Montag, 17. Dezember 2012

"Asche und Phönix" - Kai Meyer

Carlsen Verlag, 2012
19,90 Euro

Handlung:
Parker und Ash haben nichts gemeinsam. Er ist Hollywoods größter Jungstar, das Gesicht des Magiers Phoenix aus den »Glamour«-Filmen. Sie ist eine »Unsichtbare«, nirgends zu Hause, getrieben von der Angst, wie alle anderen zu sein. Doch dann erwischt Parker Ash in seiner Londoner Hotelsuite, wo sie gerade sein Bargeld klaut. Parker kann sein Leben im Fokus der Medien nicht mehr ertragen. Und nutzt die Chance, mit Ash vor den Fans und Paparazzi zu fliehen. Dabei scheint er geradezu körperlich abhängig von Ruhm und Aufmerksamkeit. Ihre gemeinsame Flucht führt sie durch Frankreich an die Côte d’Azur – auf den Spuren eines teuflischen Paktes, verfolgt von einer dämonischen Macht, die sie gnadenlos jagt.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Die Grundidee hinter "Asche und Phönix" fand ich sehr interessant und auch schön zu lesen. Für ein paar Stunden konnte ich mich in die Geschichte um Ruhm, Machthunger und Gier fallen lassen und ein wenig in die (un)schöne Welt der Reichen und Berühmten blicken.
Allerdings fiel es mir schwer, mir die beiden Figuren Ash und Parker richtig vorstellen zu können. Ich kann nicht genau erklären, woran das lag, aber jedes Mal, wenn ich von den Zweien gelesen habe, hatte ich Probleme, beide mit ihren Persönlichkeiten und auch Äußerlichkeiten greifen zu können. Das lag nicht unbedingt an mangelnder Beschreibung, aber wohl eher an der Tatsache, dass ich mich nur schwer mit einem von beiden identifizieren konnte. Filmstar und Borderliner Parker und die stets-einsame Außenseiterin Ash sind nun mal recht spezielle Charaktere, die man nicht alle Tage und auch nicht in jedem Buch findet. Das mag man Kai Meyer wieder sehr zugute halten: bei ihm findet man irgendwie stets etwas Neues, das man so noch nicht kennt, so noch nicht gelesen oder gesehen hat. Trotzdem konnte mich die Geschichte um Ash und Parker nicht vollends zufrieden stellen. Am Ende des Buches hatte ich noch viele Fragen im Kopf, einiges leuchtete mir nicht ein, manches wollte ich auch einfach nicht glauben (z.B. die Tatsache, dass ein berühmter Filmstar - wie Parker einer sein soll - einfach ohne Probleme und ohne jegliche Security flüchten kann, obwohl er doch eigentlich angeblich ständig unter der Fuchtel seines Vaters stehen soll. Gleichzeitig frage ich mich, wieso Parker es sich gefallen lassen sollte, völlig ohne Geld und Kreditkarte dazustehen, weil sein Vater nicht möchte, dass er selbst über sein Geld entscheidet. Klang in meinen Ohren irgendwie unglaubhaft.) Und überhaupt wurde ich das Gefühl nicht los, dass alles... ja, schon wieder vorbei war, bevor es überhaupt so richtig gestartet hat.
Vor allem aber fand ich den Bösewicht Libatique und seine Gespielen irgendwie sehr undurchsichtig und nicht nur einmal hatte ich das Gefühl, irgendwo etwas Wesentliches verpasst zu haben als Erklärung, warum sie hinter Parker und seinem Vater her sind. Oder auch warum sich Libatique eigentlich so merkwürdige Gestalten als Diener halten kann und will. Schwierig zu erklären für diejenigen, die das Buch noch nicht kennen, daher belasse ich es dabei und bemerke an dieser Stelle nur, dass mir die Motive hinter Libatiques Boshaftigkeit nicht stets einleuchteten.

Einmal mehr bin ich jedoch mehr als begeistert von den Schauplätzen und ihrer Vielfältigkeit, die sich Kai Meyer für seine Geschichten aussucht. Schon bei der Arkadien-Reihe fand ich gerade die Gestaltung/ Beschreibung der süditalienischen Landschaft beeindruckend, und sie trug ja auch wesentlich zum Gesamteindruck der hitzig-perfiden Handlung bei. Hier bei "Asche und Phönix" gelang mir die Vorstellung besonders gut, weil ich selbst schon Urlaub im Massif des Maures in Südfrankreich gemacht habe (sogar in genau dem Ort, den Kai Meyer hier beschreibt), und daher ein ziemlich genaues Bild vor Augen hatte, in welcher Gegend sich Ash und Parker mit durch und durch fiesen Gestalten herumschlagen müssen. Das hat mir wirklich gut gefallen.
Gut gefallen hat mir auch das Ende, das trotz aller kleinen Details und Undurchsichtigkeiten, die mir im Laufe der Handlung aufgefallen sind, einfach super gekonnt daherkam, überraschend, passend und überzeugend.
 
Fazit:
Ein Fazit fällt mir schwer. Ich habe das Geld, das ich für "Asche und Phönix" ausgegeben habe, keinesfalls bereut; allerdings werde ich den Eindruck nicht los, dass mich dieses Buch nicht vollends in seinen Bann ziehen konnte. Kleine Merkwürdigkeiten hier, Unverständnis dort, trotzdem sehr schöne Unterhaltung und spannende Schreibe von Herrn Meyer... - letztlich hat mich jedoch beispielsweise die Arkadien-Reihe schon vom Auftaktband weg mehr beeindruckt als die Geschichte von Ash und Parker. 4 von 6 Bücherstapel.
 

4 Kommentare:

  1. Klingt ein wenig durchwachsen, wobei ich zugeben muss, dass mich auch der Klappentext nicht so wirklich anspricht.
    Da werd ich wohl mal wieder darauf warten, dass es den Roman in der Bücherei gibt.

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  2. "Asche und Phönix" gehört derzeit zu meinen angefangenen Büchern. Obwohl ich die Story an sich ganz gut finde, fehlt mir derzeit noch der WOW-Effekt, weshalb ich bisher (wie bei einigen anderen Büchern auch) erst einmal pausiere. Dein Problem bezüglich Ash und Parker kommt mir dann auch leicht bekannt vor. Geht mir ähnlich! Zudem werde ich mit den dämonischen Kreaturen nicht ganz warm. Das liegt dann aber wohl tatsächlich an mir. Ich bin dann mal gespannt, sollte ich demnächst weiterlesen. :)

    LG, Reni

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  3. Lesemomente hat mich auf deine Rezension aufmerksam gemacht und ich habe sie mit großem Interesse gelesen. Ich mag Kai Meyer nämlich auch eigentlich sehr gerne und hatte doch meine Schwierigkeiten mit diesem Buch. Mir ging es vor allem im Bezug auf Libatique ähnlich. Hintergründe und Erklärungen fehlten irgendwie. Er war einfach plötzlich da. Auch die Charaktere ließen mich diesmal kalt. Schade !

    Nichts desto trotz lese ich mehr von Herrn Meyer. Als nächstes versuche ich "die alchimistin". Ist auch schon auf meinem SUB.

    Liebe Grüße

    Aranka

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    1. Oh, das ist ja lieb, dass Tine auf meine Rezension aufmerksam macht. Und freut mich, dass du auf diesem Weg her gefunden hast :)
      Tja, ich seh das wie du: Libatique war plötzlich einfach da, und die Erklärung dahinter, warum und was er eigentlich will - das fand ich eben irgendwie sehr schwammig. Aber trotzdem ist das Buch gut und unterhaltsam. Ich mag eigentlich sehr, wie und was Kai Meyer schreibt. Heute gibt es den Auftakt zu "Die Sturmkönige" als gratis ebook bei amazon, das habe ich mir eben runtergeladen und irgendwann werde ich da wohl auch mal reinlesen :)

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