Mittwoch, 4. Juli 2012

"Prinz William, Maximilian Minsky und ich" - Holly-Jane Rahlens

u.a. als Taschenbuch von rororo, 2012
6,99 Euro

Handlung:
Die 13-jährige Nelly lebt mit ihrer amerikanischen Mutter und ihrem deutschen Vater in Berlin und bereitet sich auf ihre Bat-Mizwa-Feier vor -- auf den Tag, an dem sie als erwachsenes Mitglied in die jüdische Gemeinde aufgenommen werden soll. Allerdings interessiert sich die Spitzenschülerin Nelly mehr für Astronomie als für ihre Bat-Mizwa. Bücher und Teleskope sind ihr Lebensinhalt, Sport dagegen hält sie für Zeitverschwendung. Das ändert sich schlagartig, als sie beschließt, sich unsterblich in Prinz William zu verlieben (ja, in den echten, den Sohn von Lady Di!) und mit der Schulmannschaft nach England zu fahren, um ihr Idol leibhaftig zu sehen. Leider hat sie null Ahnung von Basketball. Um ihr Ziel trotzdem zu erreichen, schließt sie einen skurrilen Vertrag mit Maximilian Minsky, unter dessen Gruftioberfläche sich nicht nur ein Basketballgenie, sondern auch ein verlässlicher Kumpel verbirgt.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Nachdem ich "Everlasting" von Holly-Jane Rahlens gelesen hatte, wollte ich gern auch in weitere Bücher der Autorin reinschnuppern. Meine Wahl fiel auf "Prinz William, Maximilian Minsky und ich", weil die Inhaltszusammenfassung ziemlich nett und irgendwie sympathisch klang.
Total verliebt in Prinz William versucht Nelly alles, um bei einem Schulausflug der Basketballmannschaft nach Eton (Prinz Williams Schule!) dabei sein zu können - zur Not eben auch Basketballspielen lernen, was der völlig unsportlichen Nelly leider alles andere als leicht fällt. Unerwartete Hilfe bekommt sie dabei von Max Minsky, den sie eigentlich nicht besonders leiden kann - oder doch?
Die Story ist damit schnell erzählt, und eigentlich ebenso schnell gelesen. Auf die ganz großen Überraschungen mag der Leser vergeblich warten, dafür bietet das Buch für Teenies, die sich in Nellys Alter befinden (12-14) sicher sehr schöne Unterhaltung. Denn sympathisch geschildert sind Nellys Liebes-Wehwehchen und inneren Qualen durchaus, beispielsweise wenn sie ein Poster von Prinz William abknutscht, das an ihrer Schranktür hängt. Viel reizvoller wird das ganze Geschehen jedoch durch ihre außergewöhnliche Familie und den Menschen, mit denen sie tagtäglich zu tun hat. Die färben die Handlung richtig bunt. Leider bedient sich die Autorin hier diverser Klischees, die das Ganze irgendwie ein wenig überfrachten und mir stets einen Tick zuviel waren.
Nelly muss eben "Nerd Nelly" sein, kein völlig normales Mädchen, sondern eine Außenseiterin mit einer Vorliebe für Astronomie, Teleskopen und eben Prinz William, die keine Freunde hat und recht zerrüttete Familienverhältnisse. Obendrein ist sie Jüdin in Deutschland, was an sich ja schon mal ein recht heikles Thema darstellen mag und hier eben auch stets ausführlich beansprucht wird. Natürlich ist das Thema der deutschen Vergangenheit wichtig, und es ist auch interessant, das in dem Kontext anzusprechen (kurz vor Nellys Bat-Mitzwa); aber gleichzeitig passt es auch wieder nicht, wenn Nelly und Max (12 und 15) schwitzend und lachend vom Basketball zurücklaufen und über die Frage philosophieren, was es heißt, eine Deutsche zu sein. Ebenso Max: er kann auch kein gewöhnlicher Teenie sein, nein, er muss als Jugendlicher rebellieren und bedient damit den Freak-Faktor, indem er mit weiß angemaltem Gesicht, schwarzem Cape und Stachelfrisur herumläuft.
Dann noch einen arbeitslosen und untreuen Vater obendrauf gepackt, eine hysterische eifersüchtige Mutter, die nicht vorhandenen Schulfreunde oder die Peinlichkeiten des jugendlichen Alltags - fertig ist das klischeebeladene Potpurri der 12-jährigen deutsch-amerikanischen Nelly aus Berlin.
Das Übertriebene fand ich ein wenig schade. Andererseits hab ich es irgendwann als das genommen, was es ist: eine nicht ganz ernst zu nehmende Teeniegeschichte über die erste Verliebtheit mit schrägen und exzentrischen Figuren.

Fazit:
"Prinz William, Maximilian Minsky und ich" ist für Jugendliche in Nellys Alter (12-15) sicher sehr schöne und abwechslungsreiche Unterhaltung. Mir sagt Rahlens´ eher für Erwachsene ausgerichtete "Everlasting" mehr zu; ich bin aber dennoch froh, auch mal etwas anderes der Autorin gelesen zu haben. 4 von 6 Bücherstapel.


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