Donnerstag, 31. Mai 2012

Top Ten Thursday...: BLAU!!


Weiter geht´s in Sachen Farben. Auch wenn ich die Idee eigentlich ganz nett finde, muss ich ganz ehrlich sagen, dass sich bei mir so langsam schon ein wenig Ermüdungserscheinungen ankündigen. Ich glaube also nicht, dass ich jedes der Farben-Themen, die die nächsten Wochen beim TTT ausfüllen, mitmachen werde. Heute zumindest ist folgendes Programm:

10 blaue Bücher in meinem Bücherregal

Und während ich letzte Woche bei roten Büchern doch schon etwas am Schwimmen war, habe ich eindeutig mehr blaue Bücher zur Auswahl. Bitteschön:


- "Devoted" von Hilary Duff
- "Nachsitzen" von Charles Webb (das ist ein wunderbares Buch mit herrlichen Illustrationen; kennt das irgendwer außer mir??)
- "Ich bin dann mal weg" von Hape Kerkeling


- "The replacement" von Brenna Yovanoff
- "Rabenmond" von Jenny-Mai Nuyen
- "Frostfeuer" von Kai Meyer
- "The tales of Beedle the Bard" von J.K. Rowling



- "Das Unkrautland" von Stefan Seitz
- "Krieg und Frieden" von Leo Tolstoi (muss halt auch mal ein bißchen protzen, dass ich das im Regal stehen hab :D)
- "Meeresflüstern" von Patricia Schröder


Mittwoch, 30. Mai 2012

Die Lektüre meiner Zugnachbarn #1

Da ich berufsbedingt fast jeden Tag pendele und da gut 2 Stunden im Zug unterwegs bin, kommt es des Öfteren vor, dass man Gleichgesinnte sieht und findet - Lesende im Zug. Ab und zu sitzt mir dann jemand gegenüber, der seine Nase - ebenso wie ich - in ein Buch steckt. Da ich von Natur aus neugierig bin, schaue ich natürlich nach Titel und Autor und Cover. Sofern man es denn erkennen kann. (An dieser Stelle möchte ich mal betonen, dass ich nicht annähernd so aufdringlich bin wie manch andere, was das betrifft. Manche, die neben mir im Zug sitzen, lesen mir wirklich über die Schulter in MEINEM Buch mit und lehnen sich noch richtig rüber, um besser sehen zu können. Hallo? Geht´s noch?!) 
Ab und zu erlebe ich dann eine richtige Überraschung, wenn jemand etwas liest, mit dem ich bei dieser Person nun so gar nicht gerechnet hätte - wenn also das Buch irgendwie nicht dem Bild entspricht, das ich mir von der Person rein vom Äußerlichen gemacht habe. (Klingt oberflächlich, ja, ich weiß. Gibt ja auch den Spruch: Zeig mir, was du liest, und ich sage dir, wer du bist.) Aber gerade deswegen ist es ja so spannend, anderen Leuten auf die Bücher zu schauen und sich überraschen zu lassen.
So auch heute morgen. Mir saß ein junger Mann gegenüber - vielleicht so alt wie ich -, den ich vom Sehen schon kenne; er scheint auch des Öfteren zu pendeln. Ich würde ihn pauschal in die intellektuelle Philosophen-Ecke packen, oder denken, er ist jemand, der Nitzsche und Kafka gelesen und sogar VERSTANDEN hat. Hat er vielleicht auch schon mal. Seine heutige Lektüre war allerdings folgende:

Steven Erikson: "Die Gärten des Mondes"
Mithilfe seiner Magiertruppen breitet sich das malazanische Imperium immer weiter aus. Der Leser verfolgt mit, wie die ehemals freie Stadt Fahl vom Imperium erobert wird und lernt hier die Hauptakteure des Buches kennen: Flickenseel, die einzige überlebende Kader-Magierin, Locke, ebenfalls Magier, gezwungen, in einen anderen Körper zu schlüpfen, Tayschrenn, den Hohemagier der zweiten Armee, und Ganoes Paran, der als Junge die Imperatrix kennenlernt, später in ihre Dienste tritt und Anführer der Brückenverbrenner werden soll, der Elitedivision der Zweiten Armee des ehemaligen Imperators. Nach einem Mordanschlag wird Paran von den Göttern ins Leben zurückgeschickt, weiß aber noch nicht, was die Gegenleistung sein soll, die er dafür zu erbringen hat. Als Darujhistan, die letzte freie Stadt auf dem Kontinent Genebackis, fallen soll, sieht das Imperium sich der fliegenden Festung Mondbrut gegenüber, die Anomander Rake und andere Tiste Andii beherbergt, eine uralte nichtmenschliche Rasse, die über grosse magische Kräfte verfügt. Magier, Schattenhunde, Assassinen, Vertreter vieler menschlicher und nichtmenschlicher Völker, große Raben und nicht zuletzt die Gewirre, die Pfade der Magie, die von den Zauberern benutzt werden, nehmen den Leser mit in eine andere Welt und eine Zeit des Krieges, in der man Freunde findet und verliert, Assassinen in einer Gilde organisiert sind und ganze Armeen von Toten wieder auferstehen.
(Quelle: amazon.de)

Hui. Das...fand ich dann doch recht überraschend. Ich verstehe ja irgendwie nur Bahnhof, wenn ich diese Inhaltsangabe lese; aber er klebte an den Seiten. Also wohl doch eher nicht Nitzsche... :D

Montag, 28. Mai 2012

"Dead beautiful: Deine Seele in mir" - Yvonne Woon

Deutscher Taschenbuch Verlag, 2011
16,95 Euro

Handlung:
Nur einen Kuss – nichts wünscht sich die 16-jährige Renée sehnlicher von ihrem schönen, doch seltsam unnahbaren Mitschüler Dante. Noch nie zuvor hat sie zu einem Jungen eine solch starke Seelenverwandtschaft empfunden. Aber obwohl die Anziehung zwischen ihnen spürbar ist, verweigert ihr Dante diesen Kuss. Warum? Und was hat es mit den ganzen seltsamen Fächern wie Bestattungskunde und Gartenbau an ihrer neuen Schule auf sich? Renée ist fasziniert von den alten Riten an ihrem Internat und gleichzeitig verunsichert. Denn es kommt immer wieder zu mysteriösen Todesfällen unter den Schülern ...

Meine Meinung:
Ich bin gerade noch ganz benebelt von dieser Geschichte. "Dead beautiful" ist - trotz des Themas - wirklich schön, sehr gefühlsnah und nachvollziehbar erzählt. Das Thema (und ich denke, ich verrate nicht zuviel, wenn ich sage, dass es sich um den Tod als solchen handelt) hätte durchaus gruselig und ... fast eklig sein können, aber Yvonne Woon schafft hier sehr gekonnt den Bogen zu bester Unterhaltung mit leichtem Gänsehaut-Faktor. Und das in einem Debütroman, der fantastisch und spannend geschrieben ist - Hut ab!
Eigentlich klebte ich ständig an den Seiten - echt Pageturner-Qualitäten kann ich "Dead beautiful" also durchaus bescheinigen. Zu interessant ist die ständig präsente Frage, wer (oder was?) Dante ist, welches Geheimnis er mit sich herumträgt, und wieso am Gottfried-Institut eigentlich alle so merkwürdig sind. Als Leser wird man stets nur mit Häppchen gefüttert, die einem kleine Puzzleteile liefern - mehr aber eben nicht. Ich war ziemlich am Rätseln, was sich letztlich dahinter verbirgt, und die Auflösung fand ich dann gekonnt in Szene gesetzt. Jetzt freue ich mich, dass schon bald (am 1.7.12) die Fortsetzung "Unendliche Sehnsucht" erscheint - manchmal hat es eben doch seinen Vorteil, eine Buchreihe erst spät(er) für sich zu entdecken. Die Wartezeit hält sich für mich damit in Grenzen, zumal mir Dante und Renée als sehr interessante und vielschichtige Charaktere hier irgendwie ans Herz gewachsen sind und ich gespannt bin, wie es weitergeht.

Fazit:
Beste Unterhaltung mit vielen Andeutungen, Rätseln und leichtem Gänsehaut-Faktor. Das Ende wurde etwas skurril, aber hat letztlich gepasst. 5 Bücherstapel.

Sonntag, 27. Mai 2012

"Finding Sky" - Joss Stirling

Handlung:
You have half our gifts, I have the other ...When English girl Sky catches a glimpse of bad boy Zed in her new American high school, she can't get him out of her head. He talks to her with his thoughts. He reads her mind. He is the boy she will love for ever. Shadows stalk her past but a new evil threatens her future. She must face the dark even if it means losing her heart. Will Sky have the strength to embrace her power and be brave enough to control her own destiny, or will the demons of her past prevent her from realizing her true potential?
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich "Finding Sky" - nicht zuletzt wegen diverser vorheriger Lobgesänge von anderen Personen - eher enttäuscht hat. Das Hauptproblem: Die ganze Geschichte wirkte auf mich so... vorhersehbar. Oder nein, nicht vorhersehbar, aber irgendwie bekannt.
Hier geben sich soviele Elemente und Motive, die ich aus aus anderen Büchern kenne, die Klinke in die Hand, das ist mir immer wieder aufgefallen. Eigentlich habe ich mich pausenlos an "Twilight" erinnert gefühlt; die Parallelen zwischen Edward/ den Cullens und der Familie Benedict aus "Finding Sky" waren für mich einfach zu offensichtlich. Alle wunderschön, alle gesegnet mit übernatürlichen Fähigkeiten (und upps, Hellsehen, in-die-Zukunft-sehen, Emotionen-beeinflussen-können - selbst das kommt mir doch schon soooo bekannt vor), der allgemeine Familiensinn und das starke Zusammengehörigkeitsgefühl. Zudem ein fieser Kerl, der ebenso fiese Kinder sein Eigen nennen kann, der hinter den Cullens... ähm, nein, den Benedicts her ist - auch das erfüllt das Schema F doch sehr gelungen. Und auch Sky als Hauptfigur ist ebenfalls wie eine "neue", noch schüchterne Bella, die sich verliebt und dann entführt wird, weil sie eben auch irgendwie anders ist und mit den falschen Leuten Kontakt hatte.
"Finding Sky" ist keinesfalls schlecht geschrieben; nein, gar nicht. Sogar sehr unterhaltsam und kurzweilig. Aber für mich sticht es leider kaum aus der "Masse" heraus oder zeichnet sich durch etwas Neuartiges aus.
Ich weiß nicht, ich glaube, ich hätte "Finding Sky" wirklich schön(er) finden können, wenn ich nicht ständig diese Deja-vú Erlebnisse anderer Bücher beim Lesen gehabt hätte.
 
Fazit:
3,5 von 6 Bücherstapel.
 

In my mailbox...+ aktueller Lesestoff

Diese Woche gab es "Sternensturm", die Fortsetzung von "Sternenschimmer" von Kim Winter, das ich in der vorletzten Woche extra nochmal gelesen habe, um den aktuellen "Stand" wieder vor Augen zu haben. Nun hab ich zwar auf "Sternensturm" gewartet, aber ich lese es trotzdem nicht. Zumindest nicht jetzt. Ich habe stattdessen zu "Todesstoss" von Karen Rose gegriffen - ich brauche zur Abwechslung mal wieder fiese durchgeknalle Typen, langweilige Polizeiarbeit und einen Detective-Helden, der alles wuppt. Einen Thriller halt, so ganz ohne Jugendliche ^^
Daher ist das meine aktuelle Lektüre des Tages. Zusätzlich habe ich in "Das Unkrautland" reingelesen, was zwar ganz nett anfängt, mir leuchtet aber bis jetzt noch nicht ganz ein, in welche Richtung sich diese Geschichte entwickeln wird. Mal sehen. "Finding Sky" und "Dead beautiful" habe ich beide beendet, dazu werde ich auch noch ein paar Sätze schreiben. Irgendwann. So demnächst. Jetzt schnapp ich mir erstmal wieder "Todesstoss" und verkrümele mich nach draußen in die Sonne.
Schöne Pfingsten!

Freitag, 25. Mai 2012

Freitagsgedanken: Jugendbuch-Überfl(dr)uss

Mal wieder ist Freitag und der Mai ist fast vorbei - nicht zu glauben. Geht zur Zeit so schnell, auch wenn ich wiederum regelmäßig Dienstags oder Mittwochs Anwandlungen von "boah, kann die Woche nicht bald vorbei sein, was dauert da denn diesmal so lange??" habe.
Aber jetzt steht Pfingsten vor der Tür und ich werde die nächsten 3 freien Tage nutzen, um - mal wieder - diverse angefangene Bücher zu beenden, die ich schon durch mehrere Wochen mitschleppe. Kaum zu glauben, dass ich immernoch an "Dead beautiful" sitze, schon seit Tagen, obwohl mir das Buch total super gefällt! Mir fehlt noch das letzte Drittel und (Himmel, ja!) ich bin mehr als neugierig, WAS Dante in Wirklichkeit ist (bitte lass es kein Vampir sein, das wär ja mal öde...) und wie das ausgeht. Gibt es da eine Fortsetzung, oder ist das ein eigenständiges Buch? Das weiß ich gar nicht... Hat richtig Pageturner-Qualitäten, finde ich.
Aber auch "Finding Sky" will mal ausgelesen werden - von dem ich irgendwie etwas enttäuscht bin. Vielleicht hatte ich zu große, oder zumindest andere Erwartungen, aber ich fühle mich permanent an "Twilight" erinnert, und das nervt irgendwie. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass ich momentan einen kleinen Jugendbuch-Überdruss bemerke. Irgendwie lese ich zur Zeit übermäßig viel Jugendbücher, die alle nach dem Schema "total schüchternes Mädel kommt wahlweise in eine neue Stadt/Schule/Familie, lernt dort einen echten Horst Helden kennen, der nicht nur fantastisch aussieht, sondern auch noch clever und nett und irgendwie *sabber* ist, im besten Fall hat er noch irgendeine übernatürliche Fähigkeit, die den beiden aber fortan das Leben schwer macht und der aufkeimenden Liebe ein Bein stellt." Ich meine, irgendwie läuft das gerade bei 80% der Bücher so ab, die ich lese. Und daher glaube ich, dass ich da momentan vielleicht ein bißchen zuviel von hatte und nun irgendwie... abgestumpft bin... und... da nicht mehr so wirklich drauf anspreche. Vielleicht tue ich "Finding Sky" also auch ein wenig Unrecht, und es ist eigentlich eine ganz tolle Geschichte - nur ich merke es in dem Wust an immer-gleich-ablaufenden Stories einfach nicht mehr. Ich glaube, ich brauche mal wieder was richtig Fieses, einen blutrünstigen Thriller oder irgendwas Horror-mäßiges, was mich wieder aus der rosaroten-Teenie-Problem-Wolkenabteilung herausholt. Irgendwelche Vorschläge?
Stattdessen weiß ich schon, dass mich nachher ein amazon-Päckchen erwarten wird, wenn ich nach Hause komme, in dem sich "Sternensturm", die Fortsetzung von "Sternenschimmer" von Kim Winter, befinden wird. Hab ich nämlich neulich vorbestellt, nachdem ich mich innerhalb von 3 Tagen noch einmal durch "Sternenschimmer" gelesen habe - zur Auffrischung. Ich weiß noch, dass mir das Buch damals, im letzten Jahr, als es rauskam, gar nicht so übermäßig gefallen hat - war halt irgendwie nix Besonderes und die Figuren fand ich uninteressant. Aber jetzt beim zweiten Lesen fand ich es besser. Mal sehen, ob ich es überhaupt aus der Folie nehme, oder - wie gesagt - erstmal einen völlig anderen Lesestoff brauche, der kein pinkes/lilanes Cover hat.
Ich könnte auch mal wieder in meinen Kindle reinschnuppern, den hab ich in den letzten Tagen und Wochen doch sehr vernachlässigt. Dabei habe ich da noch einige sehr vielversprechende Bücher drauf. Und heute morgen erwartete mich eine E-Mail von amazon mit der Überschrift "Kindle ebooks 80% reduziert" - ohje... "Zum Glück" war die Auswahl der reduzierten ebooks nicht sooo berauschend, daher hab ich nur bei 2 Titeln zugeschlagen, nämlich "The Iron King" und "The Iron Queen" von Julie Kagawa, in deutsch unter dem Titel "Plötzlich Fee" erschienen. *pssst*: Feen mag ich eigentlich gar nicht. Noch weniger als Vampire und Werwölfe. Aber die Bücher sollen doch wohl ziemlich gut sein und zumindest der erste Teil der Reihe befindet sich seit gefühlten Ewigkeiten auf meiner Wunschliste. Jetzt hab ich beim Preis von 0,99 Euro für ein Kindle-Buch halt zugeschlagen; muss jedoch gestehen, dass ich gar nicht weiß, welche beiden Teile ich mir da gekauft habe. (Hoffentlich die ersten beiden??)
So, das war´s zu diesem Freitag. Euch ein schönes Wochenende!

Donnerstag, 24. Mai 2012

Top Ten Thursday...: ROT!!

Idee von Alice

Oje, für das dieswöchige Thema

10 rote Bücher in meinem Bücherregal

musste ich ganz schön suchen und in die Untiefen meiner Bücherregale vordringen: ich besitze tatsächlich kaum rote Bücher! Da war schon ganz schönes Suchen angesagt, und letztlich sind in der Auswahl jetzt Bücher dabei, die schon diverse Jahre in meinen Regalen schlummern - gelesen oder ungelesen. Manche haben es auch einfach nur wegen ihres Titels in mein Regal geschafft, zum Beispiel das Allerletzte oder auch das von Walter Moers.


- "Until I find you" von John Irving
- "Rette mich ein bißchen" von Jörg Thadeusz
- "The gargoyle" von Andrew Davidson


- "Rumo & die Wunder im Dunkeln" von Walter Moers
- "Die entführte Prinzessin" von Karen Duve
- "Livealbum" von Benjamin von Stuckrad-Barre
- "Nocturna" von Jenny-Mai Nuyen


- "Bartimäus: Die Pforte des Magiers" von Jonathan Stroud
- "Switched" von Amanda Hocking
- "Unerwartete Hilfe durch Schluckauf" von Roopa Farooki

Mittwoch, 23. Mai 2012

"Liebe auf den ersten Blick" - Jordi Sierra i Fabra

Baumhaus Verlag, 2012
14,99 Euro

Handlung:
Spanien im 19. Jahrhundert. In einem Dorf treffen zwei junge Menschen aufeinander, die aus Welten stammen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Eliseo, ein Waisenjunge, der nicht lesen und schreiben kann, und Elena, Tochter aus gutem Hause. Die beiden sehen sich nur eine Sekunde in die Augen und es ist um sie geschehen. Kann diese unmögliche Liebe eine Zukunft haben? Romantisch wie Romeo & Julia!
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Ehrlich gesagt hat mich „Liebe auf den ersten Blick“ etwas enttäuscht. Den ersten ungläubigen Blick meinerseits gab es beim ersten Aufschlagen: das ohnehin recht dünne Buch ist in gefühlter Schriftgröße 18 gedruckt - also zumindest sehr groß, was dazu führt, dass sich auf einer Seite nicht sonderlich viel Text befindet. Die kurze Geschichte, die dadurch zunächst gestreckt wirkt, lässt sich gut in 2 Stunden weg lesen - mehr Lesevergnügen steckt leider nicht dahinter.
Dieses kurze Lesevergnügen wurde für mich dann jedoch obendrein von einer sehr schlichten Schreibweise gemindert. Kurze, einfach gehaltene Hauptsätze und eine so unbedarfte, fast kindliche Sprache waren für mich ungewohnt. Laut Beschreibung ist das Buch für 12-15 Jährige angelegt, und dieser Altersangabe würde ich auch zustimmen, mit starker Tendenz zu den jüngeren Lesern, die hier noch Gefallen dran finden dürften.
Die Geschichte wird von Eliseo, dem unglücklich Verliebten, getragen und erzählt. Die Aufeinandertreffen von ihm und Elena sind nett geschildert und vermitteln tatsächlich das „Romeo & Julia“ - Feeling, das auf dem Buchdeckel angepriesen wird. Allerdings will der romantische Funke nicht so recht überspringen, dafür sind die Liebeleien und Anbändelungen zu schlicht beschrieben und wirken einfach nicht echt und tragisch genug. Der Herzschmerz von Eliseo ist zwar Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, aber ich hab mich beim bloßen Drüberlesen erwischt. Es hat mich nicht berührt, was wahrscheinlich auch am Alter der Protagonisten (15) und dem Alter der Leserzielgruppe (unter 15) lag. Vor allem aber fehlen dem Buch wirkliche Gedankengänge und inneres Gefühlsleben von Eliseo, um der verkorksten und tragischen Liebesgeschichte ein wenig Leben einzuhauchen.
Natürlich muss die Geschichte im Kontext der Historie gesehen werden: im Spanien im 19. Jahrhundert stellten die Standesverteilungen und Unterschiede zwischen Arm und Reich jede nur mögliche Barriere dar, um eine Beziehung zwischen Elena und Eliseo möglich zu machen. Den Ausgang von „Liebe auf den ersten Blick“ finde ich dadurch zwar nicht unbedingt realistisch, aber dennoch schön umgesetzt.

Fazit:
Das wahre „Romeo & Julia“- Gefühl mit Herzschmerz, Tragik und großer Romanze will hier nicht so recht aufkommen, dafür sind sowohl die Sprache des Buches als auch die beiden Hauptprotagonisten zu unbedarft und irgendwie... kindlich. Das Preis-Leistungs-Verhältnis für diese kurze Geschichte finde ich nicht ganz angemessen. 3 von 6 Bücherstapel.  

Sonntag, 20. Mai 2012

Neu entdeckt: "The last princess" - Dystopie in London

Dystopien und ich - das ist ja so ein Thema für sich. Ich mache nach wie vor um die meisten (die noch dazu von allen hoch gelobt werden) einen Bogen. Warum? Tja, weiß ich auch nicht so genau. 
Jedenfalls habe ich gerade mal wieder ein neues Buch entdeckt, das jetzt erschienen ist (zumindest auf dem englischsprachigen Markt), das ich doch insofern recht interessant finde, da es in London spielt - naja, und für London habe ich ja eine Schwäche. Den Trailer dazu finde ich gelinde gesagt... gruselig, aber vermutlich gerade, weil er so echt und aktuell ist... :/
Was sagt ihr zu dem Buch?


Galaxy Craze (was für ein Name!) : "The last princess"
Happily ever after is a thing of the past.
A series of natural disasters has decimated the earth. Cut off from the rest of the world, England is a dark place. The sun rarely shines, food is scarce, and groups of criminals roam the woods, searching for prey. The people are growing restless.
When a ruthless revolutionary sets out to overthrow the crown, he makes the royal family his first target. Blood is shed in Buckingham Palace, and only sixteen-year old Princess Eliza manages to escape. Determined to kill the man who destroyed her family, Eliza joins the enemy forces in disguise. She has nothing left to live for but revenge, until she meets someone who helps her remember how to hope-and love-once more. Now she must risk everything to ensure that she does not become . . .
The Last Princess.
(Quelle: hier)


In my mailbox...


Yvonne Woon "Dead beautiful"
Nur einen Kuss – nichts wünscht sich die 16-jährige Renée sehnlicher von ihrem schönen, doch seltsam unnahbaren Mitschüler Dante. Noch nie zuvor hat sie zu einem Jungen eine solch starke Seelenverwandtschaft empfunden. Aber obwohl die Anziehung zwischen ihnen spürbar ist, verweigert ihr Dante diesen Kuss. Warum? Und was hat es mit den ganzen seltsamen Fächern wie Bestattungskunde und Gartenbau an ihrer neuen Schule auf sich? Renée ist fasziniert von den alten Riten an ihrem Internat und gleichzeitig verunsichert. Denn es kommt immer wieder zu mysteriösen Todesfällen unter den Schülern ...

Ok, mit diesem Buch hänge ich wohl ziemlich hinterher, was die Aktualität betrifft. Ist immerhin schon letztes Jahr Oktober erschienen, und ich weiß, dass es auch auf mehreren Blogs vorgestellt wurde. Aber ich habs mir kurzerhand beim amazon-Produkttesterprogramm angefordert, gab nämlich nur noch 2 Stück.

Stefan Seitz "Das Unkrautland - Auf den Spuren der Nebelfee"
Was passierte vor unendlichen Jahren - in jenem vergessenen Zeitalter, von dem längst keine Chronik mehr berichtet? Was war damals geschehen? Scheinbar kann es niemand beantworten! Und doch gibt es Spuren, versteckte Hinweise und geheimnisvolle Bruchstücke, die bis zum heutigen Tag im Unkrautland schlummern. Wer wird das große Rätsel entschlüsseln? Erzählt der Wald eines Tages seine Geschichte oder geben die Sümpfe ihre Geheimnisse preis? Liegen die Antworten zu all den Fragen auf dem Grunde des Sees oder einfach nur im Keller eines alten Gemäuers verborgen? Unfreiwillig und wie durch Zufall wird Primus in die Geschichte gezogen - eine Geschichte, in die er selbst, ohne es zu wissen, schon einmal verwickelt war...

Dieses Buch "läuft" mir seit gefühlten Ewigkeiten über den Weg. Ich hab schon so oft davon gehört und gelesen, dass es so toll sein soll, und mittlerweile ist ja wohl sogar schon der 3. Teil erschienen. Ich will es jetzt auch mal lesen, obwohl ich eigentlich gar nicht so wirklich eine Ahnung habe, worum es gehen soll - trotz der Inhaltsangabe...

Barbara Baraldi "Scarlett"
Eine neue Stadt, eine neue Schule ... Die 16-jährige Scarlett ist nicht begeistert von diesen Aussichten. Doch zu ihrer eigenen Überraschung findet sie schnell Freunde, mit denen sie auch auf das Schulkonzert geht, das Ereignis des Jahres! Denn dort tritt die Band "Dead Stones" auf. Als der Bassist die Bühne betritt und sie in seine eisblauen Augen blickt, die sie aus der Menge geradezu herausgesucht zu haben scheinen, ist es um sie geschehen. Doch ein Freund warnt sie vor diesem geheimnisvolllen Mikael und seiner Band. Ein Mord und ein Wesen mit feuerigen Augen kommen dazwischen - und unvermittelt verschmelzen Liebe, Tod und Angst miteinander ...

Eins von den Unmengen auf meiner Wunschliste. Jetzt ist es halt mal im Warenkorb gelandet.

Freitag, 18. Mai 2012

"Die Fluchweberin" - Brigitte Melzer

Ueberreuter Verlag, 2012
16,95 Euro

Handlung:
Die 17jährige Raine MacDaniels kann Flüche weben, eine praktische Gabe, wäre Magie nicht verboten und würde mit dem Tode bestraft. Darauf bedacht, ihr Geheimnis zu wahren, wird sie an ihrer Schule zur Außenseiterin. Als ihr ihre Erzfeindin Kim einen besonders grausamen Streich spielt, schlägt Raine mit einem Fluch zurück. Doch sie muss feststellen, dass sie nicht die einzige mit magischer Begabung ist. Ein Zauberer scheint es auf sie abgesehen zu haben und plötzlich ist ihr auch noch die Magiepolizei auf den Fersen. Und dann ist da noch Skyler, der neue Mitschüler mit dem charmanten Lächeln, der so gerne ihr Freund sein möchte. Um zu überleben, muss Raine sich entscheiden, wem sie vertrauen kann ihresgleichen oder jemandem, der eigentlich ihr Feind sein müsste.
(Inhaltsangabe und Bild hier entnommen)

Meine Meinung:
Zugegeben, "Die Fluchweberin" startet etwas träge, partiell will das Ganze nicht so recht in Schwung kommen, auch wenn das Drumherum eigentlich alles stimmt: interessante Hauptprotagonistin, die mit ihrem Schicksal als Magierin hadert, eine Schule à la Hogwarts, eine fiese Schulzicke, die nur austeilen kann, und - natürlich - ein Held, wie man ihn nur in Büchern finden kann, weil: gut aussehend, nett und sympathisch, hilfsbereit, noch dazu überaus interessiert an der Hauptprotagonistin - ohne ihr Zutun. 
Wer an dieser Stelle nicht schon genug hat vom Schema F in den aktuellen Jugendbüchern, der findet sich in einer Geschichte wieder, die zwar von Magie handelt, an sich aber leider gar nicht so magisch daherkommt, wie sich der geneigte Leser das vielleicht wünschen würde. Es geht um Flüche und um Raines Fähigkeit, eben diese auf andere Menschen zu verteilen. Da sie nun mal von grundauf ein guter Mensch ist, würde es ihr nie in den Sinn kommen, diese Fähigkeit auszunutzen. Und so belegt sie Kim, besagte Schulzicke, eben auch nur deshalb mit einem Fluch, damit diese fortan ein besseres Verhalten an den Tag legt. Leider geht dabei einiges schief, und plötzlich sieht sich Raine selber mit einer höheren Macht konfrontiert, die es offenbar auf sie abgesehen hat...
Wie schon gesagt, der Anfang gestaltet sich etwas träge, man wünscht sich ein wenig mehr Handlung, etwas mehr magische Schmankerl. Ich fand die Geschichte trotzdem gut und sehr unterhaltsam. Zumindest so unterhaltsam und interessant, dass ich durchweg neugierig blieb, wie sich die ganze Sache um Raines Flüche erklären würde und - natürlich! - wie das Ganze mit Skyler ausgeht. Da die Geschichte - wie ich finde - an manchen Stellen recht willkürlich in Kapitel eingeteilt wurde, und so das Geschehen plötzlich mitten in einer Handlung durch ein Kapitelende abreißt, bleibt man als Leser natürlich dran - und schwupps, sind diverse Seiten weggelesen. Das Ende selbst ist schlüssig, nicht übertrieben kitschig oder über-romantisch, sondern einfach passend. Und es ist ein eigenständiges Buch ohne Fortsetzung, was schon alleine ein kleines Sternchen verdient hat. (Ist heute ja nicht mehr so der Normalfall.) Ich glaube, ich werde mal gucken, was Frau Melzer noch so geschrieben hat.

Fazit:
"Die Fluchweberin" ist nette Unterhaltung für zwischendurch, die ein kleines bißchen Hogwarts-Feeling verströmt, aber einen Tick mehr Magie hätte vertragen können. Trotzdem sehr schöne Geschichte (vor allem das Ende hat mir gefallen), der ich gute 4,5 von 6 Bücherstapel geben würde. 

Donnerstag, 17. Mai 2012

"Sie und Er" - Andrea de Carlo

Diogenes Verlag, 2012
22,90 Euro

Handlung:
Wahre Liebe gibt es nicht. Nur Beziehungen, die ein wenig Sicherheit geben so sieht es Clare. Oder Affären so Daniel. Bei einem Autounfall begegnen sich die beiden zum ersten Mal - nicht unbedingt der ideale Rahmen. Andererseits: Derart nüchtern beginnen nur die ganz großen Liebesgeschichten.
(Inhaltsangabe und Bild hier entnommen)

Meine Meinung:
"Einen guten Teil seines Lebens hat er versucht, aus der schier unendlichen Palette möglicher Handlungsweisen, die ihm einfielen, die sinnvollste auszuwählen, doch dann hat er entdeckt, dass die Ergebnisse nicht unbedingt besser sind, als wenn er unüberlegt handelt." (S. 107)

Ich weiß gar nicht, wieso ich dieses Buch so lange ungelesen bei mir liegen hatte. Denn eigentlich verbirgt sich hinter "Sie und Er" eine wirklich nette kleine Geschichte um das Kennen- und Liebenlernen zweier Menschen.
Zugegeben, anfangs hat mich die Schreibweise des Autors ein wenig abgeschreckt. de Carlo neigt entweder zu recht kurzen, abgehackten Sätzen ohne richtiges Innenleben, oder aber zu sehr verschachtelten, komplizierten Sätzen, die man einfach nochmal und nochmal lesen muss, um sie voll aufzunehmen. Noch dazu sind sie im Präsens geschrieben - das ist für gewöhnlich nicht so mein Fall. So begegnen einem hier schon mal Sätze nach dieser Art:

"Sie ist befremdet von der Bruchstückhaftigkeit dessen, was soeben passiert ist; dass sie zu einer Entzerrung gezwungen ist, um aus der Überlagerung von Ereignissen eine Abfolge herzustellen. "(S. 28)

Lässt man sich von dieser Sprache jedoch nicht einschüchtern, dann erwartet einen eine durchaus lesenswerte, teils recht humorige und mit viel Sinn für Details geschriebene Geschichte, in der sich Clare und Daniel durch Zufall kennenlernen und fortan zufällig (oder auch nicht so sehr) über den Weg laufen. Für beide bedeutet dieses Kennenlernen einen Ausbruch aus ihren grauen, festgefahrenen Lebenswegen - Daniel ist bis dahin ohne rechten Plan und Motivation, wie es für ihn weitergehen kann; Clare eine unzufriedene Frau, die von ihrem Verlobten gern mal bevormundet wird. Ihre Stimmungen, Launen und Gedanken werden hier vom Autoren wunderbar aufgefangen und in Worte verpackt; was nicht zuletzt dadurch sehr gut glückt, dass die Kapitel abwechselnd aus der Sicht beider Hauptfiguren erzählt werden. Vor allem lebt die Story aber auch von den Nebenfiguren (beispielsweise Clares Verlobtem Stefano und dessen Mutter, oder ihrer Zimmernachbarin), die das Geschehen interessant und lebhafter gestalten, weil sie dem Ganzen einen Rahmen bieten.
Das Ende der Geschichte ist zwar offen, aber dennoch zufriedenstellend. Eigentlich erinnerten mich die letzten Kapitel sehr an eine typische Roman - bzw. Drehbuchvorlage für einen romantisch- leicht kitschig angehauchten Film, was vielleicht einen Tick zu sehr aufgetragen ist - zumindest im Vergleich zur restlichen, doch recht "puristischen" Handlung.

Fazit:
Ein lesenswertes Buch, das die besondere Auffassungs- und Beobachtungsgabe des Autoren wiederspiegelt, und das sich vor allem nicht eben so nebenbei lesen lässt. Ich fand die Sprache gewöhnungsbedürftig, die Charaktere jedoch sehr sympathisch, und vor allem gut getroffen. 4 von 6 Bücherstapel. 

Top Ten Thursday: GRÜN!!!

Idee von Alice

Ok, offenbar wurden beim TTT gerade die Farbwochen ausgerufen, denn das heutige Thema lautet:

10 grüne Bücher in meinem Bücherregal

(Nächste Woche sind die roten dran.) Das nenn´ ich doch mal ein pfiffiges Thema. Vor allem, da ich gerade festgestellt habe, dass ich gar nicht sooo viele grüne Bücher besitze - was eine Schande ist, denn grün ist eine meiner Lieblingsfarben. Heißt also, es sollte mehr grüne Bücher für mich geben :) (Schwierig wird die Auflistung für mich übrigens wirklich bei gelben Büchern. o.O)

Folgende habe ich mir rausgepickt:



- "Ein unvergessliches Jahr im Leben des Fred Pickle" von Robert Sedlack
- "Tintenblut" von Cornelia Funke
- "Ascend" von Amanda Hocking



- "Lauernde Stille" von Peter Schwindt
- "In Liebe, Brooklyn" von Lisa Schroeder
- "Ada liebt" von Nicole Balschun
- "Der Fürst des Nebels" von Carlos Ruiz Zafón



- "Als die schwarzen Feen kamen" von Anika Beer
- "Crashed" von Robin Wasserman
- "Ein Kuss ist ein ferner Stern" von Alexander Rösler


Dienstag, 15. Mai 2012

"Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" - Rachel Joyce

Fischer Verlage, 2012
18,99 Euro

Handlung:
»Ich bin auf dem Weg. Du musst nur durchhalten. Ich werde Dich retten, Du wirst schon sehen. Ich werde laufen, und Du wirst leben.«
Harold Fry will nur kurz einen Brief einwerfen an seine frühere Kollegin Queenie Hennessy, die im Sterben liegt. Doch dann läuft er am Briefkasten vorbei und auch am Postamt, aus der Stadt hinaus und immer weiter, 87 Tage, 1000 Kilometer. Zu Fuß von Südengland bis an die schottische Grenze zu Queenies Hospiz. Eine Reise, die er jeden Tag neu beginnen muss. Für Queenie. Für seine Frau Maureen. Für seinen Sohn David. Für sich selbst. Und für uns alle.
(Bild und Inhaltsangabe hier entnommen)

Meine Meinung:
"Er hatte keine Ahnung gehabt, dass Gehen so weh tun konnte. Sein einziger Gedanke waren Pflaster." (S.98)

Harold Fry macht sich auf eine Reise. Eigentlich hatte er das gar nicht geplant, und so macht er sich auch denkbar unvorbereitet auf den Weg - ohne feste Schuhe, Handy oder Tasche. Aber wer hätte auch gedacht, dass ausgerechnet ein junges Mädchen eines Burgerstandes Weisheiten über das Leben von sich gibt und Harold damit die Augen öffnet? Und so kommt halt alles anders, als zunächst von ihm geplant. Ehe er sich´s versieht, ist er schon im nächsten Dorf angekommen und hat den Brief noch immer in der Hand. Warum also nicht noch ein paar Kilometer laufen?
Es ist eine Reise, auf die man sich als Leser gemeinsam mit Harold begibt. Denn abgesehen davon, dass man schöne Einblicke in die englischen Provinzdörfer und Städte erhält (am Ende des Buches befindet sich eine Karte Englands, auf der man die Stationen Harolds genau nachvollziehen kann), und abgesehen davon, dass Harold lustige, schrullige und außergewöhnliche Menschen kennenlernt, die ihm auf ihre eigene Art und Weise alle etwas für die Reise mitgeben - abgesehen davon ist es vor allem Harold selbst, der einem hier immer näher kommt. Man erhält Einblicke in die gemeinsamen Ehejahre mit Maureen, in ihr Kennenlernen, ihre ursprünglich gemeinsamen Ziele und Träume. Man erfährt, warum eben diese an irgendeinem Punkt ihres Lebens schief gelaufen sind, und warum Harold heute der ist, der er nun mal ist. Sehr gelungen finde ich dabei, dass die Kapitel abwechselnd aus Harolds und Maureens Sicht erzählt werden.
Es ist sehr schön zu verfolgen, welche Ups und Downs Harold während seines Weges erlebt. Es ist nicht immer alles eitel Sonnenschein; Selbstzweifel begleiten ihn ebenso wie die ständige Frage "Macht das alles überhaupt einen Sinn?". Ich bin froh, dass die Autorin Harold hier auch (sprichwörtliche) Steine in den Weg gelegt hat, über die er stolpert, denn alles andere wäre vermessen gewesen. Eine Bilderbuchreise wäre hier völlig unangemessen gewesen und letztlich auch nicht passend zu Harolds Selbstfindungsprozess, den er durchläuft, ohne es eigentlich zu merken.
Ab einer bestimmten Stelle habe ich mich ein wenig an "Forrest Gump" erinnert gefühlt, der sich ebenso eines Tages aufmacht und losläuft. Und ebenso wie bei ihm wird auch Harold "Opfer" der Massenpublicity - die Anhänger und vermeintlichen Fans und Unterstützer schließen sich ihm nach und nach einfach an und begleiten ihn. So befremdlich ich diesen Aspekt zunächst fand - und vor allem Harolds Reaktion darauf -, so realistisch ist er eben doch in der heutigen Zeit, in der eine Schlagzeile weit mehr wert ist als der tiefere Sinn, den eine Pilgerreise haben mag.
Das Cover, das vom englischsprachigen Original übernommen wurde, finde ich in seiner Schlichtheit übrigens ausgesprochen schön und sehr ansprechend.

Fazit:
Ein kluges, warmherziges Buch, das zum Nachdenken anregt und einen manche Gegebenheiten des Lebens mal mit anderen Augen sehen lässt. 5 Bücherstapel.

Ein herzliches Dankeschön an die Fischer Verlage für das Leseexemplar und die wunderbare Idee, das Buch auf Reisen zu schicken!

Dienstags-Zwischenmeldung

So ein richtig mieser Tag heute. Vom Aufstehen angefangen, und auch eine länger nicht da gewesene Dienstagsmorgen-Begegnung konnte daran nichts ändern. (Irgendwie schon, aber irgendwie auch nicht. Wann ist das Ganze eigentlich so merkwürdig geworden?! Im Englischen gibt´s da ein wunderbares Wort, das kein deutsches Wort so gut ausdrücken kann: awkward.) Gott, ich plappere nur Blödsinn... Muss an diesem miesen Dienstag liegen.
Kaum zu glauben, dass ich am Wochenende einen Lach-Anfall hatte - beim Lesen von "Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner" von Kerstin Gier. Ich hab Tränen geweint vor Lachen und gegen die Wand getrommelt, mir ein Kissen vors Gesicht gedrückt, um nicht so laut zu lachen (es war schon nach Mitternacht) - und danach tat mir alles weh. Manchmal muss sowas ja sein.
Aber heute? Ist mir gar nicht nach Lachen. Und nicht mal nach Lesen. Dabei lese ich momentan "Die Fluchweberin" von Brigitte Melzer, was echt gut ist bisher. Gefällt mir total.
Vielleicht hab ich heute Abend mehr Ansporn zum Lesen. An diesem miesen Dienstag. 

Sonntag, 13. Mai 2012

In my mailbox...


Alice Gabathuler: "dead.end.com"
Es ist eine Gelegenheit, nach der jeder Gamer sich die Finger leckt: exklusiv dabei zu sein, wenn DIE Spielesensation der Zukunft vorab auf ihre Tauglichkeit getestet wird. Für Mo, Tessa, Greti, Carlos und 20 weitere Jugendliche wird dieser Traum wahr. Sie sind die Ersten, die dead.end.com spielen dürfen. In einer groß angelegten und vermarkteten Aktion werden die Gamer-Clans in eine hermetisch abgeriegelte ehemalige Militäranlage gebracht, um dort das Spielerlebnis ihres Lebens zu machen. Doch kaum läuft dead.end.com an, wird auch schon klar, dass das hier mehr ist als nur ein Spiel. Die Grenzen zwischen Realität und virtueller Welt verschwimmen ... und bald schon stellt sich den Spielern nur noch eine Frage: Wer spielt hier falsch?
Das Buch schlummerte schon eine Weile auf meiner Wunschliste, und irgendjemand (Tine??) hatte mal sehr davon geschwärmt. Diese Woche ist es dann (upps) zufällig in meinem Warenkorb gelandet...

Ildikó von Kürthy: "Mondscheintarif"
Cora Hübsch, 33 Jahre alt, ist eine Repräsentantin der modernen Frau: selbstbewusst, auf eigenen Beinen stehend, sexuell befreit und ausgestattet mit einer besten Freundin. Cora ist traurig. Der Grund: Sie ist verliebt. Und zwar richtig verliebt in Daniel, einen Mediziner, mit dem sie auf eine, zugegebenermaßen, seltsame Art Bekanntschaft geschlossen hat.
Samstagabend: In der Zeitspanne zwischen 17:25 Uhr bis 23:18 kann die Protagonistin nichts anderes tun, als auf einen Anruf des Mannes zu warten, mit dem sie vor einigen Tagen den besten Sex ihres Lebens hatte. In diesen Stunden erzählt sie zum einen, wie sie Daniel kennen gelernt hat, von ihrem ersten gemeinsamen Essen bei einem Italiener und ihrem Besuch bei ihm zu Hause. Herrlich offen, selbstkritisch und selbstironisch präsentiert sie dabei das ganze Einmaleins der emanzipierten, aber verliebten Frau. Auf einer zweiten Ebene durchlebt sie in diesem Zeitrahmen eine anfangs noch leidlich erträgliche Aufregung, zahlreiche Versuche, sich abzulenken bis zur blanken Verzweiflung. Doch am Ende erkennt sie, dass alle Rollen, die sie spielt, alle Klischees, denen sie aufgesessen ist, ihr beinahe alles verdorben hätten.
Das Buch, das zwar schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, ich aber bis heute nicht gelesen habe, habe ich bei Nanni gewonnen. Vielen lieben Dank dafür!!! :)

(Inhaltsangaben sind amazon.de entnommen)

Samstag, 12. Mai 2012

Back to green...

Ihr habt´s wahrscheinlich gemerkt: es ist hier nicht mehr rosa, sondern grün. Ich hab (fast) mit einem grünen Blog angefangen und... nun ja, jetzt hat es mich wieder zu dieser Farbe gezogen. Ich konnte das ganze Rosa am Rand irgendwie nicht mehr sehen in letzter Zeit, und die zahlreichen Herzchen darauf entsprechen momentan auch nicht unbedingt meiner Seelenlage. Also lieber wieder was Echtes: grün!
Der Farbkombi grün-rot/rosa bin ich dennoch weitestgehend treu geblieben, denn irgendwie mag ich die. Jetzt findet sie sich zumindest noch in der Schrift und den Posts wieder.
Alles neu macht halt der Mai.

Erste Highlights der Herbst- Verlagsvorschauen 2012

Mittlerweile gibt es ja von den meisten Verlagen bereits die Herbstvorschauen 2012 online zum Anschauen. Gestern abend habe ich bei dem ein oder anderen Verlag dann auch mal einen Blick gewagt - und meine Augen wurden immer größer. Ich weiß eigentlich nicht, ob ich Verlagsvorschauen so wirklich mag, denn einerseits finde ich es toll, zu sehen, was in den nächsten Monaten alles erscheinen wird und worauf man sich daher schon jetzt freuen kann. Andererseits wird meine Wunschliste dadurch natürlich immer länger - und mein Kontostand halt auch nicht schöner :(
Trotzdem überwiegt eigentlich die Vorfreude auf die zahlreichen Schätze an Lesefutter, die uns in den nächsten Monaten erwarten werden. Hier nur mal eine klitzekleine erste Auswahl an Highlights, die sich auf einen Platz in meinen Regalen freuen dürfen:

Andreas Eschbach: "Time Out"
Christopher und Serenity sind im Hide Out zum Nichtstun verdammt. Während die Kohärenz ihre Fäden immer dichter spinnt, verlieren sie jeden Mut. Als dann auch noch mit viel Werbeaufwand der Lifehook eingeführt wird - mit dem die Menschen fast ohne Aufwand gedanklich kommunizieren können - ahnt Christopher, dass die Kohärenz zum alles entscheidenden Schlag ausgeholt hat. Doch dann hat er eine Idee, wo die Schwachstelle des globalen Netzwerkes liegen könnte. Gemeinsam mit Serenity macht er sich auf, um das Unmögliche zu wagen. 
erscheint im August 2012

Tahereh Mafi: "Ich fürchte mich nicht"
Ihr Leben lang war Juliette einsam, eine Ausgestoßene – ein Monster. Ihre Berührung ist tödlich, man fürchtet sie, hat sie weggesperrt. Bis die Machthaber einer fast zerstörten Welt sich ihrer als Waffe bedienen möchten. Doch Juliette beschließt zu kämpfen – gegen die, die sie gefangen halten, gegen sich selbst, das Dunkel in ihr. An ihrer Seite ein Mann, zu dem sie sich unaufhaltsam hingezogen fühlt. Ihn zu berühren ist ihr sehnlichster Wunsch – und ihre größte Furcht ...
erscheint am 23.07.12

Bettina Belitz: "Linna singt"
Seit fünf Jahren hat Linna sie nicht mehr gesehen: Maggie, Simon, Jules und Falk, die ehemaligen Mitglieder ihrer Band. Nun treffen sie sich in einer Hütte in den Bergen wieder, um für einen Auftritt zu proben. Linna hatte eigentlich keinen Grund, Maggies Einladung zu folgen, denn was die anderen nicht wissen: Seit damals hat sie keinen Ton gesungen. Doch etwas treibt sie an, sich ihrem alten Leben zu stellen: die Erinnerung an eine Nacht mit Falk, dem Gitarristen. Linna muss sagen, was vor fünf Jahren unausgesprochen blieb, und sie muss hören, ob Falk eine Antwort hat. Bald beginnt die von Anfang an gespannte Atmosphäre zu kippen: Was als zwangloses Wiedersehen geplant war, wird zum zermürbenden Psychospiel, bei dem Linna immer mehr als Lügnerin dasteht. Sie gerät in einen Strudel aus Verdächtigungen, Abhängigkeiten und tragischen Missverständnissen, der sie schließlich zwingt, die Erinnerung an vergangenen Schmerz zuzulassen. Denn dort liegt der Schlüssel zu allem: der Grund dafür, dass Linna nicht mehr singt.
erscheint am 03.09.12

Mary E. Pearson: "Nieundewig"
Nach einem Autounfall ist Lockes Seele in einem Computer gefangen. 260 Jahre später schlägt er in einem künstlich rekonstruierten Körper die Augen auf – und sofort sind seine Gefühle für Jenna wieder da. Doch hat seine Seele wirklich unbeschadet überlebt? Und warum hat Jenna in all den Jahren nie versucht, ihn zu retten? Die Suche nach der Wahrheit wird für Locke zu einer lebensgefährlichen Reise.
erscheint am 23.08.12

Julie Cross: "Sturz in die Zeit"
Jackson Meyer, Student in New York, hält sich für einen ganz normalen Neunzehnjährigen, bis er zufällig feststellt: Er kann für ein paar Stunden in der Zeit zurückreisen. Alles ist nur ein harmloser Spaß, bis eines Tages die Katastrophe passiert: Zwei Fremde überfallen ihn und seine Freundin Holly im Studentenwohnheim – und erschießen Holly. In seiner Panik stürzt Jackson in die Vergangenheit und landet plötzlich zwei Jahre vor dem Ereignis. Von da an hat er nur eines im Sinn: zurückzukommen und Holly zu retten. Er wird ALLES dafür tun. ALLES - für seine große Liebe.
erscheint am 23.08.12

Carlos Ruiz Zafón: "Der Gefangene des Himmels"
Nach ›Der Schatten des Windes‹ und ›Das Spiel des Engels‹ der neue große Barcelona-Roman von Carlos Ruiz Zafón. - Barcelona, Weihnachten 1957. Der Buchhändler Daniel Sempere und sein Freund Fermín werden erneut in ein großes Abenteuer hineingezogen.
In der Fortführung seiner Welterfolge nimmt Carlos Ruiz Zafón den Leser
mit auf eine fesselnde Reise in sein Barcelona. Unheimlich und spannend,
mit unglaublicher Sogkraft und viel Humor schildert der Roman die
Geschichte von Fermín, der »von den Toten auferstanden ist und den
Schlüssel zur Zukunft hat«. Fermíns Lebensgeschichte verknüpft die Fäden
von ›Der Schatten des Windes‹ mit denen aus ›Das Spiel des Engels‹.
Ein meisterliches Vexierspiel, das die Leser rund um die Welt in Bann hält.
erscheint am 25.10.12

Leigh Bardugo: "Grischa - Goldene Flammen"
Alina ist einfache Kartografin in der Ersten Armee des Zaren. Dass sie heimlich in Maljen verliebt ist, ihren besten Freund seit Kindertagen, darf niemand wissen. Schon gar nicht Maljen selbst, der erfolgreiche Fährtenleser und Frauenschwarm.
Bei einem Überfall rettet Alina Maljen auf unbegreifliche Weise das Leben. Doch was sie da genau getan hat, kann sie selbst nicht sagen. Plötzlich steht sie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und wird zum mächtigsten Grischa in die Lehre geschickt. Geheimnisvoll und undurchschaubar, wird er von allen der Dunkle genannt. Aber wieso fühlt sie sich von ihm so unwiderstehlich angezogen?
Und warum warnt Maljen sie so nachdrücklich vor dem Einfluss des Dunklen?
erscheint am 24.08.12

Natalie Standiford: "Die Bekenntnisse der Sullivan-Schwestern"
Die Sullivan-Schwestern haben ein Problem: Ihre reiche, tyrannische Großmutter fordert ein schriftliches Bekenntnis all ihrer Missetaten. Andernfalls will sie die gesamte Familie enterben.
Also beichten die drei: Norrie hat sich in Robbie verliebt, der acht Jahre älter ist. Aber ist das denn so schlimm? Jane schreibt ein Blog über ihre schreckliche Familie. Aber was kann sie bitte für ihre bösen Vorfahren? Und Sassy glaubt, dass sie unsterblich ist. Schließlich wurde sie schon mehrmals vom Auto angefahren und nie ist ihr was passiert. Ist das jetzt Ketzerei?
Drei energische, unerschrockene und ganz unterschiedliche junge Mädchen bekennen ihre kleinen Sünden, die vielleicht gar keine sind.
erscheint am 25.10.12

C.J. Skuse: "Rockaholic"
Kreisch! Jodys Lieblingsband ist in der Stadt. Klar, dass sie schon 13 Stunden vor Konzertbeginn da ist. Denn sie muss unbedingt ganz vorne stehen. Es geht schließlich um Jackson, den tollsten aller Leadsänger. Allerdings ist Jody nicht die Einzige und in dem ganzen Gedränge und Geschubse kippt sie einfach um, knallt auf den Boden und anstatt vor der Bühne zu stehen, wacht sie Backstage auf einer Liege auf. Schlimmer kann es nicht werden. Außer - man entführt einen Rockstar, versteckt ihn in der Garage und versucht so zu tun, als habe man alles im Griff.
erscheint am 24.01.13 


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Ich freue mich schon wie ein Schneekönig auf das neue Buch von Carlos Ruiz Zafón. Von "Das Spiel des Engels" war ich zwar eigentlich nicht so begeistert, aber ich finde die Idee, dass die Geschichte um Daniel Sempere weitergeht, wirklich wunderschön.
Ziemlich gespannt bin ich auch auf den dritten und letzten Teil der Reihe um Christopher und Serenity und der Kohärenz, "Time Out" steht seit Ewigkeiten auf meiner Wunschliste. Im August ist es also nun endlich soweit!
Ziemlich überrascht war ich auch, als ich gesehen habe, dass es eine Fortsetzung zum Buch "Zweiunddieselbe" von Mary E. Pearson gibt - "Nieundewig", das wusste ich gar nicht. Beim Vorgänger war ich mir nicht so ganz sicher, wie ich die Story finden soll, viele Fragen blieben in meinen Augen ungeklärt - aber wenn es nun eine Fortsetzung gibt, dann wird mir dort vielleicht einiges klarer.
"Rockaholic" klingt nach ner ziemlich sympathischen und lustigen Story, erscheint leider erst im nächsten Jahr. Aber da ich selbst Konzert-süchtig bin, kann ich gar nicht anders, als dieses Buch lesen zu wollen.
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