Samstag, 17. November 2012

"Die Bekenntnisse der Sullivan Schwestern" - Natalie Standiford

Carlsen Verlag, 2012
16,90 Euro

Handlung:
Die Sullivan-Schwestern haben ein Problem: Ihre reiche, tyrannische Großmutter fordert ein schriftliches Bekenntnis all ihrer Missetaten. Andernfalls will sie die gesamte Familie enterben.
Also beichten die drei: Norrie hat sich in Robbie verliebt, der acht Jahre älter ist. Aber ist das denn so schlimm? Jane schreibt ein Blog über ihre schreckliche Familie. Aber was kann sie bitte für ihre bösen Vorfahren? Und Sassy glaubt, dass sie unsterblich ist. Schließlich wurde sie schon mehrmals vom Auto angefahren und nie ist ihr was passiert. Ist das jetzt Ketzerei?
Drei energische, unerschrockene und ganz unterschiedliche junge Mädchen bekennen ihre kleinen Sünden, die vielleicht gar keine sind.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
"Almighty Lou", die Großmutter der Sullivan Kinder, stellt zu Weihnachten ein Ultimatum: entweder derjenige, der sie enttäuscht hat, bekennt bis Neujahr seine Fehler und beichtet seine Missetaten, oder die Familie Sullivan wird aus ihrem Testament gestrichen. Leider "vergisst" sie zu erwähnen, wer genau der Übeltäter ist. So machen sich die 3 Sullivan Schwestern jede für sich daran, ihre Vergehen aufzulisten und ein Bekenntnis abzulegen.
Mir haben die "Ausschweifungen" der Sullivan Schwestern sehr gut gefallen. Die Autorin schafft hier einen locker leichten Roman zum Weg-Schmökern, den ich gern in Erinnerung behalte, dessen Ende ich jedoch ein wenig fad und ... ja, fast enttäuschend fand.
Die Sullivans sind eine reiche und angesehene, alteingessene Familie in Baltimore, die einen entsprechenden Ruf zu pflegen hat. Die vermeintlichen Missetaten der Sullivan Töchter sind Almighty Lou daher ein echter Dorn im Auge: Norrie verliebt sich in den falschen, weil nicht angesehenen Jungen, Jane ist das schwarze Schaf der Familie und benimmt sich auch so, und Sassy hegt völlig unschuldige Unsterblichkeitsgedanken.
"Die Bekenntnisse der Sullivan Schwestern" sind eigentlich gar keine richtigen Bekenntnisse, oder zumindest sind ihre "Vergehen" keine wirklichen Vergehen. Vielmehr sind es recht nachvollziehbare und normale Versuche, die Probleme des jugendlichen Alltags zu meistern. Dass die Bekennerschreiben, die die 3 Mädels ihrer Großmutter abliefern, daher eher liebevoll und zum Schmunzeln daherkommen, ist somit nur nachvollziehbar. Die 3 Briefe der Mädchen werden nacheinander im Buch vorgestellt, sodass jede zu Wort kommt und man sich als Leser ein recht gutes Bild von den 3 Schwestern und ihren Gedanken machen kann. Dadurch lernt man die Töchter selbst, aber auch die restliche Familie Sullivan ganz gut kennen - und auch mögen, denn wieder einmal zeigt sich: es ist nicht alles Gold, das glänzt. Mir hat die Charakterzeichnung der 3 Mädchen sehr gut gefallen; sie sind sehr unterschiedliche Persönlichkeiten und ziehen dennoch an einem Strang, wenn es um ihre Familie geht. Eigentlich möchte jede von ihnen nur das Beste für ihre Familie, aber soll man deswegen seine eigenen Wünsche und Träume stets hintenan stellen? Um diese Frage drehen sich die Geschehnisse im Hause Sullivan, die man hier durch 3 verschiedene Blickwinkel miterlebt und die zu Weihnachten zusammenlaufen.
Das Ende selbst kommt - zumindest für mich - nicht so ganz überraschend, denn so etwas in der Art hatte ich schon vermutet; allerdings finde ich die Auflösung und vor allem das, was danach kommt, ein wenig fade gestaltet. Almighty Lou macht ihrem Namen hier zumindest keine Ehre und auch für die Schwestern erscheint die ganze Aktion ohne wirkliche Konsequenzen, was ich ein wenig schade fand.

Fazit:
"Die Bekenntnisse der Sullivan Schwestern" ist ein nettes Buch zum Schmökern an kalten Abenden, da man sich in der Familie Sullivan mit ihren schrägen Mitgliedern unweigerlich heimelig fühlt. Die Ausführungen der vermeintlichen Missetaten war unterhaltsam, allerdings hätte das Ende für meinen Geschmack einen Tick fulminanter gestaltet sein können. Gute 4 von 6 Bücherstapel.


1 Kommentare:

  1. Auch wenn das Ende wohl nicht so überzeugend ist, klingt der Rest der Geschichte durchaus lesenswert, weswegen das Buch gleich mal auf meinr Wunschliste gelandet ist. Danke für die Vorstellung :)

    LG
    Jai

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