Dienstag, 18. September 2012

"Unsterblich kopiert" - Kriss Rudolph

Fischer Verlag, 2006

Handlung:
Die Lieber-nicht-Studentin Conny jobbt ziemlich lustlos in einem Copyshop, in dem die Kopierer wie Star-Wars-Figuren heißen und auch sonst alle ein bisschen verrückt spielen. Alle paar Wochen kommt Anno (schüchtern, aber interessant) in den Laden, um sein Manuskript ausdrucken zu lassen. Conny wirft heimlich einen etwas zu neugierigen Blick auf Anno und seine Geschichte - und weil sie das Ende so traurig findet wie den Autor, beschließt sie, etwas zu unternehmen ...
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
"Unsterblich kopiert" - so sieht Connys Alltag aus. Als Geschäftsführerin eines Copy Shops (diesen Titel hat sie allerdings nur durch eine Bestechungsaktion ihres Chefs, um sie bei Laune zu halten) erlebt sie die Tücken und Macken ihrer nach Star Wars Figuren benannten Kopierer und Drucker tagtäglich. Vor allem aber sind es die Kunden, die ihre Beschäftigung kurzweilig gestalten, allen voran Anno, der die Fortschritte seines selbstgeschriebenen Romans bei ihr ausdrucken - und ihr Herz dabei stets höher schlagen lässt.
"Unsterblich kopiert" ist eine sympathische und herzige Geschichte, die durchweg zu unterhalten weiß. Das Buch kommt gänzlich ohne großen Knall oder Aufreger aus und wird dennoch nie langweilig. Dazu tragen sicherlich auch die höchst sympathischen Nebenfiguren bei, die Connys Alltag gestalten. So z.B. ihre beste Freundin und Arbeitskollegin Leslie, die in einer vertrackten Affäre mit einem Politiker steckt; der Restaurantbesitzer Jochen, der die Rechtschreibung seiner Speisekarten von Conny checken lassen muss, oder Connys verschrobener Chef Edgar. Conny selbst war zumindest in meinen Augen sehr authentisch - einfach, weil ich mich in vielen ihrer Gedanken und Macken wiederfinden konnte
Das Objekt Connys Neugier und leichter Verliebtheit - Schriftsteller Anno - ist ein wirklich kauziger Charakter, den man manches Mal am liebsten schütteln möchte. Er lebt für sich und in seiner abgekapselten Welt und merkt gar nicht, welchen Eindruck er auf Conny macht. Sein Roman, der hier in weiten Teilen Wort für Wort vorgestellt wird, hat mich zwar nicht so recht beeindrucken können, zu lässig und schnodderig war er mir dafür geschrieben; und ein wenig hat mir die Begründung gefehlt, warum Anno sich gerade solch eine Handlung ausdenken sollte, welchen Hintergrund er dafür er hat - aber darum geht´s ja gar nicht. Dieser Roman spielt noch eine ziemlich wichtige Rolle für Anno und seine Beziehung zu Conny und ist Auslöser für einige Veränderungen in Connys Leben. Welche genau sollte jeder Interessierte selbst erlesen.

Fazit:
Lesenswerter locker-leichter Roman über Berlin, die Liebe und das Kopieren. Gute 4 von 6 Bücherstapel.

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