Dienstag, 25. September 2012

"Spiel des Lebens" - Veit Etzold

INK Verlag, 2012
14,99 Euro

Handlung:
"Willkommen im Spiel des Lebens, Emily. Du hast die Wahl. Sieg oder Tod", liest Emily völlig fassungslos auf dem zerknüllten Zettel in ihrer Hand, und damit geht der Horror los. Ein Psychopath jagt sie durch ganz London und stellt sie vor unbegreifliche Rätsel. Falls sie diese nicht in der vorgegebenen Zeit löst, gibt es einen Toten. Der Killer treibt Emily an den Rand des Wahnsinns. Wer ist dieser Irre? Und warum hat er ausgerechnet sie für sein mörderisches Spiel ausgewählt?
(Quelle: hier)
 
Meine Meinung:
"Spiel des Lebens" ist ein spannendes, klug inszeniertes Buch über eine Schnitzeljagd der etwas anderen Art. Denn Emily wird erpresst. Ein Wahnsinniger schickt ihr gruselige Fotos und Drohungen, und gibt ihr Aufgaben, die sie innerhalb kürzester Zeit zu erledigen hat - wenn sie nicht riskieren möchte, dass jemand zu Schaden kommt, oder schlimmstenfalls sogar stirbt.
So weit so gut, klingt alles ganz aufregend; und aufregend waren die Geschehnisse, die dann folgen, ohne Frage auch. Trotzdem würde ich das Buch nicht als "atemberaubend spannend" oder als wirklichen Thriller bezeichnen. Dafür gab es für meinen Geschmack noch zuviele Verschnaufpausen für Emily zwischen den einzelnen Aktionen, genügend Zeit für ruhige Zwischengespräche mit der Polizei und zuviele Möglichkeiten zum Grübeln. Und das hat das Ganze ein wenig ausgebremst. Dennoch ist die Jagd, die Veit Etzold seiner Protagonistin Emily hier zumutet, sehr spannend und clever konstruiert; und die Beschreibungen der Geschehnisse (z.B. die Anrufe und die Fotos, die der Täter schickt) bescheren einem unweigerlich Gänsehaut.
Sehr gut gefallen haben mir auch die London-Einblicke; wer sich in der Stadt ein klein wenig auskennt, wird seine Freude daran haben, Emilys Weg durch die Stadt bildlich mitverfolgen zu können und sich so beispielsweise wirklich vorstellen zu können, wie Emily auf den Stufen vor der St. Pauls Cathedral ins Ungewisse winkt. Londonfreunde werden hier schon allein deswegen ihre Freude am Buch haben.
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich das Ende ein wenig sehr konstruiert fand, bzw. zumindest erschien es mir etwas arg ausgedacht. Das war mir ein Tick Zuviel, um noch glaubhaft zu sein und vor allem nachvollziehbar für den gesunden Menschenverstand. Ein wenig Thrillererprobte Leser dürften zudem bei der Auflösung des Täters nicht allzu sehr überrascht sein, aber umgesetzt ist die Bedrohung, die von ihm ausgeht, dennoch gut.

Fazit:
Guter und unterhaltsamer Jugend-Roman über eine erpresserische Schnitzeljagd durch London, der zwar spannend ist, mich aber nicht durch und durch überzeugen konnte. 4 von 6 Bücherstapel.


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