Mittwoch, 29. August 2012

"Maybe Baby" - Lani Diane Rich

Handlung:
Dana Wiley's True Confessions (Or How Did I Get into This Mess?)
* My mother's being held by kidnappers, and only Nick Maybe, the man I left at the altar six years ago, knows how to find the ransom-a big, smelly, flightless parrot.
* Manhattan isn't exactly ideal for wildlife-unless you're talking about me and Nick. How can a man I haven't seen in six years make me so crazy-in all meanings of the word?
* So the bird's worth a quarter million, and it turns out we're not the only ones who want it. Great. And Nick keeps looking at me with those eyes and kissing me with those lips...Oh, what the hell. There isn't a statute of limitations on love. Is there?
(Quelle: amazon.de)
 
Meine Meinung:
So, jetzt wird´s mal Zeit. Ich habe das Buch schon vor gut 2 Wochen ausgelesen und da ich das für eine Challenge getan habe, folgen hier nun endlich noch ein paar Gedanken zum Buch.
"Maybe Baby" habe ich vor ein paar Jahren schon einmal gelesen; damals hat es mir ziemlich gut gefallen, und auch heute ist mir der Charme, den die Geschichte versprüht, quasi schon auf den ersten Seiten entgegen gesprungen. Ich weiß nicht genau, woran das liegt. Aber vermutlich ist es die Tatsache, dass die Liebesgeschichte zwischen Dana und Nick hier nie ins Kitschige oder auch Übertriebene bzw. Abgehobene abgleitet, wie man das in typischen Frauenromanen ja leider allzu häufig findet. Stattdessen merkt der Leser: hier stimmt die Chemie zwischen beiden, was nicht zuletzt daran liegt, dass beide sich schon eine Weile kennen. Vor 6 Jahren nämlich ließ Dana Nick vorm Altar stehen und flüchtete sich - nach einigen unschönen Missverständnissen - in die Führung eines kleinen Weinbetriebs, welcher jetzt nach einigen schlechten Ernten vor dem Ruin steht. Danas Reise zu ihrer Mutter, die sie um eine finanzielle Unterstützung bitten möchte, gestaltet sich anders und weitaus ereignisreicher als gedacht: nicht nur, dass sie plötzlich - nach 6 Jahren!! - Nick wieder gegenüber steht und auch heute noch nur zu gut merkt, warum sie sich damals in ihn verliebte, vielmehr sieht sie sich auch mit Entführungen, Erpressungen und allerlei Widersachern konfrontiert - und alles nur wegen einem Vogel! Ein Kakapo, ein höchst seltener und damit sehr wertvoller Vogel aus Neuseeland spielt hier im Buch eine ganz besondere Rolle und sorgt für allerlei Turbulenzen.
Die Geschehnisse sind abwechselnd aus Nicks und Danas Sicht erzählt, und bieten damit jede Menge Einblicke in deren Gefühls- und Gedankenleben. Manche von Danas Überlegungen - vor allem solche, die eigentlich gedacht werden, von denen dann aber genau das Gegenteil ausgesprochen wird (man will sich ja schließlich keine Blöße vor dem Ex-Verlobten geben!), sind äußerst humorvoll und lassen die Story zu einem amüsanten Aufeinandertreffen der Beteiligten werden. Auf die Art und Weise liest man sich recht schnell durch das Buch, und bekommt dabei eine kurzweilige romantisch-angehauchte Portion Liebes-Kidnapping-Rache-Geschichte mit angenehmen Charakteren und dem ein oder anderen Lacher geboten.
Fazit:
Soweit ich weiß, ist das Buch bisher nicht auf Deutsch erschienen. Macht aber nix, "Maybe Baby" kann man auch wunderbar auf englisch wegschmökern, was ich hiermit empfehle. 5 von 6 Bücherstapel.
 

Montag, 27. August 2012

Der "Einfach-so"-Tag

Heute ist der 27.08., heute ist "Einfach-so" - Tag. Hä?!, mag sich der ein oder andere jetzt fragen. Und ja: ich wusste bis vorhin auch nichts davon. Aber mittlerweile gibt es ja Gedenktage für alles mögliche, und während mir Anlässe wie Namenstage, Tag des Hundes oder Tag des Baumes (an meinem Geburtstag) vielleicht noch einleuchten mögen, ... fällt mir beim "Erzeuge ein Vakuum"-Tag (am 7.2., das ist kein Witz!, (Quelle: hier)) oder auch beim Tag der Blockflöte (10.1.) nicht mehr viel ein. Aber was soll´s? Heute ist "Einfach-so"- Tag. Also schau ich doch mal, was ich heute einfach so gemacht habe...

- Ich bin heute morgen einfach so mal wieder halb ausgeflippt vor meinem Kleiderschrank, weil ich drin nichts zum Anziehen gefunden habe.
- Heute einfach so wieder ein Buch in der Post gehabt, nämlich "Grischa - Goldene Flammen". Bücherpost ist einfach so die schönste Post.
- Männer riechen manchmal einfach so total gut, hab ich mir heute früh gedacht.
- Dank eines weißen Hemdes ist dieser miese Montagmorgen einfach so ziemlich schön geworden.
- Einfach so gab es heute einen Milchkaffee statt Tee.
- "Ivy - Steinere Wächter" habe ich heute einfach so aus einer Laune heraus angefangen zu lesen.
- Grün statt Blau - einfach so.
- Einfach so von einer Omi aus dem Weg geschubst worden, als ich gerade in einen Bus steigen wollte. Hat sich frech vorgedrängelt. Wirklich dreist manchmal, diese alten Leutchen...

Und? Was habt ihr heute einfach so gemacht?

Warten auf Irving #13

Es war im Jahr 2000, als ich mein erstes Buch von John Irving las. Ich war 15, hatte gerade ein Praktikum in einem Buchgeschäft gemacht und durfte mir als Abschiedsgeschenk ein Buch aussuchen. Meine Wahl - und ich kann heute nicht mehr sagen, warum - fiel auf „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ von John Irving, welches ich kurz darauf auch direkt anfing zu lesen. Nun kann ich nicht sagen, dass ich mich mit 15 wirklich bewusst mit dem Thema Abtreibung und Adoption, also den Kernthemen in eben diesem Buch, auseinandergesetzt hätte, oder auseinandersetzen hätte wollen, mir war das Ganze bis dahin recht einerlei. Ich würde auch nicht behaupten, dass ich nach dem Lesen dieses Buches eine Erleuchtung bekam, irgendwelche einschneidenden Gedanken entwickelte und mir diesbezüglich eine unverrückbare Meinung bildete. Nein, eigentlich nicht. Aber irgendetwas war anders, als ich „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ zuklappte; ich hatte das Gefühl, hier gerade etwas Besonderes gelesen zu haben, etwas, das mich noch lange begleiten würde. John Irving, dachte ich mir, hat irgendwas in mir bewegt, von dem ich gar nicht wusste, dass es da war - und das bloß durch die Art, wie er erzählt. Ich machte mich schlau und erfuhr, dass Irving bereits einige Romane geschrieben hatte, welche ich mir nach und nach alle zulegte. (Allerdings habe ich bis heute nicht alle seine Bücher zusammen.)
2 Jahre nach diesem Erlebnis mit „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ las ich „Owen Meany“. Dieses Buch hat mich verändert. Das mag hochtrabend klingen, vielleicht auch arg übertrieben, aber es ist so. Ich habe noch nie vorher ein Buch gelesen, dass mich derart berührte, durchschüttelte, mich sprachlos zurückließ und von dem mir heute - 10 Jahre danach - noch so viele Szenen im Kopf sind, die sich in meine Gedanken eingebrannt haben, und die mich seither in den unterschiedlichsten Momenten in meinem Leben begleiten. Ich habe „Owen Meany“ bis heute nur dieses eine einzige Mal gelesen, aber ich zähle es dennoch zu meinen absoluten Lieblingsbüchern - einfach, weil ich solche Emotionen und Gedanken wie beim Lesen dieses Buches noch bei keinem anderen hatte. Ich habe, soweit ich mich zurück erinnern kann, nur bei diesem Buch so gelacht, schon 2 Seiten später geweint, mitgefühlt und mitgezittert, den John im Buch auf seiner Suche nach seinem Vater begleitet und am Ende - bei diesem Buchende!! - geheult wie schon lange nicht mehr. Ich habe „Owen Meany“ während eines Urlaubs gelesen und konnte nach dem Buchzuklappen 2 Tage lang einfach nichts sagen, weil ich so gefangen war in dem, was sich mir dort auf diesen Seiten darbot, und mir einfach alles andere so unwichtig erschien, was nicht damit zu tun hatte. (Meine Eltern fingen an, sich Sorgen zu machen, weil ich wirklich wie weggetreten wirkte.)  Mir kommen heute noch die Tränen, wenn ich nur an den Verlauf dieser Geschichte denke, und das hat bisher tatsächlich nur „Owen Meany“ geschafft.


Meine Irving-Ecke im Regal

Wie schon geschrieben, habe ich mir nach und nach fast alle weiteren Bücher von John Irving zugelegt und habe bis heute davon bis auf „Lasst die Bären los!“ und „Zirkuskind“ auch alle gelesen. Einige davon gefielen mir unglaublich gut, „Die wilde Geschichte vom Wassertrinker“ z.B. gehört heute ebenfalls zu meinen absoluten Lieblingsbüchern; andere dagegen - interessanterweise sogar jene, die von aller Welt gerühmt und in den Himmel gelobt werden, und denen John Irving auch seinen Erfolg zu verdanken hat, wie beispielsweise „Das Hotel New Hampshire“ - haben mein Wohlwollen eher nicht gefunden. „Die Irving Bücher ähneln sich alle“ mögen manche Irving-Kritiker sagen; und ja, sie haben nicht mal Unrecht. Manche Themen findet man bei ihm immer wieder: schrullige Gestalten, schwierige Kindheiten, verkorkste Erwachsene, Motorräder und Bären - das sind einige von Irvings (teils auch autobiografisch angehauchte) bevorzugte Inhalte, die man mittlerweile fast zielsicher in jedem seiner Romane irgendwo finden kann. Aber trotzdem schafft er es, jedes seiner Bücher zu etwas Eigenem, Selbstständigen zu machen. Und zu etwas Besonderem.
Sein letzter Roman, „Letzte Nacht in Twisted River“, war nun jedoch tatsächlich ein Buch, das mir gar nicht gefallen hat. Ja, eigentlich habe ich es sogar diesem Buch zu verdanken, dass ich mit dem Bloggen begonnen habe; angefangen habe, regelmäßig Rezensionen zu schreiben. Einfach, weil ich von diesem Buch so unglaublich enttäuscht war, dass ich mir dachte, diesen Frust nach dem Lesen muss ich irgendwie rauslassen und mit jemanden teilen, jemanden, den das interessiert und der das liest. (Eine Rezension zu „Letzte Nacht in Twisted River“ gibt es dennoch nicht von mir hier zu finden. Ich habe diese Sprachlosigkeit, die mich nach dem Lesen dieses Buches erfasste, einfach nicht in klingende Sätze bringen können. Bis heute nicht. Ist auch ein Irving-Phänomen.)
Vor ein paar Monaten habe ich dann erfahren, dass er mit „In one person“ ein neues Buch herausbringt, seinen 13. Roman, welcher nun am 25.09. auf Deutsch erscheint. (Noch ein Geständnis: Ich habe noch nie ein Irving Buch auf Englisch gelesen. Das ist eigentlich eine wirklich schwache Leistung, da ich ihn stets für seine Erzählweise bewundere und mich manchmal richtig in den Sätzen verliere. Eigentlich bezieht sich das ja jedoch immer nur auf die Übersetzung, die leider nicht von ihm selbst stammt, obwohl er sogar Deutsch spricht.) „In einer Person“ (Diogenes Verlag) befasst sich nun wieder mit einem Thema, das mich bisher eigentlich höchstens am Rande berührte, und zu dem ich keinerlei Beziehung habe, wenn ich ehrlich sein soll. Trotzdem freue ich mich schon unglaublich, mich wieder „in einen Irving fallen lassen zu können“, mir neue Horizonte zeigen lassen und mich für einige Stunden in diesem neuen Roman verlieren zu können. Auch wenn ich genau weiß, dass ich ein solch einschneidendes Erlebnis wie mit dem Lesen von „Owen Meany“ nie wieder haben werde, und auch wenn mich manche seiner Bücher unglaublich enttäuscht haben, so gehört John Irving für mich dennoch weiterhin zu meinen Lieblingsautoren, weil er meine Welt schon vor einigen Jahren sehr viel heller und reicher gemacht hat.

John Irving: "In einer Person"
Auf der Laienbühne seines Großvaters in Vermont lernt William, dass gewisse Rollen sehr gefährlich sind. Und dass Menschen, die er liebt, manchmal ganz andere Rollen spielen, als er glaubt: so wie die geheimnisvolle Bibliothekarin Miss Frost. Denn wer sich nicht in Gefahr begibt, wird niemals erfahren, wer er ist.
 
 
erscheint am 25.09.12 im Diogenes Verlag

Sonntag, 26. August 2012

In my mailbox...


Daniela Meisel: "Gegen einsam"
Schon gelesen und >hier< auch schon rezensiert.

Julie Cross: "Sturz in die Zeit"
Jackson Meyer, Student in New York, hält sich für einen ganz normalen Neunzehnjährigen, bis er zufällig feststellt: Er kann für ein paar Stunden in der Zeit zurückreisen. Alles ist nur ein harmloser Spaß, bis eines Tages die Katastrophe passiert: Zwei Fremde überfallen ihn und seine Freundin Holly im Studentenwohnheim – und erschießen Holly. In seiner Panik stürzt Jackson in die Vergangenheit und landet plötzlich zwei Jahre vor dem Ereignis. Von da an hat er nur eines im Sinn: zurückzukommen und Holly zu retten. Er wird ALLES dafür tun. ALLES - für seine große Liebe.

Dieses Buch ist ja gerade in aller Munde und geht wie ein Lauffeuer durch die Leserwelt. Ich hab gestern angefangen zu lesen und bin heute schon über die Hälfte. Eventuell les ich es heute gleich durch, mal sehen.

Danny Wallace: "Auf den ersten Blick"
Gibt es Liebe auf den ersten Blick? Jason glaubt nicht daran. Ganz im Gegenteil, seitdem ihn seine letzte Freundin verlassen hat, sieht er in Sachen Liebe schwarz. Bis er eines Tages einer jungen Frau beim Einsteigen in ein Taxi hilft. Sie schaut ihn an, und bei Jason macht es klick. Doch bevor er auch nur ein Wort herausbringt, ist das Taxi weg. Zurück bleibt eine Einwegkamera mit zwölf Fotos. Jason zögert, doch dann lässt er die Bilder entwickeln und macht sich mithilfe seines Kumpels Dev auf die Suche nach der Unbekannten. Eine witzige und hinreißend romantische Odyssee durch London beginnt.

Über dieses Buch freue ich mich ganz besonders, das habe ich vom Heyne Verlag bekommen; aber selbst wenn nicht, hätte ich es mir auf jeden Fall so gekauft. Zu interessant klingt diese Inhaltsangabe einfach, und ich lasse mich ja recht schnell von so leicht romantisch-angehauchten Stories einfangen. Außerdem war der Trailer zum Buch, den ich schon vor ein paar Wochen gesehen habe, wirklich zu nett, um dieses Buch (und den Autoren) ignorieren zu können... :)


Freitag, 24. August 2012

"Gegen einsam" - Daniela Meisel

Picus Verlag, 2012
19,90 Euro

Handlung:
Manuel ist durchschnittlich. Er ist durchschnittlich groß, durchschnittlich schwer und hat einen durchschnittlichen Beruf. Bloß in einem will er nicht durchschnittlich sein: Siebzehntausend Dinge besitzt ein Mensch im Durchschnitt, und Manuel hat sich zum Ziel gesetzt, vierunddreißigtausend Dinge zu besitzen. Das ist sein Versuch, sich gegen die Einsamkeit zu wehren. Maja ist ebenfalls einsam. Ihre Arbeit ist langweilig, ihre beste Freundin ist eine taubstumme ältere Dame, ihre Freizeit verbringt sie damit, WG-Zimmer zu besichtigen. Anders als Manuel, der Gegenstände sammelt, sammelt sie Begegnungen. Als die beiden aufeinandertreffen, wissen sie zunächst nichts miteinander anzufangen, so unterschiedlich sind ihre Lebensentwürfe. Doch bald schon spüren sie, was sie für einander sein können und versuchen, mehr unbewusst als bewusst, gegen das Einsamsein anzukämpfen. Die Folgen für beide sind nicht absehbar …

Meine Meinung:
"Gegen einsam" ist ein Buch, das mir während des Lesens allerlei durchlebte Emotionen und vor allem viel Nachdenken beschert hat. An und für sich ist diese Geschichte alles andere als (mit-)reißend, lebhaft oder fesselnd. Im Gegenteil, "Gegen einsam" ist ein sehr ruhiges Buch, das sich schlicht auf das Beobachten und Beschreiben der Leben seiner beiden Hauptfiguren beschränkt.
Manuel und Maja sind zwei Außenseiter par excellence. Er ist durchschnittlich, wie man nur durchschnittlich sein kann, erlebt nichts besonderes, tut nichts besonderes und will nichts besonderes. Bis auf eins: er setzt sich das Ziel, eine Sammlung anzulegen, Dinge anzuhäufen und zu katalogisieren - und zwar soviele, dass er sich über das statistische Mittelmaß von 17.000 Dingen, die ein Mensch im Leben besitzt, hinwegsetzt. Maja ist und tut auch nichts besonderes, hat jedoch im Gegensatz zu Manuel noch ausgefallenere Hobbies, mit denen sie versucht, ihrer Einsamkeit ein klein wenig entgegen zu wirken. So gibt sie sich am Wochenende stets als Studentin aus und besichtigt freistehende WG-Zimmer, einfach nur, um Bekanntschaften zu schließen. Und man mag nicht glauben, was für Personen und vor allem Lebensgeschichten man auf diese Art und Weise kennenlernen kann.
Zwei schrullige Charaktere mit außergewöhnlichen Interessen und Neigungen, aber dennoch auf ihre Art sympathisch. Gewissermaßen konnte ich ihre kleinen Macken ziemlich gut nachvollziehen, und gerade manch trauriger, aber für sie völlig unbewusst formulierter Unterton von beiden hat mich zum Nachdenken gebracht. Darüber beispielsweise, ob man sein Leben nur mit bloßen Bekanntschaften füllen kann. Oder wie es ist, ständig übersehen zu werden, fast wie durchsichtig zu wirken.
Es dauert eine kleine Weile, bis sich beide schließlich treffen und kennenlernen. Und was dann folgt, ist in meinen Augen keine Liebesgeschichte - wie die Inhaltszusammenfassung einen vielleicht irrtümlicherweise glauben lassen mag -, sondern eher eine Bekanntschaft, die ihre Fühler in Richtung Freundschaft ausstreckt. Beide reißen sich aus dem alltäglichen Trott heraus und machen sich klar, dass das Leben aus mehr als den festgefahrenen Gedanken besteht.
Das Grundgerüst dieser Geschichte fand ich wirklich nett und auch die liebenswerten, aber leicht verrückten Figuren Maja und Manuel. Eine Liebesgeschichte finde ich hier jedoch nirgendwo - was vielleicht aber auch besser so ist -, und auch habe ich nicht wirklich das Gefühl, dass das Kennenlernen beider Protagonisten wesentlich zur "Verscheuchung" der Einsamkeit beigetragen hat. Dafür haben beide einfach zuviel Einsamkeit im Kopf und machen auf mich auch gar nicht so recht den Eindruck, daran etwas ändern zu wollen.
Etwas anderes zu bekritteln habe ich außerdem, nämlich das dumme Ende des Romans. Ich habe zunächst wirklich gedacht, ich lese nicht recht, habe zurückgeschlagen und den Absatz nochmal gelesen und mir dann gedacht "Dieses Ende ist so undankbar und sinnlos für den ganzen Roman. Das macht alles wieder kaputt. Wieso musste das denn sein?" Und das finde ich schade für den Grundgedanken des Buches.

Fazit:
"Gegen einsam" ist ein liebenswertes Porträt von zwei allein lebenden Personen im mittleren Alter, die das Leben so nehmen, wie es kommt. Die Auseinandersetzung mit der Einsamkeit, die sich in beider Leben zeigt, fand ich gelungen, empfand sie aber letztlich nicht wirklich als Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Leider hat das Ende des Romans die ganzen Sympathiepunkte, die ich nach und nach für "Gegen einsam" aufgebaut habe, platzen lassen. 4 von 6 Bücherstapel.


Ein herzliches Dankeschön an Blogg dein Buch und den Picus Verlag für das Rezensionsexemplar!


Donnerstag, 23. August 2012

"Date me if you can" - Manfred Theisen

Sauerländer Verlag, 2012
12,99 Euro

Handlung:
Facebook. Einloggen. Find Friends. Alles wie immer. Doch da ist sie auf einmal: Christie, die absolute Traumfrau. Julian ist elektrisiert. Und legt los. Sie chatten. Er blitzt ab. Julian kann es kaum fassen. Wer ist diese Christie, und warum ist sie so viel selbstsicherer als die meisten anderen Mädchen?
Ein paar Klicks später weiß er: Christie bloggt als Date-Doc für ein Onlinemagazin. Sie erklärt, warum Frauen beim ersten Treffen immer zuerst ins Gesicht schauen, Männer aber in den Ausschnitt. Julian liest fasziniert weiter. Und dann will er es wissen: Mit diesen Insidertipps muss es doch möglich sein, Luise davon zu überzeugen, dass Julian ziemlich cool und ein Date wert ist...
(Quelle: hier)
 
Meine Meinung:
Ein Hinweis gleich vorneweg: Mit 27 Jahren gehöre ich sicher nicht mehr wirklich zur Zielgruppe der Leser, die hier angesprochen werden sollen. Die Haupt- Interessentengruppe würde ich eher im Bereich 14-18 ansiedeln. Kann also gut sein, dass das Buch bei wesentlich jüngeren Lesern auf Anklang trifft. Mir hat "Date me if you can" jedoch nicht gefallen.
Schon während des Lesens habe ich mich gefragt, was genau es ist, was mir hier nicht zusagt. Letztlich sind das vor allem 2 Aspekte:
1. Hier wirkt einfach alles oberflächlich. Da ist keine Tiefe, keine detailreichen Verwicklungen, keine bewegenden Momente zum Mitfühlen. Ist sicher auch nicht das non-plus-ultra in einem Jugendbuch, das Spaß machen und vermitteln soll. Trotzdem. Die Hauptfiguren waren mir durch die Bank weg unsympathisch oder völlig klischeehaft. Ob nun die sonnengebräunten, geschniegelten und in-den-Tag-hinein-lebenden Jugendlichen, die den ganzen Tag nur mit ihrem iPhone rumlaufen und nebenbei Mädels klarmachen (wollen), und schließlich aus lauter Langweile eine Wette darüber abschließen, ob es Julian schafft, Luise ins Bett zu kriegen. Oder Spliff, die gerade mal wenige Jahre ältere, aber schon so abgeklärte Liebestrainerin, die sich dank ihres unglaublichen Aussehens - dessen sie sich voll bewusst ist und daher auch nicht müde wird, es zu betonen - vor lauter Angebaggertwerden nicht retten kann. Oder ihre stets bekiffte Mutter, die das als Therapie abtut. Oder die Mitschülerin von Julian, die nach nur einem netten Gespräch sofort mit ihm ins Bett will. Oder oder oder...
Hier gibt sich ein übertriebenes Detail nach dem anderen die Klinke in die Hand. Das wirkt einfach alles nicht echt. Mir ist schon klar, dass die Jugend von heute anders tickt als zu meinen Zeiten (Gott, klingt das alt!). Aber ich würde dennoch einfach mal behaupten, dass es trotzdem auch heute nicht nur darum geht, schnellstmöglich jemanden für eine schnelle Nummer klar zu machen. In diesem Buch ist für das Machogehabe und das "Abchecken der Girls" von Julian und seinem Freund Benedikt einfach unglaublich viel Potential für "echte" Jugendnöte  und - sorgen verschwendet worden. Und auch die eingebaute Liebesgeschichte hat mich null überzeugen können, weil sie vom ersten Moment an unglaubwürdig war.
2. Die Sprache. Sicher, zu den obercoolen Macho - Aufreißern  mag es passen, sich ständig sinnfreie Sprüche und Anmachen an den Kopf zu werfen. Und auch die Anglizismen sind aus der deutschen Sprache nicht mehr wegzudenken, schon klar. Wenn hier nun aber ständig nur noch die Rede von einer "Ten" ist, wenn es um ein hübsches Mädchen geht (deren Freundinnen aber leider stets nur eine "Seven" abbekommen), wenn das bloße Ansprechen einer Person hier nur noch "Approachen" genannt wird, ohne Flirt-App auf dem Smartphone gar nichts mehr geht - ... dann fühle ich mich irgendwie wie am falschen Ort. Oder im falschen (Jugend-) Film. Wie gesagt, 16-Jährige mögen sich in dieser verqueren Welt vielleicht noch wiederfinden, ich dagegen konnte irgendwann nur noch die Stirn runzeln.
 
Fazit:
Gar nicht mein Fall. 2 von 6 Bücherstapel.
 

Trotzdem ein herzliches Dankeschön an den Sauerländer Verlag für das Rezensionsexemplar.
 

Dienstag, 21. August 2012

"Wir beide, irgendwann" - Jay Asher & Carolyn Mackler

cbt Verlag, 2012
17,99 Euro

Handlung:
Im Mai 1996 bekommt die 16-jährige Emma ihren ersten Computer geschenkt. Mithilfe ihres besten Freunds Josh loggt sie sich ein und gelangt zufällig auf ihre eigene Facebook-Seite – 15 Jahre später. Geschockt stellt sie fest, dass sie mit 31 Jahren arbeitslos und unglücklich verheiratet sein wird. Josh hingegen, bislang alles andere als ein Frauenheld (der erst kürzlich von Emma einen Korb bekommen hat), wird das hübscheste Mädchen der ganzen Schule heiraten und zudem seinen Traumjob ergattern. Emma ist jedoch nicht gewillt, sehenden Auges in ihr Unglück zu laufen. Um das Zusammentreffen mit dem Jungen zu verhindern, der sie später mal unglücklich machen wird, beginnt sie, bewusste Änderungen in der Gegenwart herbeizuführen. Doch der Versuch, in ihr Schicksal einzugreifen und dadurch ihr künftiges Facebook-Profil zu verändern, setzt eine fatale Kettenreaktion in Gang ...
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Was würde man tun, wenn man einen Blick in seine eigene Zukunft werfen könnte und sehen würde, dass einem sein eigenes Leben in 15 Jahren nicht gefällt? Nun, man würde wohl versuchen, etwas zu ändern - schon jetzt, damit sich die Lebenswege anders entwickeln. Genau das versucht Emma, die einen zufälligen Eindruck der Zukunftserfindung facebook erhaschen kann. Doch wo anfangen, sein Leben zu verändern?
Die Idee des Autorenduos Asher/ Mackler für diese Geschichte finde ich äußerst gelungen, die Umsetzung an und für sich auch, sieht man mal davon ab, dass der Erkenntnisgewinn, den Emma und ihr Freund Josh aus der ganzen Aktion mitnehmen, am Ende ein wenig plötzlich kommt.
Aber die beiden haben einige Tage lang die Chance, in ihre Zukunft zu blicken und sozusagen "live" mitzuerleben, wie ihre Handlungen im Jetzt ihr Leben in 15 Jahren beeinflussen können. Diesen Gedanken fand ich ganz außergewöhnlich, und mir schwirrte ständig diese Theorie im Kopf herum, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings einen Tornado heraufbeschwören könnte. Denn genau das versuchen Josh und Emma hier: ihre Zukunft durch kleinste Veränderungen zu lenken. Dass das jedoch nicht so einfach funktioniert, stellen die beiden am Ende dieser Woche fest.
Emmas Gedanken und Handlungen haben mir dabei ein wenig Stirnrunzeln gebracht - überhaupt fiel es mir nicht ganz leicht, mich mit der Figur Emma anzufreunden. Im Buch kommt sie ein wenig egozentrisch rüber und sogar recht frühreif. Zumindest ist ständig die Rede davon, dass sie mit diesem oder jenen Jungen "irgendwann schonmal gegangen ist" - man bekommt fast den Eindruck, Emma hätte mit 16 bereits ihre halbe Schule gedatet; und auch ihr zukünftiges Leben scheint sie nur nach Männern und Beziehungen auszurichten. Josh dagegen erscheint vernünftiger, erwachsener; lässt sich von seinen Zukunftsaussichten jedoch auch recht schnell blenden und unabbringlich einfangen.
Ob die beiden noch die Kurve kriegen und die richtigen Schlüsse aus ihrem kleinen Ausflug in die Zukunft ziehen, sollte jeder selbst herausfinden. Lesenswert ist "Wir beide, irgendwann" auf jeden Fall!

Fazit:
Gute 5 von 6 Bücherstapel gibt´s von mir für diese unterhaltsame und kurzweilige Story mit einer sehr guten Idee.

Sonntag, 19. August 2012

"Rabenblut drängt" - Nikola Hotel

Kindle Edition

Handlung:
Isa ist 24 und Biologiestudentin. Sie arbeitet als Praktikantin in einem Nationalpark, als sie eines Nachts einen schwer verletzten Mann im Wald findet. Sie ahnt nicht, dass Alexej ein dunkles Geheimnis hütet. Aber sein Verhalten gibt ihr Rätsel auf: Weshalb kann er den Anblick von totem Wild nicht ertragen? Und warum hat er so schrecklich hohes Fieber? Bei der Suche nach einer Erklärung kann sie jedoch eins nicht verhindern: dass sie sich unsterblich in ihn verliebt. Doch ein unbekannter Feind lässt ihr kaum Zeit, das Geheimnis zu lüften, und Alexejs Rabenblut drängt ...

Meine Meinung:

"Das war der Moment, in dem mir bewusst wurde, dass ich ihn liebte."

"Rabenblut drängt"... was für eine Geschichte. Hat mir total gefallen und kann ich daher hier uneingeschränkt weiterempfehlen.
Isa lernt den verletzten Tschechen Alexej kennen, der scheinbar irgendetwas zu verbergen hat. Er spricht kaum über sich, lässt niemanden an sich heran, macht Andeutungen, dass er keine Spuren in den Leben anderer hinterlassen möchte. Tatsächlich hat er ein Geheimnis: er kann sich in einen Raben verwandeln.
Die Story um einen Gestaltwandler der etwas anderen Art lebt von den beiden sehr sympathischen Hauptfiguren, zwischen denen man die Funken quasi auf den elektronischen Seiten fliegen sieht. Als ich anfing das erste Kapitel zu lesen, dachte ich noch "Oje, ist das etwa aus der Sicht eines Raben erzählt?? Das ist ja merkwürdig." Nun, ja und nein. Die Kapitel sind abwechselnd aus Isas und Alexejs Perspektive erzählt, was ich nach anfänglicher Verwirrung wirklich erfrischend fand, und wenn Alexej in Rabengestalt unterwegs ist, dann spricht er eben als Rabe. Einzig wirklich merkwürdig kam mir nur die Tatsache vor, dass sich die Raben hier untereinander ganz normal unterhalten, mit Anführungszeichen und Kommas, wie es eben Menschen tun. Aber nun gut, warum nicht? Sind ja schließlich nur zur Hälfte Raben :)
Von den Figuren hat mir hier vor allem der Charakter des Alexej sehr gut gefallen. Nicht so recht zu durchschauen, trotz der Kapitel, die aus seiner Sicht geschrieben sind; unnahbar, scheint er fast aus einer anderen Welt zu kommen. Er benutzt Wörter wie "Hemmschuh", "betrüblich" oder "Repressalien", kann sich völlig in Klaviermusik verlieren, hat Manieren und kommt überhaupt stets rüber wie ein echt anbetungswürdiger Held aus längst vergangenen Zeiten. Und dabei ist er eben kein typischer Romanheld, dem prompt alles gelingt und der geschniegelt und perfekt daherkommt. So scheitert er schon mal daran, quasi "auf Knopfdruck" seine Verwandlung ablaufen zu lassen, schlägt auch mal schneller eine Scheibe zu Bruch, als er nachdenkt, und wird ebenso sprachlos, wenn es um Isa geht, wie Isa rot wird, wenn es um ihn geht. Die Beziehung zwischen beiden hat mir vom ersten Moment an gefallen, sie ist am sich-entwickeln und erscheint sogar recht nachvollziehbar. Zumindest Isa und ihrem Liebeskummer konnte ich sehr gut nachfühlen!
Schön fand ich auch die Einblicke in die tschechische Mentalität, in Land und Leute - einfach auch deshalb, weil es (gefühlt) so wenige Bücher gibt, die in Tschechien spielen, und der Handlungsort hier schon allein deswegen mal was anderes war.
Was könnte ich noch sagen? Ich habe vor lauter Neugier, wie es weitergeht (und ob sich beide kriegen, hach!) die Geschichte in wenigen Stunden durchgelesen und kann jedem nur empfehlen, dasselbe zu tun. Bleibt zu hoffen, dass wir mehr von Nikola Hotel hören und lesen werden können. Zumindest das Ende von "Rabenblut drängt" wirkt fortsetzungswürdig.

Fazit:
Lesenswert!

Ein herzliches Dankeschön an die Autorin für das ebook zum Rezensieren!

"Der Wind der Erinnerung" - Kimberley Wilkins

Knaur Verlag, 2012
19,99 Euro

Handlung:
Als Emma das Haus ihrer verstorbenen Großmutter Beattie erbt, hat sie wenig Lust, sich mit Kisten voller Erinnerungsstücke herumzuschlagen. Doch ein mysteriö­ses Foto lässt sie nicht mehr los. Es zeigt Beattie als junge Frau neben einem Mann, der besitzergreifend die Arme um sie legt. Zwischen den beiden: ein kleines rothaariges Mädchen. Der Mann ist nicht Emmas Großvater – und wer ist das Kind? Schon bald vermag sich Emma den Geheimnissen von Beatties Vergangenheit nicht mehr zu entziehen …
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
"Der Wind der Erinnerung" ist ein schönes Schmökerbuch für faule Tage in der Hängematte, am Strand oder auf Balkonien. Es geht um die Geschichte von Emma und ihrer Großmutter Beattie. Abwechselnd wird vom Leben der beiden Frauen erzählt: Emmas Leben als Ballerina in London, das nach einem Unfall ein jähes Ende findet, und nach welchem sich Emma auf ihre australischen Wurzeln besinnt. Und Beattie, die in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts ungewollt schwanger wird und mit dem Kindsvater in fremde Weiten - von Schottland nach Australien - aufbricht. Als Emma Beatties Haus erbt, kreuzen sich die Lebenswege der beiden, und Emma beginnt, den Geheimnissen in Beatties Leben auf den Grund zu gehen.
Die Idee an sich fand ich schön, die Umsetzung für einen Debütroman definitiv bemerkenswert und sprachlich einnehmend. Trotzdem gab es die ein oder andere Unklarheit, auf deren Auflösung ich umsonst gewartet habe. Beispielsweise kommt die Beziehung zwischen Großmutter und Enkelin nicht so recht zum Tragen. Beattie vererbt ihr zwar ein Haus, aber eine wirklich persönliche - oder gar herzliche - Beziehung zwischen beiden wird nicht offensichtlich. Stattdessen läuft die Beschreibung beider Lebenswege parallel, aber getrennt voneinander ab. Wieso hat Beattie nicht beispielsweise ihrer Tochter, also Emmas Mutter, anstelle von Emma das Grundstück vererbt? Wie war die Beziehung zwischen Beattie und Emma, das wird leider gar nicht erwähnt...
Weiterhin fand ich die Klärung des "Geheimnisses" von Beattie ein wenig unspektakulär, denn als Leser erfährt man vom ersten Moment an, worum es geht, und begleitet Beattie bei den leider recht vorhersehbaren Geschehnissen. So ist man als Leser praktisch die ganze Zeit schlauer als Emma, und diese leistet eigentlich eher halbherzige Aufklärungsarbeit. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Aha-Momente oder unerwartete Wendungen gewünscht, die mich auch in der zweiten Hälfte des Buches noch hätten überraschen können. So bleibt es zwar unterhaltsam, aber recht vorhersehbar.

Fazit:
Lesenswert, aber kein Pageturner. 4 von 6 Bücherstapel.


Ein herzliches Dankeschön an den Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar!

Samstag, 18. August 2012

In my (übervollen) mailbox...

Hehe, das war echt eine buchreiche Woche. Eigentlich sollte ich das eher traurig als amüsant finden, und mir eher Gedanken machen, wo ich diese neuen buchigen Schätze noch unterbringen soll - aber ich kann nicht anders, mich erfreut nun mal jedes Buch, das neu bei mir einzieht, zutiefst :D
Und diese Neuerrungenschaften geben auch allen Grund zur Freude:


Manfred Theisen: "Date me if you can"
Facebook. Einloggen. Find Friends. Alles wie immer. Doch da ist sie auf einmal: Christie, die absolute Traumfrau. Julian ist elektrisiert. Und legt los. Sie chatten. Er blitzt ab. Julian kann es kaum fassen.
Wer ist diese Christie, und warum ist sie so viel selbstsicherer als die meisten anderen Mädchen?
Ein paar Klicks später weiß er: Christie bloggt als Date-Doc für ein Onlinemagazin. Sie erklärt, warum Frauen beim ersten Treffen immer zuerst ins Gesicht schauen, Männer aber in den Ausschnitt. Julian liest fasziniert weiter. Und dann will er es wissen: Mit diesen Insidertipps muss es doch möglich sein, Luise davon zu überzeugen, dass Julian ziemlich cool und ein Date wert ist.

Sarah Beth Durst: "Ivy - Steinere Wächter"
Die sechzehnjährige Lily hat einen Traum: Sie möchte auf die renommierte Princeton University gehen, die auch ihr Großvater schon besucht hat. Dazu muss sie einen geheimnisvollen Test bestehen und einen Schlüssel suchen, der ein Tor zu einer anderen, magischen Realität öffnet. Auf dem Campus begegnet Lily der gut aussehende Tye, der ihr seine Hilfe anbietet. Doch Tye ist nicht, was er zu sein scheint ...

Gena Showalter: "Unsterblich verliebt"
Wie die meisten Teenager hat auch Aden Stone Freunde. Nur dass es bei ihm vier menschliche Seelen sind, die in ihm wohnen, unablässig an ihm zerren und zudem über magische Fähigkeiten verfügen: Eve kann in die Vergangenheit zurückversetzen; Julian erweckt Tote zum Leben. Caleb verkörpert den Zorn, und Elijah kann in die Zukunft schauen. Alles, was Aden sich wünscht, ist Frieden. Den verspürt er zum ersten Mal in der Gegenwart der 16jährigen Mary Ann, denn sie bringt die Stimmen in ihm zum Schweigen. Die ungleichen Freunde werden bald durch den attraktiven Werwolf Riley und die Vampirprinzessin Victoria ergänzt. Nichts ist wirklich normal bei den ungleichen Liebespaaren. Und auch nicht erlaubt. Dennoch gehen die vier durch dick und dünn. Gemeinsam nehmen sie den Kampf mit den dunklen Mächten auf, die ihre Heimat, Crossroads, zu erobern suchen.

Jan de Leeuw: "Schrödinger, Dr. Linda und eine Leiche im Kühlhaus"
Was tut man, wenn man eines Morgens die Mutter tot im Schlafzimmer findet, der Vater nicht greifbar ist und die geliebte kleine Schwester sich schon unbändig auf ihren Geburtstag freut? Jonas versucht zu retten, was noch zu retten ist, befördert seine Mutter kurzerhand ins Kühlhaus und behauptet, sie sei verreist. Nur leider traut die überaus neugierige Nachbarin der Sache nicht so ganz. Und als Jonas auch noch den Job seiner Mutter als Kummerkastentante Dr. Linda übernimmt, droht das Lügengebäude endgültig einzustürzen. Denn seine seltsamen Ratschläge zum Thema Liebe rufen Heleen auf den Plan, die sich gerne persönlich bei Dr. Linda beschweren möchte - mit ungeahnten Folgen!


 
Beim Drachenmond Verlag habe ich zudem "Please keep gate closed" von Astrid Behrendt gewonnen, ein Bildband mit schwarz-weiß Impressionen von Irland. Wirklich schön, was ich da bisher beim Durchblättern gesehen habe. Von Irland selbst kenne ich bisher nur Dublin, aber dieser Bildband macht definitiv Lust auf mehr!
Dann habe ich eine Anfrage der Autorin Nikola Hotel bekommen, die mich gefragt hat, ob ich Lust hätte, ihren Roman "Rabenblut drängt" zu lesen und zu rezensieren. Da sag ich natürlich nicht nein, und bisher bin ich - nach den ersten Kapiteln - auch alles andere als enttäuscht. Die Story ist mal etwas anderes und ich steck schon völlig begeistert mittendrin :)

Nikola Hotel: "Rabenblut drängt"
Isa ist 24 und Biologiestudentin. Sie arbeitet als Praktikantin in einem Nationalpark, als sie eines Nachts einen schwer verletzten Mann im Wald findet. Sie ahnt nicht, dass Alexej ein dunkles Geheimnis hütet. Aber sein Verhalten gibt ihr Rätsel auf: Weshalb kann er den Anblick von totem Wild nicht ertragen? Und warum hat er so schrecklich hohes Fieber? Bei der Suche nach einer Erklärung kann sie jedoch eins nicht verhindern: dass sie sich unsterblich in ihn verliebt. Doch ein unbekannter Feind lässt ihr kaum Zeit, das Geheimnis zu lüften, und Alexejs Rabenblut drängt ...

Und ich hab mir noch folgendes ebook gegönnt:

Stephanie Perkins: "Herzklopfen auf französisch"
Ein Jahr in Paris? Die 17-jährige Anna könnte sich Besseres vorstellen, als in einem Land zur Schule zu gehen, dessen Sprache sie nicht spricht. Und dafür muss sie auch noch ihren Schwarm in Atlanta zurücklassen. Doch schon bald lernt die angehende Filmkritikerin das französische Leben zu schätzen: echter Kaffee, wunderschöne Gebäude und Kinos wohin man schaut! Vor allem der attraktive Étienne führt Anna durch das schöne Paris – und wird zu ihrem besten Freund. Doch als ihre Freundschaft immer enger wird, sind beide verunsichert – und das nicht nur, weil Étienne eine Freundin hat …

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So. Puh, das war´s. Naja, reicht ja auch für eine Woche

(alle Inhaltsangaben von amazon.de)

Freitag, 17. August 2012

"Töchter des Mondes: Cate" - Jessica Spotswood

INK Verlag, 2012
17,99 Euro

Handlung:
Cate und ihre Schwestern Maura und Tess sind Hexen. Niemand darf davon erfahren, denn Hexen drohen Verbannung und Tod. Die Gefahr, aufzufliegen, lastet schwer auf Cate. Vor allem seit Finn aufgetaucht ist, dieser Junge mit den Zimtsommersprossen und dem kupferroten zerzausten Haar. Verzweifelt sucht Cate nach einem Ausweg und stößt im Tagebuch ihrer toten Mutter auf eine rätselhafte Prophezeiung, die besagt, dass drei Schwestern mit magischen Kräften die Hexen zurück an die Macht führen werden. Handelt es sich dabei um Cate, Maura und Tess? Und kann es überhaupt eine gemeinsame Zukunft für Cate und Finn geben?
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Von diesem Buch bin ich positiv überrascht: eigentlich stehen Geschichten über Hexen nicht weit oben auf meiner Lese-Präferenzliste. Aber ich habe mich ein wenig von dem Trailer zum Buch locken lassen - der wohl jedes romantisch veranlagte Herz ein wenig höher schlagen lässt - und bin dann völlig unvoreingenommen ans Lesen gegangen - dafür bin ich belohnt worden.
Denn "Töchter des Mondes: Cate" ist ein sehr schöner Auftakt einer Buchreihe um die 3 Schwestern Cate, Maura und Tess. Diese haben mit ihrem Dasein als Hexen zu kämpfen, im 19. Jahrhundert, in dem schon alleine der Verdacht, sich mit spirituellen Themen zu beschäftigen, Anlass ist, aus der Gesellschaft verbannt zu werden oder gar gehängt zu werden. Mit nichts als der Aussicht, entweder (zwangs-) verheiratet zu werden oder in eine religiös ausgerichtete Schwesternschaft einzutreten, verliebt sich Cate, die in diesem 1. Teil im Mittelpunkt steht, in den Gärtner Finn - ein aussichtsloses Unterfangen ... oder?
Die Momente zwischen Cate und Finn sind schön zu lesen, haben mich - obwohl es nicht allzu viele Situationen im Buch sind - zum Lächeln und Mitschwärmen gebracht. (Der Buchtrailer, der sicher gewisse Erwartungen weckt, ist daran auch nicht ganz unschuldig.)
Die "Hexerei" als solche spielt dabei fast eine untergeordnete Rolle - wirkliche Zauberei kommt hier seltener vor, als man denken mag - und wir wesentlich durch die Beziehung zwischen den Schwestern vorangetrieben: durch das ständige Balancieren zwischen Verstecken und sich-ausprobieren ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Schwestern einer bestimmten Prophezeiung eine Bedeutung zuschreiben: einer Prophezeiung, die besagt, dass 3 Hexenschwestern die Macht haben werden, über Gut und Böse zu entscheiden.
Das Ende dieses 1. Teils dagegen ist dann - gelinde gesagt - fies, und lässt sehr große Hoffungen und Erwartungen auf die Fortsetzung der Geschichte in den Folgebänden aufkommen.

Fazit:
Der erste Teil "Cate" ist ein spannender, romantischer und verheißungsvoller Reihenauftakt um 3 Schwestern, die mit ihrer Bestimmung als Hexen zugleich Segen und Fluch erleben.


Freitagsgedanken

Es ist Freitag!! Momentan sehne ich die Wochenenden stets so herbei... - vielleicht weil es die einzigen 2 Tage sind, an denen ich tatsächlich mal zu etwas komme. Irgendwas schaffe, was die ganze restliche Woche liegen bleibt (so profane Dinge wie Aufräumen, Klamotten wegräumen, Staub wischen, tsss...), oder eben wirklich mal eine komplette Stunde ohne Unterbrechung zum Lesen komme. Das ist momentan irgendwie Mangelware. Umso "erstaunlicher", dass ich mittlerweile doch das ein oder andere Buch fertig gelesen habe, und SOGAR schon Rezensionen dazu vorbereitet habe! *auf die Schulter klopf*
So gibt´s in den nächsten Tagen jeweils einen kleinen Text zu "Wir beide, irgendwann", "Der Wind der Erinnerung" und "Töchter des Mondes - Cate". Aber so ein bißchen muss ich ja auch auf die Bitte der Verlage achten, die Rezensionen erst zum Veröffentlichungstermin des Buches bekannt zu machen, daher alles nacheinander.
Ziemlich "gefreut" hatte ich mich ja auch auf die Fortsetzung von "Ashes", muss jedoch sagen, dass ich das Buch Anfang der Woche unterbrochen habe und bis jetzt auch noch nicht wieder hineingesehen habe. Mit Karo hab ich mich schon ein wenig drüber unterhalten: manche Szenen darin sind einfach so widerlich und eklig und ... eben einfach nicht gut zu lesen, dass sich in mir alles gesträubt hat, weiter zu lesen. Ging einfach nicht, sodass ich beschlossen habe, mir das Buch nur häppchenweise vorzunehmen, immer mal ein paar Seiten. Dadurch werde ich zwar ne Weile brauchen, ehe ich es ausgelesen habe, für mein "seelisches Gleichgewicht" ist es aber vermutlich besser :/
Habt ihr das Buch ebenfalls so erwartet und schon gelesen? Was denkt ihr darüber (natürlich ohne wesentliche Details zu verraten!)?

Noch Folgendes:
- Momentan (heute??) gibt es "Hollowland" von Amanda Hocking als gratis Kindle ebook bei amazon. Wem meine (recht nichtssagende, ja ich weiß!) Rezension neulich also wenigstens ein bißchen zugesagt hat, sollte einfach >hier< zuschlagen. Dankeschön an Enni für den Hinweis!

- Fährt jemand von euch nach Frankfurt zur Buchmesse (13./14. Oktober)? Hat das irgendwer geplant?

Passend zum unglaublich warm heiß werdenden Wochenende gibt´s von mir (einem absoluten Winterkind und Sommer-Muffel) ein passendes Liedchen:

Donnerstag, 16. August 2012

Die Lektüre meiner Zugnachbarn #5

Vor ein paar Tagen saß ich im relativ vollen Zug, um mich herum Getuschel, Gekicher, Geknistere und auch die obligatorischen 2 älteren Personen, die sich lautstark über Wehwehchen und Zipperlein unterhielten - die üblichen Geräusche also, die ich im Zug als Hintergrundgeräuschkulisse kenne. Auf einmal aber ... wurde es plötzlich ruhig. Alles verstummte, das Getuschel erstarb, die Person, die in der Knistertüte rumtastete, hörte damit plötzlich auf, irgendwo kicherte jemand leise, dann war nur noch das Brummen des Zuges zu hören . Ich brauchte einen Moment, bis ich das realisiert hatte und sah von meinem Buch auf. In der 4-er Sitzplatznische schräg vor mir hatte ein Bär von einem Mann Platz genommen und damit alle Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Nicht nur, dass er riesig war, bestimmt über 1,90m, er hatte zudem leuchtend rote lange Haare, die ihm wirr um die Schultern flogen, einen Körperumfang, der ihn gleich 2 Sitze einnehmen ließ, und trug ein AC-DC T-Shirt zur schwarzen Lederhose. Irgendwie rocker-artig sah er aus. Wie eine Mischung aus Rubeus Hagrid und Gimli, der Zwerg. (Und dieser Satz an sich ist schon merkwürdig genug, beachtet man die Körpergrößen beider Figuren...) Alles starrte ihn an, aber er ließ sich nicht beirren. Er kramte in seinem Rucksack, zog eine Flasche Cola raus, setzte sich eine Brille auf (! Gimli mit Brille!!) und holte folgendes Buch hervor:

Aldous Huxley: "Brave New World"
Far in the future, the World Controllers have created the ideal society. Through clever use of genetic engineering, brainwashing and recreational sex and drugs all its members are happy consumers. Bernard Marx seems alone harbouring an ill-defined longing to break free. A visit to one of the few remaining Savage Reservations where the old, imperfect life still continues, may be the cure for his distress...
(Quelle: hier)

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Ich hab nicht schlecht gestaunt. Ich hab das Werk von Huxley noch nie gelesen, weiß nur so im ganz Groben, worum es geht. Aber ich schätze mal, es ist anspruchsvoll, und dann liest Gimli der Zweite das auch noch auf englisch.
Irgendwann fingen die Gespräche und das Geknistere wieder an, aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, während dieser Zugfahrt hätte keiner der Mitfahrenden immer mal wieder einen kurzen Blick zu diesem Mann geworfen. Ganz verstohlen natürlich...

Sonntag, 12. August 2012

"Hollowland" - Amanda Hocking

Kindle Edition

Handlung:
"This is the way the world ends - not with a bang or a whimper, but with zombies breaking down the back door."
Nineteen-year-old Remy King is on a mission to get across the wasteland left of America, and nothing will stand in her way - not violent marauders, a spoiled rock star, or an army of flesh-eating zombies.
(Quelle: amazon.de)
Meine Meinung:

"I knew it." He shook his head. "The second I saw you out in that field, all covered in zombie blood, fighting like a damn maniac, I knew you were trouble."

Irgendwann in der Zukunft ist die Erde von Zombies überrannt, die paar Überlebenden pferchen sich in Bunkern zusammen und kämpfen sich durch jeden einzelnen Tag. In diesem Szenario der Autorin Amanda Hocking ist Remy auf der Suche nach ihrem Bruder, den sie in einer Quarantäne-Station vermutet. Begleitet wird sie von mehr oder weniger mutigen Gefährten, die sich ihr anschließen, schon alleine deshalb, weil sie selbst keine anderen Perspektiven mehr haben. Die kleine 4er Gruppe stellt sich Hunger, Zombieschleim und blutenden Füßen ebenso wie anderen Gefahren, und lässt die Geschehnisse hier dadurch eigentlich nie langweilig werden. Das kann auch mal mit einem Augenzwinkern gesehen werden - auch wenn die Story insgesamt eigentlich zu blutig ist, um als lustig durchzugehen. Die toughe Remy, die kindlich-naive Harlow, der unnahbare aber coole Lazlo und der beherzte Blue - dieses Vierergespann kämpft sich durch die Zombiehorden und damit mehr und mehr in die Herzen der Leser. Ich zumindest hab ich mich gut unterhalten gefühlt und bin schon gespannt auf die Fortsetzung "Hollowmen".

Fazit:
Für einen Preis von unter 1 Euro macht man hier überhaupt nichts falsch, schon gar nicht, wenn man Lust hat auf "Dystopie mal anders" und sich auch von Filmen wie "28 days later" oder "Dawn of the dead" nicht abschrecken lässt. Das Ende lässt auf eine weiterhin spannende Geschichte hoffen. Gute 4 von 6 Bücherstapel.


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