Mittwoch, 3. Oktober 2012

"Todesfrist" - Andreas Gruber

Handlung:
In den Katakomben des Münchner, Kölner und Leipziger Doms werden die Körper ermordeter Frauen gefunden: die erste wurde in Tinte ertränkt, die zweite von Hunden zerfleischt und die dritte in einer Blechwanne verbrannt. Geht ein Serienkiller um, der nach den Motiven des Kinderbuchs Struwwelpeter ­tötet? Eine Spur führt die Kriminalkommissarin Sabine Nemez nach Wien, denn hier scheint der Mörder sein heimtückisches Spiel mit der Therapeutin Helen Berger zu treiben. Doch er hat sich das falsche Opfer ausgesucht ...
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Ich habe die Geschichten im Buch "Struwwelpeter" immer gehasst, schon als Kind, und auch heute mag ich sie überhaupt nicht. Ich fand sie unmöglich grausam und brutal und beim besten Willen nicht zur Kindererziehung geeignet.
Die Motive aus dem Struwwelpeter hat Andreas Gruber nun in seinem neuen Buch "Todesfrist" umgesetzt, und - ja, ich finde sie hier genauso gruselig wie im Original. Ich gehöre sicher nicht zu den regelmäßigen Thriller-Leserinnen, aber ab und zu darf es auch mal ein solches Buch sein. Vielleicht liegt es eben daran, dass ich beim Lesen von "Todesfrist" hier und da Gänsehaut hatte; vielleicht liegt es aber auch schlicht daran, dass Gruber sehr gut und - ich muss fast sagen leider - recht bildlich schreiben kann. Diverse Szenen nahmen vor meinem inneren Auge Gestalt an. Schon der Buchauftakt enthält eine so unglaublich beklemmende Beschreibung, eine so furchtbare Vorstellung, die hier real wird - ich habe mich daher schon von Anfang an auf einiges gefasst gemacht. Was dann folgt, ist eine Mischung aus guter nachvollziehbarer Polizeiarbeit, zwei sehr interessanten und markanten Ermittlern, die ich mir als Duo auch gut in nachfolgenden Romanen vorstellen könnte, und unglaublichen Todesfällen, die mich unweigerlich haben schlucken lassen. Obendrein ist das Geschehen nicht zuletzt durch den Zeitdruck, den der Täter vorgibt, sehr spannend gehalten, und man fiebert mit den Protagonisten mit, um weitere Hinweise auf den Verbleib der Opfer zu finden, bevor diese die Struwwelpeter-Geschichten am eigenen Leib erfahren müssen.
Das Einzige, was ich etwas schade fand, war der Umstand, dass schon sehr früh Hinweise über den Täter gegeben werden und das "Wer?" damit eigentlich recht schnell bekannt ist. Nur das "Warum?" eben nicht, und es lohnt sich allemal, das herauszufinden.

Fazit:
Lesenswert. 5 von 6 Bücherstapel.


Ein herzliches Dankeschön an zeilenreich und Blogg dein Buch für das Rezensionsexemplar!

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