Montag, 23. Juli 2012

"Drei Wunder" - Alexandra Bullen

Fischer Schatzinsel, 2010
16,95 Euro

Handlung:
Wenn du alles haben könntest, was würdest du dir wünschen?
Stell dir vor, du hast alles verloren, was dir lieb und wichtig war. Du bist einsam und unglücklich. Und zu allem Überfluss auch noch unglücklich verliebt. In einen Jungen, der eine andere hat. Und dann bekommst du drei magische Kleider geschenkt, jedes von ihnen kann dir einen Wunsch erfüllen. Leider ist das mit dem Wünschen gar nicht so einfach. Denn kann gewünschte Liebe überhaupt echte Liebe sein?
(Quelle: amazon.de)

Meine Meinung:

"Weißt du, das Leben muss nicht etwas sein, was du nur bei anderen beobachtest. Du sagst, du möchtest, dass die Dinge anders sind, aber nichts wird sich ändern, solange du selbst es nicht tust." (S. 185)

Die Inhaltsangabe mag einen glauben machen, dass es hier übersinnlich und magisch zugeht, dass die 3 Wünsche, die Hauptfigur Olivia zustehen, hier das Wesen der Handlung ausmachen. Eigentlich geht es aber gar nicht so sehr um die 3 Wünsche; tatsächlich geraten die mittendrin sogar ziemlich in den Hintergrund.
Es geht vielmehr um Olivia selbst, wie sie zu ihrem Leben und sich selbst steht und wie sie versucht, nach dem Tod ihrer Zwillingsschwester Violet wieder Fuß zu fassen und zurecht zu kommen. Von ihrer Schwester hat sie stets den Rat bekommen, einfach zu leben; das Leben zu nehmen und zu genießen und zu nutzen, so wie es ist. Und nach und nach gelingt es Olivia - nicht zuletzt dank der 3 Wünsche - diesen Ratschlag wirklich in ihr Leben zu lassen und diesen zu beherzigen.
Das Buch ist dabei nicht aufdringlich und schmeißt nicht mit Lebensratgeber-Tipps um sich (getreu dem Motto "So kommen Sie nach einem Schicksalsschlag wieder auf die Beine"), sondern es bedient sich ganz ruhiger und nachvollziehbarer Töne. Sehr schön fand ich, dass mit dem Thema Tod und Trauer dabei sehr sensibel und vor allem real umgegangen wurde. Olivias Gedanken und innere "Abgestumpftheit" nach dem Tod der Schwester, ihre Unlust zu essen, die Schwierigkeit, anderen gegenüber zu lächeln - das ist alles gut umgesetzt und daher nachvollziehbar. Die kleine Liebesgeschichte gibt es als Plus obendrauf; und sie ist zwar Bestandteil der Handlung und Olivias "Aufwachens", aber sie nimmt keine so wesentliche Rolle ein, dass sie andere Aspekte verdrängen würde. Den Angebetenen Soren hätte ich mir sogar noch ein bißchen ausgefeilter gewünscht; er war der einzige, der mir hier kaum aufgefallen ist.

Fazit:
Alles in allem hat mir "Drei Wunder" sehr gut gefallen, es ist schön und einfühlsam geschrieben, ohne dabei auf die Tränendrüse zu drücken. Das Thema wird zwar sensibel, aber dennoch echt und direkt behandelt. Die 3 Wunschkleider sind eigentlich nur eine nette Beigabe. 5 von 6 Bücherstapel.


1 Kommentare:

  1. Ach ja, das war ein schönes Buch! Ich habs auch schon gelesen.Tolle Rezi!

    LG Nici

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