber sehr gern getan. Dieser zweite Teil gefällt mir nämlich um Welten besser als der erste. Dazu müsste ich mal was schreiben, ich weiß, aber ich bin bummelig und mir will momentan nicht so recht was einfallen.


- Nun noch zum Neuzugang dieser Woche. Sorry an alle, die jetzt seit gestern etwas buchiges erwartet haben: nöp. Heute ist der 14.09. und das ist der Erscheinungstermin des neuen Albums von The Killers - "gelinde gesagt" (denn es ist eine herbe Untertreibung) ebenfalls eine meiner absoluten Lieblingsbands. (Aber eigentlich so viel mehr als das.) "Battle Born" heißt das gute Teil, das ich schon sehnsüchtigst erwartet habe; immerhin erschien die letzte CD von ihnen, "Day & Age", schon 2008. (Himmel, 4 Jahre nix neues von ihnen??? Naja, nicht ganz, in der Zwischenzeit gab es quasi von allen Bandmitgliedern Soloalben.) Dank meines Lieblings-Online-Händlers des Vertrauens hatte ich die Scheibe schon gestern in der Post und konnte bisher aber nur mal reinschnuppern. (Ich sag´s ja, die Woche ist mies, keine Zeit für gar nichts! :/) Aber! Jetzt ist eeeeeendlich Wochenende. Ich geh dann mal Musik hören.
Für euch jetzt hier die erste Single "Runaways" aus dem neuen Album. Dank der GEMA gibt´s nur das vorläufige Promo-Video. Mehr ist nicht zu holen. *grummel*

Donnerstag, 13. September 2012

Sie ist DAHAHAHAAAAA!!!




Mehr gibt´s morgen in den Freitagsgedanken.

Dienstag, 11. September 2012

Spät aber noch: ich hab die Tribute gesehen!

Am Freitag habe ich mir "Die Tribute von Panem" auf DVD angesehen, nachdem ich es schon nicht hinbekommen hatte, mir den Film im Kino anzuschauen. Ich habe die 3 Bücher zwar erst Anfang dieses Jahres gelesen, allerdings hatte ich mittlerweile bereits das Gefühl, manche Aspekte der Handlung schon nicht mehr zu wissen/ vergessen zu haben. Vielleicht war das ganz gut so, denn so hatte ich beim DVD-Schauen doch noch den ein oder anderen Aha-Moment.
Ich habe die Bücher erst gelesen, als der Film schon längst abgedreht und allgemein bekannt war, wer welche Rolle spielen würde. Vor dem Lesen hat mich das zwar nicht sonderlich interessiert - ich kannte die Story ja eh (noch) nicht -, aber mitbekommen habe ich den Cast natürlich trotzdem. Daher bin ich ehrlich: beim Lesen hatte ich partiell schon die Filmgesichter vor Augen, wenn ich von einer Figur gelesen habe. Allerdings war das nicht bei jedem Charakter der Fall.
Prinzipiell finde ich die Verfilmung des ersten Teils sehr gelungen. Sie ist unglaublich nahe an der Originalvorlage, und sowas finde ich immer schön. Klar, das ein oder andere fehlt (z.B. das Brot aus Distrikt 11, da hast du absolut Recht, Neyasha), und hier und da hätte man diese und jene Szene vielleicht noch etwas länger oder ausgeschmückter darstellen können. Aber ich habe jetzt nach dem DVD-Gucken zumindest nichts wesentliches im Kopf, das mir im Film gefehlt hätte. Also gute Umsetzung, wie ich finde.
Ein klein wenig anders sieht das beim Cast aus. Mit Jennifer Lawrence als Katniss kann ich leben; ich finde, sie ist mit den dunklen Haaren viel ausdrucksstärker als als Blondine, die sie ja wohl in natura ist. Klar, sie macht stets einen älteren Eindruck als Josh Hutcherson = Peeta; aber seien wir ehrlich: das ist sie ja auch. Im Film hat mich das jetzt nicht gestört.
Josh Hutcherson als Peeta finde ich - muss ich so sagen - absolut klasse besetzt. Ich finde, er hat so ein ausdrucksstarkes Gesicht; und auch wenn er gefühlt immer ein wenig an die Wand gedrängt wurde von der Präsenz Jennifer Lawrence´s bzw. von anderen (im Buch kommt diese Rolle, die Peeta eben nur neben und nicht mit Katniss einnimmt, nicht so stark rüber, finde ich), haben mir die Szenen mit ihm wirklich gut gefallen. Nicht zu vergleichen mit Gale, der ja schon im Buch kaum auftaucht, aber hier im Film gleich völlig in den Hintergrund gerät. Von dieser "Beziehung/ Freundschaft" zwischen Katniss und Gale merkt man hier eigentlich nicht viel.
So gar nicht wirklich anfreunden konnte ich mich dagegen mit Haymitch, den ich mir schlicht und einfach völlig anders vorgestellt habe, als dieses Würstchen, das Woody Harrelson hier abgibt. Haymitch in meiner Vorstellung war größer, stämmiger, "abgewrackter", viel imposanter und einnehmender als dieser im Film. Und auch Lenny Kravitz als Cinna war nicht unbedingt meins. Aber nun gut.

Absolut grauselig und furchtbar fand ich die Szene am Füllhorn, als die Spiele beginnen und das große Gemetzel losgeht. Herrje, das war ja scheußlich! Da habe ich echt gezweifelt, ob die DVD wirklich ab 12 freigegeben ist. Die restlichen Szenen fand ich gut umgesetzt und auch schön "special effect-ig" (Bsp: die fiesen Wespen); einzig die Szene, in der die Tribute mit ihren Wagen einfahren und vorgestellt werden, hat mir nicht gefallen, weil sie viel zu lahm wirkte im Vergleich zur Beschreibung im Buch. Das hätte ich mir anders vorgestellt.
Schlussendlich würde ich sagen, dass mir die Verfilmung ziemlich gut gefallen hat. Ich kann mir vorstellen, dass manch einer (wie meine Schwester), der das Buch nicht kennt und den Film sieht, nicht die Hälfte davon versteht und auch nach dem Anschauen nicht wirklich weiß, worum es geht. Ich bin auf jeden Fall gespannt auf die Forsetzungen. (Vielleicht schaff ich es bei denen dann auch ins Kino *hüstel*...)

Sonntag, 9. September 2012

"Ivy - Steinerne Wächter " - Sarah Beth Durst

Egmont Lyx Verlag, 2012
12,99 Euro

Handlung:
Die sechzehnjährige Lily hat einen Traum: Sie möchte auf die renommierte Princeton University gehen, die auch ihr Großvater schon besucht hat. Dazu muss sie einen geheimnisvollen Test bestehen und einen Schlüssel suchen, der ein Tor zu einer anderen, magischen Realität öffnet. Auf dem Campus begegnet Lily der gut aussehende Tye, der ihr seine Hilfe anbietet. Doch Tye ist nicht, was er zu sein scheint ...
(Quelle: hier)
 
Meine Meinung:
Vor einigen Tagen stellte der Egmont-Lyx Verlag auf facebook einige Zitate aus dem Buch „Ivy - Steinerne Wächter“ vor. Und ich war begeistert. Diese Ausschnitte klangen lustig, ansprechend, interessant und geheimnisvoll - kurzum: ich war begeistert und habe richtig Lust bekommen, das Buch zu lesen. Was ich nun auch getan habe. Und was soll ich sagen? Die Zitate habe ich im Buch wieder gefunden und fand sie auch dieses Mal wieder nicht übel. Leider war´s das aber auch schon. Denn der Rest des Buches vermochte mich nicht wirklich von sich zu überzeugen.
Ich habe immer ein wenig Probleme damit, wenn in einer Geschichte alles so schnell aufeinander passiert und die Helden gar keine richtige Gelegenheit haben, alles zu verarbeiten und für sich anzunehmen. Sie erfahren innerhalb kürzester Zeit, dass sie eine wichtige Rolle spielen/ der Held sein sollen/ die Welt retten müssen - aber alles kein Problem, dann wachse ich jetzt über mich selbst hinaus. Hier ist es ebenso: alles spielt sich mal wieder an 2 Tagen ab und die Heldin hat keine Probleme damit, ihr Schicksal einfach anzunehmen und zu akzeptieren. Von einem Moment zum anderen stellt sich ihr Leben auf den Kopf und ihr Dasein nimmt eine völlig neue Form an, sie begegnet Baumwesen, sprechenden Tieren, fiesen Bösewichten, nimmt an Schlachten teil, verliebt sich - aber pfff, was soll´s, macht ihr nix aus. Sowas finde ich in Geschichten unglaubwürdig und nicht passend. Eine Handlung muss doch nichts stets auf den kleinsten zeitlichen Rahmen gequetscht werden.
Mein viel größeres Problem mit "Ivy" war jedoch der Plot an sich. Der Schauplatz, die auftauchenden Figuren, die Geschehnisse insgesamt - irgendwie fühlte ich mich beim Lesen permanent an andere Bücher erinnert; an eine merkwürdige Mischung aus den „Chroniken von Narnia“, "Alice im Wunderland" und „Die unendliche Geschichte". (An dieser Stelle kann ich mal sagen, dass ich die ersten beiden Bücher nicht mag. Gar nicht.) Und hier tauchen nun fluchende Geröllhaufen, fliegende Steinadler, sprechende Einhörner, Menschen, die sich in Tiger verwandeln, und Elben wie selbstverständlich auf - was mich gewissermaßen kalt erwischt hat. Denn der Klappentext lässt eine solche Wendung der Geschichte nicht annähernd vermuten, sondern deutet vielmehr auf geheimnisvolle Verwicklungen und undurchschaubare Ereignisse in der Vergangenheit hin. Hätte ich vorher gewusst, dass sich hier eine fantastische Gestalt nach der anderen die Klinke in die Hand gibt und es absolut "normal" wird, dass sich die Heldin mit Bäumen unterhält - dann hätte ich mir das Buch wohl eher nicht zugelegt. Ich bin kein wirklicher Freund solch derartiger Fantasie-Geschichten, und so wurde ich mit den Geschehnissen ab der Hälfte des Buches einfach nicht richtig Freund.
Ohne Frage ist das Buch toll geschrieben und die Autorin verfügt sicher über eine Menge guter Ideen, die sie hier - in meinen Augen - nicht immer ganz glücklich verbindet. Zumindest fehlte mir an mancher Stelle das Verständnis für die Zusammenhänge. Schnelle Ortswechsel und eine Menge an Verwandtschaftsverhältnissen und Fragen à la „wer hat wen verraten und letztlich umgebracht?!“ in der zweiten Buchhälfte tun ihr Übriges, um mich verwirrt zurückzulassen. Außerdem habe ich das Gefühl, dass manches einfach nicht beantwortet wurde. Warum beispielsweise heißt der Schlüssel denn nun "Ivy Key"??
Ich möchte keinesfalls sagen, dass "Ivy - Steinerne Wächter" ein schlechtes Buch wäre - nein, es ist toll geschrieben, sehr phantasievoll und Princeton ist so bildlich und ausgeschmückt dargestellt, dass ich mir vieles wirklich gut vorstellen konnte. "Ivy" hat nur einfach nicht meinen persönlichen Geschmack und die Erwartungen, die ich an das Buch hatte, getroffen.

Fazit:
3 von 6 Bücherstapel.


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