Sonntag, 9. September 2012

"Ivy - Steinerne Wächter " - Sarah Beth Durst

Egmont Lyx Verlag, 2012
12,99 Euro

Handlung:
Die sechzehnjährige Lily hat einen Traum: Sie möchte auf die renommierte Princeton University gehen, die auch ihr Großvater schon besucht hat. Dazu muss sie einen geheimnisvollen Test bestehen und einen Schlüssel suchen, der ein Tor zu einer anderen, magischen Realität öffnet. Auf dem Campus begegnet Lily der gut aussehende Tye, der ihr seine Hilfe anbietet. Doch Tye ist nicht, was er zu sein scheint ...
(Quelle: hier)
 
Meine Meinung:
Vor einigen Tagen stellte der Egmont-Lyx Verlag auf facebook einige Zitate aus dem Buch „Ivy - Steinerne Wächter“ vor. Und ich war begeistert. Diese Ausschnitte klangen lustig, ansprechend, interessant und geheimnisvoll - kurzum: ich war begeistert und habe richtig Lust bekommen, das Buch zu lesen. Was ich nun auch getan habe. Und was soll ich sagen? Die Zitate habe ich im Buch wieder gefunden und fand sie auch dieses Mal wieder nicht übel. Leider war´s das aber auch schon. Denn der Rest des Buches vermochte mich nicht wirklich von sich zu überzeugen.
Ich habe immer ein wenig Probleme damit, wenn in einer Geschichte alles so schnell aufeinander passiert und die Helden gar keine richtige Gelegenheit haben, alles zu verarbeiten und für sich anzunehmen. Sie erfahren innerhalb kürzester Zeit, dass sie eine wichtige Rolle spielen/ der Held sein sollen/ die Welt retten müssen - aber alles kein Problem, dann wachse ich jetzt über mich selbst hinaus. Hier ist es ebenso: alles spielt sich mal wieder an 2 Tagen ab und die Heldin hat keine Probleme damit, ihr Schicksal einfach anzunehmen und zu akzeptieren. Von einem Moment zum anderen stellt sich ihr Leben auf den Kopf und ihr Dasein nimmt eine völlig neue Form an, sie begegnet Baumwesen, sprechenden Tieren, fiesen Bösewichten, nimmt an Schlachten teil, verliebt sich - aber pfff, was soll´s, macht ihr nix aus. Sowas finde ich in Geschichten unglaubwürdig und nicht passend. Eine Handlung muss doch nichts stets auf den kleinsten zeitlichen Rahmen gequetscht werden.
Mein viel größeres Problem mit "Ivy" war jedoch der Plot an sich. Der Schauplatz, die auftauchenden Figuren, die Geschehnisse insgesamt - irgendwie fühlte ich mich beim Lesen permanent an andere Bücher erinnert; an eine merkwürdige Mischung aus den „Chroniken von Narnia“, "Alice im Wunderland" und „Die unendliche Geschichte". (An dieser Stelle kann ich mal sagen, dass ich die ersten beiden Bücher nicht mag. Gar nicht.) Und hier tauchen nun fluchende Geröllhaufen, fliegende Steinadler, sprechende Einhörner, Menschen, die sich in Tiger verwandeln, und Elben wie selbstverständlich auf - was mich gewissermaßen kalt erwischt hat. Denn der Klappentext lässt eine solche Wendung der Geschichte nicht annähernd vermuten, sondern deutet vielmehr auf geheimnisvolle Verwicklungen und undurchschaubare Ereignisse in der Vergangenheit hin. Hätte ich vorher gewusst, dass sich hier eine fantastische Gestalt nach der anderen die Klinke in die Hand gibt und es absolut "normal" wird, dass sich die Heldin mit Bäumen unterhält - dann hätte ich mir das Buch wohl eher nicht zugelegt. Ich bin kein wirklicher Freund solch derartiger Fantasie-Geschichten, und so wurde ich mit den Geschehnissen ab der Hälfte des Buches einfach nicht richtig Freund.
Ohne Frage ist das Buch toll geschrieben und die Autorin verfügt sicher über eine Menge guter Ideen, die sie hier - in meinen Augen - nicht immer ganz glücklich verbindet. Zumindest fehlte mir an mancher Stelle das Verständnis für die Zusammenhänge. Schnelle Ortswechsel und eine Menge an Verwandtschaftsverhältnissen und Fragen à la „wer hat wen verraten und letztlich umgebracht?!“ in der zweiten Buchhälfte tun ihr Übriges, um mich verwirrt zurückzulassen. Außerdem habe ich das Gefühl, dass manches einfach nicht beantwortet wurde. Warum beispielsweise heißt der Schlüssel denn nun "Ivy Key"??
Ich möchte keinesfalls sagen, dass "Ivy - Steinerne Wächter" ein schlechtes Buch wäre - nein, es ist toll geschrieben, sehr phantasievoll und Princeton ist so bildlich und ausgeschmückt dargestellt, dass ich mir vieles wirklich gut vorstellen konnte. "Ivy" hat nur einfach nicht meinen persönlichen Geschmack und die Erwartungen, die ich an das Buch hatte, getroffen.

Fazit:
3 von 6 Bücherstapel.


2 Kommentare:

  1. Wird es denn noch mehr Bände geben? Irgendwie klingt das ja nach ner Trilogie, vor allem weil am Ende ja Fragen offen bleiben...

    Liebe Grüße
    Kathi

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    1. Das kann ich dir gar nicht sagen. Soweit ich weiß, gibt es bis jetzt keine Fortsetzung dieser Geschichte; keine Ahnung, ob die Autorin eine plant. An und für sich ist die Geschichte schon in sich abgeschlossen, und kann ohne Fortsetzung so für sich stehen.

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