Montag, 30. April 2012

"The girl in the mask" - Marie-Louise Jensen

Kindle Edition, 2012

Handlung:
Set in Georgian England, fifteen-year-old Sophia is trapped by the limitations of living in a man's world. Forced by her father to give up everything she loves, Sophia is ordered to make a new life in Bath. By day, she is trapped in the social whirl of balls and masquerades. By night, she secretly swaps her ball gowns for breeches, and turns to highway robbery to get her revenge . . . When one man begins to take a keen interest in her, Sophia must keep her distance, or risk unmasking her secret life.

Meine Meinung:
"The girl in the mask" spielt im England des frühen 18. Jahrhunderts - eine Zeit, in der eine Frau gelinde gesagt nichts wert war. In eben dieser Zeit muss die junge Sophia mit ihrem Vater und ihrer Tante nach Bath reisen, mit nichts als der Aussicht, dort mit jemanden verheiratet zu werden, den sie nicht kennt, geschweige denn liebt. In Bath entwickelt sie - aus der Langweile und Eintönigkeit ihres bescheidenen Daseins heraus - gezwungenermaßen ein Doppelleben: tagsüber mimt sie die brave und tugendhafte Tochter, nachts jedoch streift sie gemeinsam mit ihrer Freundin Jenny in Männerhosen über die Dächer der Stadt und raubt die reichen Herrschaften in ihren Kutschen aus - solange, bis sie eines Tages einer Verschwörung auf die Spur kommt.
Die Geschichte ist - auch laut Nachwort der Autorin - historisch sehr korrekt gezeichnet. Die Lebensart, die Kleidung, die Besonderheiten und der Alltag dieser Epoche - alles wird hier in sehr schönen Bildern eingefangen, und vor allem durch die altertümliche vornehme Sprache transportiert - die sich aber dennoch sehr schön lesen lässt. Nicht selten habe ich mich an die Romane Jane Austens erinnert gefühlt und vor meinem geistigen Auge die wohlhabenden Menschen in ihren wallenden Kleidern durch die Gassen flanieren gesehen.
Es hat zudem überaus Spaß gemacht, Sophia bei ihren Ausflügen zu begleiten und zu lesen, was sie erlebt. Sie ist ein sehr interessanter Charakter, rebellisch und aufrührerisch, stur und selbstbewusst, entschlossen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und der Unterdrückung durch die Zwangsheirat zu entgehen. Ihre kleinen Ausbrüche aus ihrer festgesetzten langweiligen Welt, in die sie von ihrem Vater gesperrt wird, bringen Schwung in das Geschehen - und letztlich auch in ihr eigenes Schicksal.
Enttäuscht bin ich allerdings ein wenig vom Ende der Geschichte. So sehr ich offene Enden manchmal auch schätze, hätte ich hier ganz gern gewusst, woran ich bin. Letztlich weiß man als Leser am Ende gar nicht so recht, wie die Geschichte um Sophia jetzt weitergehen könnte, - ja, ob nicht vielleicht sogar eine Fortsetzung dafür geplant ist. Schade. 

Fazit:
Sehr schön gestaltete, historisch korrekte Darstellung einer rebellischen Heldin, die versucht, ihr Leben selbst leben zu dürfen. Noch dazu in wunderbar gehobener Sprache. 5 von 6 Bücherstapel.

In my mailbox...

Die Geburtstags- und Vorbestellungs- Ausbeute der letzten Woche:


Jonas Jonasson: "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand"
Allan Karlsson hat keine Lust auf seine Geburtstagsfeier im Altenheim. Obwohl der Bürgermeister und die Presse auf den 100jährigen Jubilar warten, steigt Allan kurzerhand aus dem Fenster und verduftet. Bald schon sucht ganz Schweden nach dem kauzigen Alten, doch der ist es gewohnt, das Weltgeschehen durcheinander zu bringen und sich immer wieder aus dem Staub zu machen.

Umberto Eco: "Der Name der Rose"
Der Franziskanermönch William von Baskerville, ein ins Mittelalter versetzter Sherlock Holmes und zugleich das Alter Ego des Autors, kommt im Jahr 1327 gemeinsam mit dem Novizen Adson von Melk, dem späteren Erzähler, in ein fiktives Benediktinerkloster Norditaliens. Hier hat soeben der gewaltsame Tod eines Bruders den Abt in Unruhe versetzt, weil seiner Abtei brisanter Besuch ins Haus steht. Delegationen des Franziskanerordens und des Avignon-Papstes sollen über Glaubensfragen verhandeln, die sich um die Armut Christi drehen. Unter ihnen ist Williams Erzfeind, der Inquisitor Bernard Gui. Wie ein Detektiv macht sich William an die Aufklärung des Todesfalls, dem weitere Morde folgen.
Im Mittelpunkt der verwickelten Ereignisse steht die Suche nach der einzigen Abschrift des in Wirklichkeit nicht erhaltenen zweiten Buches der Poetik von R Aristoteles, das die Komödie und damit das subversive Lachen gerechtfertigt hätte. Räumliches Zentrum ist die Bibliothek oberhalb des Skriptoriums, deren dem Buch auch als Zeichnung beigegebener labyrinthischer Bauplan der universalen Bibliothek bei Jorge Luis R Borges entspricht. Nur wer das Geheimnis dieser Bibliothek und des blinden Mönchs Jorge von Burgos ergründet, entschlüsselt auch die Kette von Verbrechen.

Mark Mills: "Die siebte Stufe"
1958 reist der junge Kunsthistoriker Adam Strickland von London in die Toskana, um den außergewöhnlich gestalteten Renaissancegarten der Fürstenfamilie Docci zu untersuchen. Im 16. Jahrhundert hatte Fürst Frederico die Anlage mit Kapellen, Brunnen, Statuen und Grotten erbauen lassen, um seiner jung verstorbenen Ehefrau ein Denkmal zu setzen. Vom ersten Augenblick an ist Adam wie gefangen von der melancholischen Schönheit des Gartens und dem geschichtsträchtigen Leben der Doccis. Doch mit jedem Tag, den er auf dem Anwesen verbringt, wird Adam klarer, dass sich die Fürstenfamilie nicht nur über ihre jüngste Vergangenheit ausschweigt – die Zeit während der deutschen Besetzung, als ein Docci unter zweifelhaften Umständen erschossen wurde. Auch der jahrhundertealte Garten, angeblich die Bezeugung ewiger Liebe, könnte ein sehr viel finsterer Ort sein als gedacht. Fast scheint es, als hätten die berühmtesten Söhne der Toskana, Dante und Machiavelli, an der Chronik der Doccis mitgewirkt. Denn die ist durchzogen von Rachsucht und Machtgier. Und sie verheimlicht, wie Adam bald feststellen muss, zwei kaltblütige Morde.

Krystyna Kuhn: "Das Tal. Das Erbe"
Es ist Prüfungszeit am Grace College und Rose, Chris, Katie und die anderen haben beschlossen, die Geheimnisse des Tals für ein paar Tage ruhen zu lassen. Aber während die Studenten gerade über der Englischklausur brüten, passiert das Unfassbare. Einer ihrer Kommilitonen dreht völlig durch. Er droht, sie alle zu töten. Während der Sicherheitsdienst das Collegegebäude räumt, um die anderen Studenten in Sicherheit zu bringen, versuchen Rose, Katie, Debbie und Chris vergeblich, den Amokläufer zu beruhigen. Doch der will nur mit einem sprechen. Mit David. Und der ist spurlos verschwunden ...

Julie James: "Für alle Fälle Liebe"
Anwältin Cameron Lynde wird Zeuge, wie im Hotelzimmer nebenan eine Frau ermordet wird. Und den Fall übernimmt ausgerechnet FBI-Agent Jack Pallas, der mit Cameron noch eine Rechnung offen hat. Nach einem unglücklichen Ereignis in der Vergangenheit macht Jack Cameron für den Niedergang seiner Karriere verantwortlich. Doch nun müssen die beiden zusammenarbeiten, um einen gefährlichen Mörder zu überführen. Und stellen schon bald fest, dass sie tiefere Gefühle füreinander entwickeln ...

Sonntag, 29. April 2012

Kennt jemand dieses Buch?

Hat jemand von euch "Forgotten" von Cat Patrick gelesen? Wie ist das Buch? Empfehlenswert? Ist das auch mal wieder ein Auftakt einer Reihe oder ein eigenständiges Buch?
Ich hab die Leseprobe der Kindle-Version gelesen und finde die eigentlich auch ganz nett und vielversprechend. In den Bewertungen kommt die Story aber bei manch einem eher mittelprächtig bis schlecht weg, weil es wohl hier und da an der Logik hapert bzw. auch nicht so recht viel zu passieren scheint... ?!
Also... kaufen oder nicht kaufen?

"Die Hüterin Midgards" - Ivo Pala

Sauerländer Verlag, 2012
19,99 Euro

Handlung:
In der Nacht vor ihrem 17. Geburtstag gerät Svenyas Welt aus den Fugen. Sie wird von einem Wolf durch Dresden gejagt und schließlich von drei unheimlichen, seltsam anmutenden Gestalten in den Untergrund entführt. Was Svenya dort entdeckt, sprengt jede Vorstellungskraft: Mitten in Dresden, unter dem Fundament des Residenzschlosses, liegt die letzte Bastion der Lichtelben und das Tor zur Menschenwelt Burg Elbenthal. Ihre Bewohner leben in tödlicher Bedrohung, denn der Schwarze Prinz der Dunkelelben rückt unaufhaltsam näher. Svenya ist die letzte Hoffnung denn sie ist die Auserwählte, die Hüterin Midgards ...
(Quelle: amazon)

Meine Meinung:
"Die Hüterin Midgards" ist eine spannende Geschichte in einer sehr außergewöhnlichen Kulisse - fantasievoll und einfallsreich. Ob es sich um geheime Höhlensysteme unterhalb von Dresden handelt, um fliegende Gargoyles, einem Ungeheuer in der Elbe oder Silberschwertern, die eigenständig denken und handeln können - hier ist einiges zu finden, an dem Fantasy-Liebhaber ihren Spaß haben dürften. Für mich als jemanden, der eigentlich kein High Fantasy - Leser ist, ist diese hier in genau richtigem Maße vertreten. So sind die Elben aus Midgards beispielsweise schlichtweg "coole" Typen mit interessantem Aussehen, imposanten Outfits und einer Vielzahl von Waffen zur Hand.
Die Geschichte wird vorwiegend aus Svenyas Sicht erzählt, wenn auch für einzelne Kapitel andere Stimmen zu Wort kommen - wie beispielsweise die Geliebte des Widersachers Laurin. Svenya selbst erschien mir leider die gesamte Erzählung hindurch ziemlich unsympathisch, zum Ende hin sogar noch mehr als am Anfang, einfach durch bestimmte Dinge, sie sie sagt oder tut. Keine wirklich gute Voraussetzung, um mit der Hauptfigur warm zu werden; und das ist mir auch bis zur letzten Seite nicht gelungen. Svenya ist falpsig, schnodderig, frech und ungehobelt, überheblich und nutzt ihren Status als angehende Hüterin Midgards im zwischenmenschlichen Bereich viel zu sehr aus, um bei mir als Leserin Bonuspunkte sammeln zu können. Schon nach kurzer Zeit bei den Elben wirkt sie ungemein abgeklärt und allwissend - das habe ich ihr nicht ganz abnehmen können. Svenya selbst als Hauptfigur stellt damit eigentlich den wesentlichsten Kritikpunkt des Buches dar, den ich anbringen könnte.
Sehr schön fand ich die Idee, hier reine Fantasie mit alten Legenden und Mythologien zu verweben - so begegnet man hier doch tatsächlich der ein oder anderen Figur aus der Nibelungensage.

Fazit:
Alles in allem ist "Die Hüterin Midgards" ein spannendes Buch voller Ideen und interessanten Einfällen, das noch dazu einen gelungenen Reihenauftakt darstellt. Die Hauptfigur ist sicher nicht jedermanns Sache, aber die Handlung macht eindeutig neugierig auf Mehr. Gute 4 von 6 Bücherstapel.

Samstag, 28. April 2012

"Nathalie küsst" - David Foenkinos

Verlag C. H. Beck, 2012
16,95 Euro


Handlung:
Nathalie und François sind ein Paar wie aus dem Märchenbuch, mit Feingefühl und Geschmack. Doch eines Tages kommt François nicht vom Joggen zurück, eine Blumenhändlerin überfährt ihn. Die schöne Nathalie muss fortan allein durchs Leben gehen, sich der Neugier der Kollegen und der Avancen ihres Chefs Charles in der schwedischen Firma, in der sie als leitende Angestellte arbeitsbesessen über der Akte 114 brütet, erwehren. Als der unscheinbare Quotenschwede Markus ihr Büro betritt, packt sie ihn unvermittelt und küsst ihn. Markus, konsterniert, geht aufs Ganze, eine Liebesgeschichte beginnt, wie sie purer, zärtlicher und empfindsamer nicht sein kann. Während in der Firma die Gerüchteküche brodelt und Charles zu brutalen Maßnahmen greift, begeben sich Nathalie und Markus auf die Flucht in den Garten der Großmutter, zurück zu den Ursprüngen von Kindheit und der gemeinsamen Lieblingssüßigkeit PEZ – und lassen sich von der Liebe überraschen.

Meine Meinung:
Nachdem Nathalie ihren Ehemann durch einen Unfall verliert, muss sie sich erst wieder ans Leben alleine gewöhnen. Eine neue Liebe kommt für sie gar nicht in Frage, diese Möglichkeit taucht nicht mal in ihren Gedanken auf, auch 3 Jahre nach dem Tod ihres Mannes nicht. Aus einer Laune heraus küsst sie eines Tages dennoch ihren Kollegen Markus, und fortan ändert sich für beide alles.
„Nathalie küsst“ ist in meinen Augen keine wirkliche Liebesgeschichte, sondern eher eine Erzählung darüber, wie sich zwei Personen kennenlernen und erkennen, dass sie eigentlich doch recht gut zusammen passen - und zu zweit besser dran sind. Dieses Kennenlernen wurde von Autor Foenkinos in eine charmante, teilweise jedoch auch leicht schrullige Geschichte eingebettet. Nathalie und Markus sind von ihrer Zuneigung zueinander meist selbst überrascht, ebenso (wenn nicht sogar noch mehr) jedoch ihre Kollegen in der Firma; beide werden daher schnell zum täglichen Gesprächsthema der Mitarbeiter. Die Gedanken der Kollegen über diese neu aufkeimende Beziehung der beiden werden hier ebenso breit getreten wie die Gedanken von Markus - einzig Nathalies Gefühlswelt bleibt weitestgehend unerklärt, obwohl einige Kapitel aus ihrer Sicht erzählt sind, und das fand ich schade. Man könnte annehmen, dass sich diese Fülle an Informationen und Reflektionen vielleicht schwer lesen ließe und man als Leser schnell den Durchblick verlieren könnte; das ist jedoch überhaupt nicht der Fall. Im Gegenteil, Foenkinos schafft es, die Geschichte in einer selten lockeren und ansprechenden Schreibweise darzulegen, gespickt mit lustigen Ausschweifungen, die mich an mancher Stelle sehr an den Film „Die fabelhafte Welt der Amelie“ erinnert haben. Einzelne Kapitel in „Nathalie küsst“ bestehen tatsächlich nur aus wenigen Stichpunkten oder Sätzen, die beispielsweise die Speisekarteninhalte eines Restaurants an jenem Tag wiedergeben, an dem Nathalie und Markus dort zusammen essen. Äußerst eigenwillig, aber sehr schöne Idee, die sich hier auch konsequent durchs Buch zieht.

Fazit:
„Nathalie küsst“ ist irgendwie typisch französisch: kurzweilig, eigenwillig, anders. Die Geschichte von Nathalie und Markus ist charmant und teils recht amüsant geschrieben. Nette Unterhaltung für zwischendurch, die sich gut an einem Tag weglesen lässt. 4 von 6 Bücherstapel.


Ein herzliches Dankeschön an Blogg dein Buch und den C. H. Beck Verlag für das Rezensionsexemplar!

Freitag, 27. April 2012

Freitagsgedanken

Tja, der ein oder andere hat es vielleicht mitbekommen (vermutlich aber eher nicht), dass sich in meiner "About me" Rubrik (ganz unten rechts in der Sidebar) die klitzekleine Zahl "26" auf "27" erhöht hat. Ich hatte Geburtstag in dieser Woche und so langsam komme ich in das Alter, wo einen das nicht immer nur freut, sondern man durchaus auch mal einen skeptischen Blick auf die letzten Jahre wirft und sich fragt "Wo um alles in der Welt ist eigentlich die ganze Zeit hin?! Ich hab doch eben noch studiert, und jetzt??". Manchmal ist halt komisch.

Lesetechnisch lief meine Woche ganz ok; ich hab endlich mal das ein oder andere Buch beendet, das hier so langsam schon Staub angesetzt hatte. Ob ich allerdings zu allen gelesenen Büchern auch eine kleine Bewertung schreiben werde, stelle ich jetzt mal in Frage; ich glaub´s eigentlich nicht. Neulich hatte ich ja schon mal drüber geschrieben, dass es eben so Bücher gibt, bei denen einem einfach nichts einfällt. Rezensionen wird es aber definitiv zu "Nathalie küsst", "The girl in the mask" und "Die Hüterin Midgards" geben, irgendwann in den nächsten Tagen.
Ab morgen erwarten mich 4 freie Tage (jippieyayeee Schweinebacke!!), an denen ich schlicht und einfach gar nichts machen will. Höchstens mir Gedanken machen, was ich als nächstes lese. Momentan lese ich als Zuglektüre "Everlasting" von Holly-Jane Rahlens, was ich bisher ganz toll finde! Spielt in der Zukunft und der heutigen Zeit gleichzeitig (Zeitreisen machen´s möglich) und ist mit total liebevollen Details umgesetzt. Bin sehr gespannt, wie´s weitergeht.

Euch ein schönes sonniges Wochenende!

Dienstag, 24. April 2012

Das Problem mit der Sprachlosigkeit...

Kennt ihr das auch? (Blöde Frage, als regelmäßige Leser kennt ihr das Problem ganz bestimmt.) Man fängt an, ein Buch zu lesen, findet den Beginn auch noch ganz nett und ist gespannt, was noch kommen mag. Dann liest man weiter und weiter und irgendwie... wird man den Gedanken nicht los, dass dieses Buch, diese Geschichte irgendwie nicht so recht zündet. Man liest sich durch den Mittelteil, bemerkt plötzlich, dass man sich freut, weil die rechte Buchseite (sprich die Buchhälfte mit den noch ungelesenen Seiten) immer schmaler und dünner wird;... - ja, man freut sich tatsächlich, dass da ein Buchende in Sicht kommt. Dass man die Geschichte bald ausgelesen hat.
Und dann schlägt man die letzte Seite um, denkt nach, geht in sich - und muss feststellen, dass man keine Meinung zu diesem eben fertig gelesenen Buch hat. Da verbringt man mehrere Stunden Lesezeit mit einem Buch, und dann fällt einem absolut nichts dazu ein, wie man das Buch fand. Man kann bestenfalls sagen, "ja, war ok" oder "hmmnöö, war nicht so meins", aber es fallen einem beim besten Willen keine Argumente ein, mit denen man diese aussagekräftigen Bewertungen untermauern könnte. Es ist immer blöd, wenn mir nach dem Lesen nichts zu einem Buch einfällt. Wenn ich nicht beim Zuschlagen eines Buches irgendeine Meinung oder Assoziation oder ein Gefühl habe, dann ist das immer ein blödes Anzeichen. Und dann brauche ich auch nicht erst tagelang überlegen; je länger ich überlege, desto weniger fällt mir dazu ein.
Es gibt so Bücher, da hat man keine Meinung zu. Oder noch schlimmer: man hat sogar eine Meinung zu, aber man kann sie nicht begründen. Da herrscht dann beim Buch-Zuklappen einfach so ein Gefühl à la "Buch gut" oder "Buch nicht gut", aber man hat keine Ahnung, warum. Das ist besonders verzwickt, wenn es sich um ein Buch handelt, von dem man versprochen hat, es zu rezensieren; also quasi darauf angewiesen ist, ETWAS dazu zu schreiben.
Ich mag sowas nicht. Und leider... habe ich zur Zeit das Gefühl, gerade auf einer Lesewelle der "naja, war ganz ok, aber ich kann nicht erklären, warum" - Bücher zu schwimmen. Ich beende momentan einige Bücher (bzw. habe sie schon beendet) und habe nicht so recht eine Meinung dazu. Und einfach eine kurze wischi-waschi Meinungsäußerung wie "tja, Buch war ok, hat mir schon gefallen" kann ich mir wohl sparen. Genau dieses Problem hatte ich in den letzten Tagen beispielweise bei "Die Flüsse von London", und da bin ich schon froh, dass mir bei der Rezension doch noch irgendetwas zu schreiben eingefallen ist. Oder auch das ebook "The curse"; das merkt man vielleicht, wie "lieblos" meine Bewertung zusammen geschustert ist. Das gleiche Problem gilt für "Wenn ich bleibe" von Gayle Forman. Ich hab es dann doch endlich mal gelesen, habe aber einfach keine wirkliche Meinung dazu. Was soll ich da schreiben? Ich glaube, ich schreibe vielleicht gar nichts dazu. Und schließlich "Nathalie küsst", das Buch, das ich über Blogg dein Buch erhalten habe. Ich habe es gestern ausgelesen, und bin momentan wirklich am Überlegen, was ich dazu sagen könnte. Irgendwie hat es da noch nicht Klick gemacht.

Was macht ihr, wenn ihr ein Buch rezensieren und beschreiben wollt, euch aber schlicht und einfach nichts einfällt? Ihr keine wirkliche Meinung dazu habt, oder sie einfach nicht begründen könnt?

Sonntag, 22. April 2012

In my mailbox...: Bücherflut

So schöne neue Bücher diese Woche, und für 3 davon hab ich nicht mal was ausgegeben...


"Die Hüterin Midgards" von Ivo Pala habe ich über das amazon Vine-Programm bekommen. Eigentlich bin ich ja kein wirklicher Fantasy-Leser. Aber in den Buchbewertungen überschlagen sich alle mit Lob für dieses Buch, so toll soll es geschrieben sein; und ich habe die leise Hoffnung, dass sich Elfen, Elben und Kobolde hier nicht zu sehr die Klinke in die Hand geben... ;)
Bei Blogg dein Buch gab es "Nathalie küsst" von David Foenkinos, in der Filmausgabe, da das Buch bereits verfilmt wurde und jetzt in diesen Tagen in den Kinos anläuft.
Ganz besonders gefreut (mit einem Quieken beim Aufreißen!) habe ich mich allerdings über "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" von Rachel Joyce, welches ich quasi einfach so vom Fischer Verlag bekommen habe. Vor ein paar Wochen hatte ich eben dieses Buch im Original auf englisch im Waterstones in London in der Hand und habe hin und her überlegt, ob ich es mir mitnehme. Ich hatte das Cover gesehen, die Kurzbeschreibung gelesen und mich praktisch sofort in das Buch verliebt. Dass ich es letztlich doch dagelassen habe, lag nur daran, dass ich es schlicht und einfach nicht mehr ins Handgepäck bekommen habe. (Und die bei Ryanair sind manchmal ziemlich fies, wenn´s um das Gewicht des Handgepäcks geht...) Nun habe ich es jedenfalls auf deutsch hier liegen, darf es JETZT schon lesen (es erscheint erst Mitte Mai) und das Beste: mit dem Buch ist eine kleine Lesereise geplant. Nach dem Lesen soll es an andere Leser weitergegeben und auf Reisen geschickt werden. Die Aktion finde ich so schön, da mache ich natürlich mit!



Gegönnt habe ich mir in dieser Woche auch noch 2 weitere Bücher. "Everlasting" von Holly-Jane Rahlens habe ich neulich erst entdeckt, es klingt aber so wunderbar und hat bisher auch nur tolle Rezensionen - das will ich lesen!!! Und um "Will Grayson, Will Grayson" schleiche ich schon ein paar Wochen rum. Mittlerweile ist es bereits auf deutsch erschienen, aber ich wollte es irgendwie lieber im Original haben.
Schließlich gab es auch noch neues Futter für meinen Kindle, nämlich "Virtue" von Amanda Hocking.


"Die Flüsse von London" - Ben Aaronovitch

dtv Verlag, 2012
9,95 Euro

Handlung:
Peter Grant ist Police Constable in London mit einer ausgeprägten Begabung fürs Magische. Was seinen Vorgesetzten nicht entgeht. Auftritt Thomas Nightingale, Polizeiinspektor und außerdem der letzte Zauberer Englands. Er wird Peter in den Grundlagen der Magie ausbilden. Ein Mord in Covent Garden führt den frischgebackenen Zauberlehrling Peter auf die Spur eines Schauspielers, der vor 200 Jahren an dieser Stelle den Tod fand.
(Quelle: amazon)

Meine Meinung:
Ich bin wirklich am Hadern, wie ich dieses Buch einschätzen soll. Die Bewertung fällt mir schwer, weil es weder ein überragend guter Roman war, noch war er schlecht.
Einerseits bietet der Autor Aaronovitch hier eine bunte skurrile und spritzige Geschichte um merkwürdige Gestalten, Zaubereien und Mordfälle. Diese spielt obendrein ein London, und ich finde, der Schauplatz hätte hier nicht besser gewählt worden sein. London als Heimat des Außergewöhnlichen - bingo! Und so startet die Geschichte bereits auf der ersten Seite mit folgender passender Feststellung:

"Er streifte die Gestalt auf dem Boden mit dem typischen Londoner Blick - einem schnellen Seitenblick, mit dem man im Vorbeigehen feststellt, ob es sich um einen Betrunkenen, einen Bekloppten oder um einen Menschen handelt, der Hilfe braucht." (S. 5)

"Die Flüsse von London" strotzt nur so vor interessanten Anekdoten und Ausführungen darüber, warum London gerade so ist, wie es ist. An vielerlei Stellen bringt einen das wirklich zum Schmunzeln.
Leider kam jedoch bei mir irgendwann der Punkt, an dem auch das die Gesamthandlung nicht mehr rausreißen konnte. Den Mittelteil fand ich - trotz diverser Mordfälle - irgendwie zäh und ohne rechten Pepp, der einen weiterhin locker durch die Geschichte getragen hätte. Tatsächlich hab ich hier und da Seiten ungelesen überschlagen, ich gebe es zu - das ist bei mir nie ein gutes Zeichen.
Peter Grant, die Hauptfigur, wirkt zwar wie ein netter Kumpane, allerdings bleibt er durchweg eine gesichtslose Maske. Ich finde, er war ein schwer zu greifender Charakter, da man zwar viel über seine Vergangenheit und Familie erfährt, aber eigentlich nichts Handfestes über ihn, seine Gedanken, seinen Antrieb. Getreu dem Motto "ich hab gerade nichts anderes zu tun, warum also nicht?!" wird er Zauberlehrling in einer Untereinheit der Londoner Metropolitan Police; hinterfragt dieses ganze Geschehen aber nicht. Von einem Tag auf den anderen erfährt er von der Existenz von Vampiren, Themsegöttern, Zaubersprüchen - na gut, warum auch nicht?! Diese ganze Magie - und Zauberspruch- Sache funktioniert hier wie ein Selbstläufer, etwas, das nicht hinterfragt wird; und das fand ich partiell etwas befremdlich. Von dem angepriesenen "Harry Potter für Erwachsene" habe ich leider nichts gespürt, dafür fehlt der Geschichte der Charme.
Auch die parallel ablaufende Nebenhandlung rund um die Themsegötter und ihre Hoheitsansprüche leuchtete mir nicht so recht ein, zumal die beiden Erzählstränge wenig miteinander zu tun hatten.
Mir kam es an mancher Stelle fast so vor, als hätte der Autor viele gute Einzelideen für einen Roman gehabt und aber nicht so recht gewusst, wie er diese am besten miteinander kombiniert und verknüpft. Herausgekommen ist dadurch "Die Flüsse von London", ein wahres Sammelsurium von außergewöhnlichen Gestalten, aufregenden Mordfällen und interessanten Schauplätzen - jedoch alles verpackt in eine konfuse Rahmenhandlung, die leider nicht durchgängig spannend und überzeugend wirkt.

Fazit:
Ich pendele mich mit meiner Meinung beim Mittelmaß ein und gebe 3 Bücherstapel.

Samstag, 21. April 2012

"The curse - Vanoras Fluch" - Emily Bold

Kindle Edition, 2011

Handlung:
Die Außenseiterin Samantha findet im Nachlass ihrer Großmutter ein altes Amulett. Wenig später führt ein Schüleraustausch die Siebzehnjährige nach Schottland. Kaum bei ihrer Gastfamilie angekommen, wird sie bereits von den Sagen und Mythen des Landes in den Bann gezogen. Als sie dann auch noch den attraktiven Schotten Payton kennenlernt, gerät ihre Welt vollends aus der Bahn. Der mysteriöse Highlander erobert Sams Herz im Sturm. Im Strudel der Gefühle bemerkt sie nicht, in welcher Gefahr sie schwebt, denn was sie nicht ahnt: Paytons Vergangenheit birgt ein dunkles Geheimnis. Ein Geheimnis, das die Schicksale ihrer beider Familien seit Jahrhunderten untrennbar miteinander verbindet und welches nun auch Sam in Lebensgefahr bringt …
(Quelle: amazon)

Meine Meinung:
Bei der Bewertung dieser Geschichte bin ich leider völlig hin- und hergerissen. "The curse" ist durchaus gute Unterhaltung in einer netten Rahmenhandlung, allerdings ist da nichts Bleibendes, nichts wirklich Besonderes dran.
Das Hauptmanko dieses ebooks sind die zahlreichen Rechtschreib- und Interpunktionsfehler, die mir das Lesen manchmal ziemlich madig gemacht haben. Da merkt man dann doch, wofür ein Lektorat sonst zuständig ist; da das Korrektur- und Drüberlesen hier vermutlich etwas zu kurz gekommen ist.
Manche Szenen fand ich unglaublich gut und intensiv geschildert, z.B. das erste Aufeinandertreffen von Sam und Payton. An anderer Stelle wirken die Dialoge und Beschreibungen dagegen geradezu zusammengeschustert und ohne "den letzten Schliff", so beispielsweise der ganze Showdown, der (leider) in den USA und nicht mehr in den schottischen Highlands spielt.
Von eben dieser schottischen Kulisse hätte ich mir insgesamt auch einfach mehr gewünscht, mehr Atmosphäre und Landestypisches. Das kam irgendwie recht kurz.
Die abwechselnde Erzählperspektive zwischen Sam und Payton fand ich durchaus gelungen, auch wenn mir manchmal der tiefere Sinn dahinter nicht ganz einleuchtete. Völlig verwundert hat mich dann, als auch noch für ledigliche 1 oder 2 Kapitel Sams Freunde zu Wort kamen und berichten durften, was sie während Sam´s Abwesenheit gerade in den USA machen. (?)
"The curse" schließt letztlich mit einem ziemlichen Cliffhanger, der - zugegeben - schon neugierig auf weitere Verwicklungen macht - mehr aber eben auch nicht.

Fazit:
Durchwachsene Geschichte, daher auch eine durchwachsene Meinung auf meiner Seite. Ich pendele mich mal bei guten 3,5 Bücherstapeln ein.

Freitag, 20. April 2012

Freitagsgedanken

Freitag!!! Endlich frei. Zumindest 2 Tage. Die Woche hat sich irgendwie gezogen wie Kaugummi, oder? Ging´s irgendwem auch so?
Kleines Wochenfazit: nicht viel passiert. Ich muss mich für meinen Job jetzt in die Geheimnisse des Programmierens am PC einarbeiten - herrje! Bei mir ploppten schon stets jede Menge Fragezeichen vor meiner Stirn auf, wenn ich mal versucht habe, am html- Code meines Blogs was zu verändern (mittlerweile lasse ich das, es bringt eh nichts außer Fehlermeldungen). Tja, jetzt sitz ich hier vorm Bildschirm und sehe nur Kürzel pic. port_code und Zeichen *#; und Klammern ( ) und Punkte und mittendrin fette #Error! Meldungen und und und ... und soll mich damit anfreunden, weil ich irgendwann mal selbst ganze Experiment-Reihen damit selbst erstellen muss darf. Noch (!) bin ich optimistisch :(

Eben habe ich eine Email von The Book Depository bekommen mit einem 10%- Gutschein. Na dankeschön. Da weiß ich ja, wo ich mir am Wochenende was bestellen werde... 10% kann man schließlich nicht einfach so verfallen lassen *sabber*

Lesetechnisch komme ich momentan kaum voran. Ich hab Unmengen von angefangenen Büchern, immer mal so die ersten 50 Seiten gelesen und dann ein anderes angefangen. Warum auch immer, das ist eine Unart von mir. Ich bin guter Dinge, dass ich "Wenn ich bleibe" von Gayle Forman an diesem Wochenende fertig lese - wird Zeit, damit ich das Christine endlich mal zurück schicken kann, die so nett war, mir das zu leihen.
Mal eben im Überblick, an welchen Büchern ich aktuell sitze:

- "Wenn ich bleibe" von Gayle Forman
- "Die Flüsse von London" von Ben Aaronovitch
- "Die Hüterin Midgards" von Ivo Pala
- "Nathalie küsst"  - David Foenkinos
- "Die falsche Tochter" von Nora Roberts
- "Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner" von Kerstin Gier
- "The girl in the mask" von Marie-Louise Jensen
- "Percy Jackson: The last olympian" von Rick Riordan
- "Sie und Er" von Andrea de Carlo
- "Virtue" von Amanda Hocking

Muss ich noch irgendwas sagen??? 2 Tage Wochenende sind einfach viel zu wenig im Vergleich zur Restwoche.
Übel ist das Ganze obendrein auch deshalb, weil ich das Gefühl habe, bei allen Challenges, an denen ich teilnehme, hinterher zu hängen. Ich wollte in diesem Monat eigentlich noch "Finding Sky" lesen, einmal als Buch für die Lieblingsbuch-Challenge und zum anderen für die Englisch-Challenge (2 Fliegen mit einer Klappe und so...), aber nun hat der April schon wieder nur noch so wenige Tage und wenn ich mir die Liste (s.o.) anschaue, fange ich lieber kein weiteres Buch mehr an :(
Apropos Challenge: ich bin kurz (so kurz: (_____) ) davor, die "2. Chance Challenge" abzubrechen. Zum einen hatte ich die Regeln für mich ja sowieso eher so ausgelegt, bereits bekannte Bücher einfach nochmal zu lesen - von einer 2. Chance kann da nicht wirklich die Rede sein. Und dann sehe ich mich in den nächsten Monaten auch nicht wirklich zu meinen "alten" schon bekannten Büchern greifen, dafür gibt´s einfach viel zu viel Neues, und meine SuB-Bücher stapeln sich ja auch bei mir. (Das war eigentlich doppelt gemoppelt. Na egal.)


Montag, 16. April 2012

Mal was anderes: lustige Suchbegriffe

Ab und zu werfe ich einen Blick in die Blog-Statistik und stolpere dabei über Suchbegriffe, mit denen bzw. durch die mein Blog im Netz gefunden und aufgerufen wurde. Von euch da draußen. Auch wenn es mich unglaublich freut, dass sich immer mal jemand hierher verirrt und auch was nettes zu sagen hat..., komme ich nicht umhin, mich zu fragen, WIESO manche Leute mit bestimmten Suchbegriffen bei mir landen.
Hier mal eine kleine Auswahl der letzten Monate:

"Entschuldigung für Termin Schule"
Da hat wohl jemand vor, zu schwänzen? 

"altmodische Abendkleider"
wtf?? Ich hab keins. Zum Glück. Wobei... kommt drauf an, wie man altmodisch definiert. Die Abendkleider zu Zeiten von Jane Austen hatten schon was.

"wann fängt die 12. Stunde an?"
Kommt drauf an, wann man anfängt zu zählen. 
 
"vergisses und treume weiter"
Man beachte den Rechtschreibfehler.
 
"seicht romantisch"
Oh ja, immer mal gern.

"wann, wenn, als, aber und sondern"
Ich gebe jetzt mal eine gewagte Schätzung ab: ich wette, dass in JEDEM Buch auf dieser Erde diese Worte an irgendeiner Stelle zu finden sind.
 
"Zufall plötzlich weg"
Tja. Wenn der Zufall plötzlich weg ist, dann würde ich mal sagen, hat das Schicksal seine Hände im Spiel.
 
"Ich vermisse meine Frau"
Das tut mir leid. Bei mir werden Sie sie aber nicht finden.

"Nette Feen"
Ich hätte gern eine.

Sonntag, 15. April 2012

"Zeitenlos: Der Anfang" - Shelena Shorts

Baumhaus Verlag, 2012
8,99 Euro

Reihe:
"The pace" (dt.: Zeitenlos)
"The broken lake"
"The iron quill"

Handlung:
Sophie ist gerade mit ihrer Mutter nach Kalifornien gezogen und eigentlich ganz zufrieden mit ihrem Leben. Doch dann rammt sie beim Ausparken das Auto eines Jungen, der unglaublich charmant und gut aussehend ist. Sophie kann nicht aufhören, an ihn zu denken, aber als sie Weston wiedersieht, merkt sie schnell, dass er etwas vor ihr verbirgt. Warum lebt er allein in einem riesigen Haus? Woher hat er all seinen Reichtum? Und was sind das für Forschungen, die er in seinem Labor durchführt? Die Wahrheit ist so unfassbar, dass Sophie sie zuerst gar nicht glauben kann...
(Quelle: amazon)

Meine Meinung:
Ausgehend vom Klappentext und dem Lesen der ersten gut 100 Seiten dachte ich zunächst, hier würde es um Zeitreisen gehen - warum, kann ich eigentlich auch nicht genau erklären. Korrektur: darum geht es nicht. Dennoch spielt das Thema "Zeit" eine große Rolle im Leben von Weston, kurz Wes. Sophie lernt ihn eines Tages kennen und beide sind sich auf Anhieb sympathisch. Mehr als das; scheinbar weiß Weston mehr über sie, als er vor Sophie zugeben mag, und Sophie bekommt mehr und mehr das Gefühl, dass ihr Aufeinandertreffen nicht ganz zufällig passiert ist...
"Zeitenlos" hat mir an und für sich ziemlich gut gefallen. Ich fand es unglaublich schön geschrieben. Nicht zu ausschweifend, aber dennoch mit viel Gespür für Beschreibungen, die in manch anderen Büchern zu kurz kommen. Sehr viel Raum wird den Gedankengängen und Überlegungen von Sophie eingeräumt, die hier als Ich-Erzählerin agiert. Dadurch fühlt man sich ihr unweigerlich verbunden und kann das zarte Flattern im Bauch, das sie angesichts des umwerfenden Weston erlebt, direkt mitfühlen. Natürlich ist Weston ein unglaublicher Held, der nicht nur fantastisch aussieht, sondern obendrein auch noch intelligent ist und ne Menge Geld sein Eigen nennen kann. Klingt oberflächlich? Ist es in meinen Augen auch ein klein wenig. Weston ist zwar wirklich sympathisch, aber für meinen Geschmack hätte er schlicht und einfach einen Tick "durchschnittlicher" sein können, ein Normalo eben. Ich weiß nicht, wieso in so vielen Büchern die Protagonisten immer Extreme darstellen müssen.
"Zeitenlos" hat mich inhaltlich an diversen Stellen an andere Bücher erinnert, die diesen oder jenen thematischen Aspekt auch schon mal aufgegriffen haben; so z.B. an "Elixir" von Hilary Duff, welches ebenfalls gerade auf Deutsch erschienen ist. (Achtung: "The pace", also "Zeitenlos" im Original, ist früher erschienen als "Elixir".) Insofern erfindet dieses Buch von Shelena Shorts das Rad zwar nicht neu, liefert aber interessante Begründungen für - ich nenne es mal "Westons Andersartigkeit", nette Charaktere und ein sehr cliffhanger-artiges Ende, das direkt Lust auf den zweiten Teil macht, der unter dem Titel "The broken lake" bereits auf Englisch erschienen ist.
"Zeitenlos" bietet gute und kurzweilige Unterhaltung für Freunde von jugendlich-romantischen Geschichten mit dem gewissen Extra an übernatürlichen Begebenheiten. Und ein Trilogie-Auftakt ist es auch; was will man also mehr?! ;) Die englischen Cover finde ich allerdings wesentlich ansprechender als das deutsche vom ersten Teil.

Fazit:
Durchaus lesenswert, auch wenn man keinen mitreißenden Lesestoff erwarten sollte, der einen tagelang nicht wieder loslässt. Gute 4,5 Bücherstapel.


Die englischen Titel der Reihe.

Samstag, 14. April 2012

In my mailbox...: frustgeshoppt

Eben habe ich in meinen Bücherregalen Staub gewischt und musste permanent den Kopf schütteln. Warum? Weil ich festgestellt habe, dass ich einfach zuviele Bücher habe. Und das ist nicht nur so eine Floskel, so ein halb-ernst-gemeintes Gejammere... nein, ich hab WIRKLICH viel zu viele Bücher. Ich meine, das sind wirklich schon soviele, dass ich beim Staubwischen nur noch drumherum wische, weil ich keine Lust habe, da alles rauszunehmen; und sich in meinen Regalen die Bücher nicht nur in einer Reihe befinden (wie es wohl sein sollte), sondern ich Bücher bereits in 2. und 3. (!) Reihe voreinander und übereinander stapeln muss, weil sonst kein Platz ist. Ich mag das nicht.
Habt ihr gewusst, dass man auf so einen Regalboden eines Billyregals (eines bekannten schwedischen Möbelherstellers) "nur" 15 kg packen darf bzw. sollte? Also... ich kann mal mit Sicherheit feststellen, dass so ein Regalbrett auch weit mehr als 15 kg aushält. Beult sich in der Mitte halt nur ein bißchen nach unten aus... o.O

Tja nun, sei´s drum. Ich hab ja neulich schon rumgemurrt, dass ich letzte Woche einen Anfall von Frust-online-Shopping hatte. Bücher sind´s geworden. (Und Schuhe *hüstel*). Bei Arvelle habe ich mich durch die Seiten geklickt und mehr oder weniger hemmungslos Bücher in den Warenkorb gepackt, die ich irgendwann schon mal haben wollte. So sind es denn dort die folgenden geworden:


Kerstin Gier: "Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner"
Kai Meyer: "Schweigenetz"
Isabel Wolff: "Der Stoff, aus dem die Liebe ist" (das Buch habe ich netterweise gratis dazu bekommen, weil... nun ja, mein Bestellwert so hoch war... *schäm*)
William Coles: "Das limonengrüne Zimmer"
Lisa McMann "Wake"
Cornelia Funke: "Geisterritter"



"Zeitenlos" von Shelena Shorts habe ich mir kurzerhand so gekauft, weil´s gerade erst neu erschienen ist, und irgendwie nett klang. Die Inhaltsangabe klingt auch ein wenig nach der Edelsteintrilogie von Kerstin Gier; auch wenn ich davon bisher noch nicht so viel gemerkt habe. Ich bin jetzt ca. bei Seite 130, und auch wenn die Story ganz nett geschrieben ist, ist bisher nicht wirklich viel passiert. Ich lese mal gespannt weiter.
Und "Die Flüsse von London" habe ich aus dem amazon Vine-Programm. Die Bewertungen lassen zwar eher ein mittelprächtiges Buch vermuten, aber ich habe mich sehr von den Anpreisungen à la "Harry Potter für Erwachsene" oder "spannend, liebenswürdig, mit Humor" mitreißen lassen. Hoffentlich nicht umsonst ;) Außerdem habe ich ja ne Schwäche für London.

Eben (dann doch mal!) habe ich es auch endlich geschafft, meine zahlreichen Leseproben und Verlagsvorschauen, die ich noch seit der Büchermesse hier liegen hatte, durchzusehen. Mit folgendem Ergebnis: Meine Wunschliste bei amazon ist soeben von 226 auf 249 Elemente raufgeklettert. Mein Bruder hat gestern schon mal scherzhaft gefragt, ob ich nicht mal die gesamte Liste in den Warenkorb packen will um zu sehen, wie teuer das wäre. Ich hab es NICHT gemacht. Den Spaß gebe ich mir (und ihm) nicht. Nachher klicke ich noch aus Versehen auf "Bestellen"...

Mittwoch, 11. April 2012

"Nachricht von dir" - Guillaume Musso

Pendo Verlag, 2012
14,99 Euro

Handlung:
Als sich Madeline und Jonathan am Flughafen begegnen, denken sie nicht im Traum an ein Wiedersehen. Doch hat das Schicksal anderes mit ihnen geplant: Ihre Leben sind schon seit Langem miteinander verknüpft - genau wie tiefe Wunden aus der Vergangenheit, die sie nun mit aller Macht einholen ... New York, John-F.-Kennedy-Flughafen. Ein Mann und eine Frau prallen im Schnellrestaurant aufeinander - und fluchen. Ein Sandwich fällt zu Boden, ein Glas Cola wird verschüttet, beide kehren sich den Rücken, um sich nie wiederzusehen. Doch zu Hause angekommen - er in San Francisco, sie in Paris -, stellen sie fest, dass sie ihre Handys vertauscht haben. Handys, in denen intimste Informationen gespeichert sind. Sie beginnen, das Telefon des anderen zu durchstöbern, und was sie dort entdecken, erscheint ihnen wie ein Wink des Schicksals: Denn ihre Leben sind bereits seit langer Zeit miteinander verknüpft - durch ein Geheimnis aus der Vergangenheit, das sie nun einzuholen droht. Es beginnt eine atemlose Jagd, bei der die beiden alles riskieren, an ihre Grenzen gehen und das Unmögliche möglich machen.

Meine Meinung:
Guillaume Musso hat mit "Nachricht von dir" eine rundum hübsche Geschichte geschaffen, die als außergewöhnliche Liebesstory beginnt und sich zum Ende hin sogar noch zum spannenden Thriller entwickelt. Insofern ist in diesem Buch jede Menge enthalten: schöne Schauplätze, die wunderbar in Worten eingefangen wurden; sehr interessante und vielschichtige Charaktere, die eine Vergangenheit aufzuweisen haben, die sie heute noch verfolgt, und eine mitreißende Geschichte ums Kennenlernen zweier Personen, die sich als wahrer Pageturner entpuppt. Tatsächlich hatte ich das Buch in gut 1,5 Tagen durch. 
Musso erzählt in - typisch französischer - charmanter Art, wie 2 völlig Fremde aus Versehen ihre Handys vertauschen und damit ungewollt Steine ins Rollen bringen, die beide - wenn nicht schon längst vergessen -, dann doch wenigstens verdrängt glaubten. Dabei machen Jonathan und Madeline nur das, was vermutlich jeder Neugierige machen würde: einen Blick wagen. Sie gucken in das Handy des Anderen. Sie werfen einen Blick in die SMS- und E-Mail-Konten, schauen sich die Fotos auf dem Speicher an, scrollen sich durch die Apps. Nun stellt sich die Frage: was sagt der Inhalt eines Handys über dessen Benutzer aus? Spiegelt sich dort womöglich gar die Persönlichkeit des Besitzers wieder? Manch einer mag das schulterzuckend abtun und sich die nächste App runterladen; aber tatsächlich verraten SMS-Inhalte, die häufig genutzten Apps und die geschossenen Fotos doch eine Menge über denjenigen, der sie gemacht, installiert und geschrieben hat. Und so bilden sich auch Madeline und Jonathan rasch eine Meinung über die Person, dessen Handy sie da in der Hand halten. Richtig liebevoll und reizend entwickelt Musso dann ein Szenario des Sich-Kennenlernens: über kleine Sticheleien via SMS kommen sich beide näher, versetzen sich in die Lage des Anderen und tauchen immer tiefer in dessen Vergangenheit ein - immer quer über den Atlantik hinweg, er in San Francisco, sie in Paris. Bis... bis beide feststellen, dass es etwas gibt, das sie verbindet. Ein tragischer Vorfall, der ihre beiden Leben - unwissend voneinander - vor einigen Jahren berührt hat. Und der nun plötzlich wieder an Bedeutung gewinnt.
Ich fand "Nachricht von dir" unglaublich gut und unterhaltsam geschrieben. Trotz der merkwürdigen Art des Sich-Kennenlernens kommt die Geschichte durchaus plausibel und nachvollziehbar voran. Den kleinen Schlagabtausch per SMS zwischen beiden Protagonisten fand ich sehr amüsant zu verfolgen und die ständig präsente Frage "Was ist denn jetzt? Lernen sie sich noch richtig kennen?" begleitet einen durchgängig durchs Buch. Etwas irritiert war ich, als die Story plötzlich eine kleine Wende bekam und sich vom "bloßen" Roman mehr und mehr zum Thriller mit entsprechenden kriminalistischen Elementen entwickelte. Das kam etwas unerwartet, hat der Spannung aber keinen Abbruch getan - im Gegenteil. Dennoch, wer anhand der Inhaltsangabe eine rosarote zuckersüße Romanze erwartet, ist hier falsch. Zuneigung, Verliebtsein - spielt zwar alles eine Rolle, wird im letzten Buchdrittel jedoch eher etwas in den Hintergrund geschoben. Das Einzige, das ich hier ein wenig kritisch zu bekritteln habe, ist der Umstand, dass offenbar weder Geld noch Zeit eine wirkliche Rolle spielen - und scheinbar bei beiden Figuren mehr als genug vorhanden sind. So ist es denn auch kein Problem, mal eben von Paris nach San Francisco zu fliegen und nur ein paar Stunden später direkt weiter nach New York. Das kommt leider nicht so ganz überzeugend rüber, zumal zwar immer mal von "Jetlag" die Rede ist; man anhand der Gedankenspiele und Kombinierkünste der Protagonisten aber nicht wirklich glauben kann, dass da jemand einen Durchhänger haben soll. Ansonsten ist "Nachricht von dir" eine wunderbar charmant erzählte Geschichte, die ihren besonderen Reiz dadurch erhält, dass der Autor in seiner Danksagung darauf verweist, dass ihm eben dieser Handytausch selbst passiert ist und ihn zu dieser Geschichte inspiriert hat.

Fazit:
Nach dem Lesen dieses Buches überlegt sich der ein oder andere vielleicht zweimal, was er/sie alles auf dem Handy hat und was das über ihn oder sie aussagt. An alle, die es interessiert, wie ein solch versehentliches Vertauschen zweier Handys mehrere Leben verändern kann, sei hiermit eine ausdrückliche Leseempfehlung ausgesprochen. 
 

Samstag, 7. April 2012

In my mailbox...

In meiner "mailbox" gab´s diese Woche 1 Buch. Nur. Eigentlich nicht schlecht, könnte man meinen, wüsste ich nicht, dass mich dafür in der nächsten Woche gleich mehrere neue Bücher erwarten - ich hatte am Donnerstag nämlich einen Anfall von Frust-Bücher-Shopping. Und das wird sich nächste Woche rächen :(
Diese Woche gab es aber zunächst mal diesen kleinen Schatz:

Guillaume Musso: "Nachricht von dir"
New York, John-F.-Kennedy-Flughafen. Ein Mann und eine Frau prallen im Schnellrestaurant aufeinander - und fluchen. Ein Sandwich fällt zu Boden, ein Glas Cola wird verschüttet, beide kehren sich den Rücken, um sich nie wiederzusehen. Doch zu Hause angekommen - er in San Francisco, sie in Paris -, stellen sie fest, dass sie ihre Handys vertauscht haben. Handys, in denen intimste Informationen gespeichert sind. Sie beginnen, das Telefon des anderen zu durchstöbern, und was sie dort entdecken, erscheint ihnen wie ein Wink des Schicksals: Denn ihre Leben sind bereits seit langer Zeit miteinander verknüpft - durch ein Geheimnis aus der Vergangenheit, das sie nun einzuholen droht. Es beginnt eine atemlose Jagd, bei der die beiden alles riskieren, an ihre Grenzen gehen und das Unmögliche möglich machen.

Freitag, 6. April 2012

"Als die schwarzen Feen kamen" - Anika Beer

cbj Verlag, 2012
12,99 Euro

Handlung:
Völlig unerwartet wird die fünfzehnjährige Marie von Gabriel, dem Schwarm ihrer Mitschülerinnen, angesprochen. Gabriel vermag die Wesen zu sehen, die sich im Schatten der Menschen verbergen, und in Maries Schatten bemerkt er etwas Beunruhigendes: einen Schwarm gefährlich anmutender schwarzer Feen. Gabriels Angebot, ihr zu helfen, lehnt Marie zunächst ab, doch als es den Feen gelingt, in die Realität einzubrechen, geht sie erneut auf ihn zu. Gemeinsam versuchen sie, das Wesen der schwarzen Feen zu ergründen. Dabei stoßen sie auf eine düstere Stadt aus Obsidian, die Marie einst in ihrer Phantasie erschuf, die jetzt aber von den schwarzen Feen beherrscht wird. Mit Gabriels Hilfe will Marie es wagen, die Obsidianstadt zu betreten, um sich den Feen zu stellen …
(Quelle: amazon)

Meine Meinung:
Mein erster Gedanke war: "Feen?! Hm, ist jetzt nicht so meins." Aber zum Glück bin ich diesem ersten Gedanken nicht gefolgt, sondern habe "Als die schwarzen Feen kamen" angefangen zu lesen und mich schon nach einigen Seiten völlig in der Geschichte von Marie und Gabriel verloren.
Marie war mir vom ersten Moment an sympathisch; nicht nur, weil sie sich in der Schule Problemen und  freundschaftlichen Sticheleien gegenüber sehen muss, die auch mir noch aus meiner Schulzeit bekannt vorkommen. Sie wird hier zwar als recht hilfloses Mädchen dargestellt, das vieles nur über sich ergehen lässt, ohne den Mund aufzumachen - aber letztlich passt das zu ihr und zu dem, was mit ihr passiert. Gabriel ist ein ebenso ruhiger Geselle, mit seinen 2 Jahren Ältersein (und seiner Vergangenheit) strahlt er aber eine Abgeklärtheit und Zuversichtlichkeit aus, die genau das ist, was Marie fehlt. "Da haben sich 2 gefunden", könnte man jetzt sagen. Und ja, zwischen beiden entwickelt sich auch eine sehr angenehme und glaubwürdige Zuneigung. Was ich hier aber sehr schön fand, war der natürliche Rahmen, in dem sich diese ergibt. Hier wird nichts übertrieben oder schnell von der Autorin vorangetrieben; stattdessen begleitet der Leser Marie und Gabriel bei ihren kleinen Schritten aufeinander zu und kann nachvollziehen, wieso nach nur 1 Woche Bekanntschaft zwischen den beiden alles anders ist.
Ich fand das Konzept, das hinter der Herkunft der Feen steckte, eine sehr schöne Idee: für jeden schlechten Gedanken oder böse Idee, die man irgendwann hatte, entsteht eine solche böse "dunkle" Fee, die einen dann umgibt. Auch die Erklärung der Schattenkreaturen, die nur von Gabriel gesehen werden können, und die auf eine interessante Art und Weise das Wesen ihrer jeweiligen Besitzers wiederspiegeln, hat mir gefallen.
Trotzdem blieben bei mir am Ende einige Aspekte ungeklärt. So leuchtete mir beispielsweise nicht ein, wieso Gabriels Schattenwesen eine so durch und durch böse Gestalt sein soll, ein "Biest", wie er es selbst nennt - wenn diese Persönlichkeitseigenschaften bei Gabriel selbst doch so offensichtlich nicht vorhanden sind.
Das Interessante in diesem Buch ist der Umstand, dass das Geschehen, der Kernpunkt des Ganzen, irgendwie unwirklich erscheint: Schattengestalten, Feen, eine Obsidianstadt in Maries Träumen - das scheint alles nicht wirklich "real" zu sein. Das mag man manchmal glatt vergessen beim Lesen, bis dann plötzlich wieder offensichtlich wird, dass alles in die Realität eingebettet ist, wenn man von einem Café im Schanzenviertel in Hamburg liest, oder vom Schulalltag Maries beispielsweise.
Die Geschichte bedient sich durchgängig ruhiger Töne, die noch dazu von einer sehr schönen Sprache der Autorin leben. Diese leichte und trotzdem stets auf den Punkt treffende Schreibweise trägt einen durch die Sätze; und die schönen und lebendigen Beschreibungen (sowohl rein äußerliche als auch vor allem der Gedanken und Gefühle) haben das Bild von Marie, die durch das verschneite Hamburg läuft, vor meinen Augen entstehen lassen.
Der ein oder andere mag "Als die schwarzen Feen kamen" als Jugendbuch deklarieren; in meinen Augen ist es aber soviel mehr, und auch bei Erwachsenen dürften sich hier Erinnerungen an die eigene Kindheit und damit verbundene Träume und Ängste zurückmelden.

Fazit:
Sehr schöne und lesenswerte Geschichte um verdrängte Erinnerungen, böse Gedanken, die einen verfolgen, um Freundschaft und das Kribbeln der ersten Liebe - alles verpackt in wunderbare Worte und genaueste Beobachtungsgabe. 5 Bücherstapel.
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