Montag, 16. Juli 2012

"Verflucht" - Lili St. Crow

PAN Verlag, 2011
16,99 Euro

Reihe:
1. Strange angels (dt. "Verflucht")
2. Betrayals (dt. "Verraten")
3. Jealousy
4. Defiance
5. Reckoning

Handlung:
´Eine Sekunde lang spielte ich mit dem Gedanken, ihm alles zu erzählen. »Hi, ich bin Dru. Mein Vater jagt Dinge, die du nur aus Gespenstergeschichten kennst. Ich helfe ihm, wenn ich kann.« Aber wer würde mir das schon glauben?´
Rastlos zieht Dru Anderson mit ihrem Vater von Stadt zu Stadt, bis er eines Abends nicht lebend von einem seiner Einsätze zurückkehrt. Jemand hat ihn ermordet – und hetzt ihn nun als Zombie auf Dru! Von diesem Moment an ist sie auf der Flucht vor eiskalten Feinden, die ihr nach dem Leben trachten. Offensichtlich wissen sie etwas über die Sechzehnjährige, das sie selbst nicht einmal ahnt. Aber was?
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
"Verflucht" fängt sehr verheißungsvoll an - zumindest für Personen, die es gern auch mal etwas gruseliger und mysteriöser auf ihren Buchseiten haben. Von Seite 1 an merkt man, dass irgendetwas merkwürdiges abläuft, etwas faul ist, und Dru selbst nicht genau weiß, was passiert. Dann kommt die Szene, die dazu führte, dass ich mich an die Serie "Supernatural" erinnert fühlte und mir innerlich schon zu diesem Buchkauf gratulierte: ein Zombie klopft an Drus Küchenfenster. Spannend war´s (zumindest für kurze Zeit), kampfgeladen, und im Hinterkopf hat man immer diesen grausigen Gedanken: das ist Drus Vater, der da mit ihr kämpft.
Dann - war´s das, lange passiert nichts weiter Aufregendes im Buch. Man könnte meinen, das Sahnehäubchen dieser Geschichte hätte die Autorin damit schon im ersten Drittel des Buches gebracht. Und tatsächlich fand ich den Großteil der restlichen Handlung auch recht schleppend und fast... nichtssagend. An so vielen Stellen hätte man mehr aus der Handlung, aus den Personen, aus irgendwelchen alten Legenden, Flüchen und Sagen machen können. Zombies, Gestaltwandler, Geister - immer her damit! Das bleibt ein wenig auf der Strecke, was mich immer mal ziemlich gestört hat. Haupthandlungsort ist obendrein "nur" Drus Haus, in dem der Großteil des Buches stattfindet, weil es draußen permanent schneit. Der Spannungsbogen kriegt dann jedoch nochmal die Kurve, als Christophe auftaucht, in meinen Augen der interessanteste Charakter in diesem Buch. Ich weiß noch nicht so ganz, welche Rolle er spielt, welche Bedeutung er noch einnimmt; das wird sicher in den Folgebänden klarer.
Was ist mir noch aufgefallen? Die Autorin neigt zu Wiederholungen. Nach der 20. Erwähnung dürfte es selbst der unaufmerksamste Leser mitbekommen haben, dass Graves grüne Augen hat. Manche Tatsachen werden hier einfach wieder und wieder durchgekaut. Ebenso fand ich das Gedankenspiel von Dru irgendwann zunehmend zermürbend. Ihre Gedanken rasen, und die (un)möglichsten Fragen und Überlegungen nehmen in ihrem Kopf Gestalt an; sie wälzt die Auswegmöglichkeiten für ihre verzwickte Lage hin und her und fragt sich immerzu, wie das alles so passieren konnte. Kann ich auch alles gut nachvollziehen; ich glaube, ich würde ähnlichen Gedankensalat in solch einer Situation produzieren. Aber als Leser sieht man das mit einer gewissen Distanz, und dann fallen mir dieses ewige Gegrübele um den heißen Brei herum, und die sich alle 3 Seiten wiederholenden Überlegungen einfach negativ auf. Hier wär weniger mehr gewesen.

Fazit:
Meiner Meinung nach hätte man aus "Verflucht" insgeheim mehr machen können; vielleicht aber ist dieser große Knall, der Showdown, auch eben nur für die Folgeteile aufgespart worden. Als Aufmacher eignet sich die Story um Dru allemal, und Potential, die Geschichte entsprechend spannend fortzusetzen, ist ebenfalls gegeben. Mit einem Augenzwinkern gebe ich diesem 1. Teil 4 Bücherstapel und liebäugele mit Teil 2, "Verraten". 

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