Sonntag, 19. August 2012

"Der Wind der Erinnerung" - Kimberley Wilkins

Knaur Verlag, 2012
19,99 Euro

Handlung:
Als Emma das Haus ihrer verstorbenen Großmutter Beattie erbt, hat sie wenig Lust, sich mit Kisten voller Erinnerungsstücke herumzuschlagen. Doch ein mysteriö­ses Foto lässt sie nicht mehr los. Es zeigt Beattie als junge Frau neben einem Mann, der besitzergreifend die Arme um sie legt. Zwischen den beiden: ein kleines rothaariges Mädchen. Der Mann ist nicht Emmas Großvater – und wer ist das Kind? Schon bald vermag sich Emma den Geheimnissen von Beatties Vergangenheit nicht mehr zu entziehen …
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
"Der Wind der Erinnerung" ist ein schönes Schmökerbuch für faule Tage in der Hängematte, am Strand oder auf Balkonien. Es geht um die Geschichte von Emma und ihrer Großmutter Beattie. Abwechselnd wird vom Leben der beiden Frauen erzählt: Emmas Leben als Ballerina in London, das nach einem Unfall ein jähes Ende findet, und nach welchem sich Emma auf ihre australischen Wurzeln besinnt. Und Beattie, die in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts ungewollt schwanger wird und mit dem Kindsvater in fremde Weiten - von Schottland nach Australien - aufbricht. Als Emma Beatties Haus erbt, kreuzen sich die Lebenswege der beiden, und Emma beginnt, den Geheimnissen in Beatties Leben auf den Grund zu gehen.
Die Idee an sich fand ich schön, die Umsetzung für einen Debütroman definitiv bemerkenswert und sprachlich einnehmend. Trotzdem gab es die ein oder andere Unklarheit, auf deren Auflösung ich umsonst gewartet habe. Beispielsweise kommt die Beziehung zwischen Großmutter und Enkelin nicht so recht zum Tragen. Beattie vererbt ihr zwar ein Haus, aber eine wirklich persönliche - oder gar herzliche - Beziehung zwischen beiden wird nicht offensichtlich. Stattdessen läuft die Beschreibung beider Lebenswege parallel, aber getrennt voneinander ab. Wieso hat Beattie nicht beispielsweise ihrer Tochter, also Emmas Mutter, anstelle von Emma das Grundstück vererbt? Wie war die Beziehung zwischen Beattie und Emma, das wird leider gar nicht erwähnt...
Weiterhin fand ich die Klärung des "Geheimnisses" von Beattie ein wenig unspektakulär, denn als Leser erfährt man vom ersten Moment an, worum es geht, und begleitet Beattie bei den leider recht vorhersehbaren Geschehnissen. So ist man als Leser praktisch die ganze Zeit schlauer als Emma, und diese leistet eigentlich eher halbherzige Aufklärungsarbeit. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Aha-Momente oder unerwartete Wendungen gewünscht, die mich auch in der zweiten Hälfte des Buches noch hätten überraschen können. So bleibt es zwar unterhaltsam, aber recht vorhersehbar.

Fazit:
Lesenswert, aber kein Pageturner. 4 von 6 Bücherstapel.


Ein herzliches Dankeschön an den Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar!

1 Kommentare:

  1. Oh, was für ein schönes Cover!
    Ich mag einerseits ja so Gegenwart-Vergangenheits-Familienromane, aber andererseits finde ich nur selten welche, die mich dann wirklich überzeugen. Oft sind sie eben vorhersehbar und/oder kitschig.

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