Donnerstag, 10. Mai 2012

"Virtue" - Amanda Hocking

Kindle Edition, 2011

Handlung:
In a world filled with magic, love might be the final answer in the eternal battle between good and evil. When Lux is tasked with retrieving the virtuous Lily for his master, his entire world is put in jeopardy. Lux must battle goblins, demon dogs, and sea dragons to rescue the one he loves, and that's only the beginning of what he must face...
(Bild und Inhaltsangabe von amazon.de)

Meine Meinung:
In der Welt, die Amanda Hocking hier geschaffen hat, gleicht die Landschaft einem verwunschenen Zauberwald, die Menschen sind entweder gut oder böse und es gibt die außergewöhnlichsten Gestalten anzutreffen. Oger bewachen die Tore, Piranha-artige Riesenfische bevölkern die Tümpel und Seen, Bäume können bösartige Gedanken entwickeln und schon mal zuschnappen, wenn ihnen danach ist. Vor allem aber - und das ist der Ausgangspunkt der Geschichte - leben die Tugenden und Sünden auf Erden. Das ist keine Metapher: sowohl die tugendhaften als auch die sündigen Eigenschaften werden hier durch Personen verkörpert, wandeln als stigmatisierte Wesen, die ihrem Namen jedoch alle Ehre machen, durchs Leben. In eben dieser Welt begegnen sich Lux - die personifizierte Wollust (englisch: luxuria) - und Lily, die Keuschheit (englisch: chastity). Beide wissen nicht, wer der jeweils andere ist; doch Lux hat einen Auftrag: er soll Lily zu seinem Herrn, Valefor, bringen. Lux hat zunächst nicht vor, diese Aufgabe zu hinterfragen und möchte auch nicht wissen, was Valefor von Lily will. Als er sie jedoch zum ersten Mal sieht, weiß er nur eins: er will Lily für sich. Und da Valefor die Bösartigkeit in persona ist, kann er nichts Gutes mit Lily vorhaben. Lux beschließt, Lily vor seinem Herrn zu retten. Und damit fangen die Probleme erst richtig an.
"Virtue" ist keine Geschichte von Dauer, und das im doppelten Sinne. Zum einen liest sie sich sehr schnell weg, mehr als ein paar Stunden dürfte selbst ein ungeübter Englisch-Leser dafür nicht benötigen. Zum anderen ist sie aber auch nicht dermaßen eindrucksvoll, dass sie einem lange im Kopf bleibt. Die Grundidee, die Frau Hocking hier entworfen hat, fand ich eigentlich ganz sympathisch, und immerhin neuartig, was in der Fülle an Geschichten auf dem Büchermarkt heute ja schon viel wert ist. Dieser Aspekt der "personifizierten Sünden und Tugenden" hat mich irgendwie ein wenig an eine meiner Lieblingsserien, nämlich "Supernatural" erinnert, dort gibt es hier und da ja auch recht "ungewöhnliche" Fälle zu lösen.
Dennoch fehlt der Story ein kleiner Kick, das Mitreißende, das Außergewöhnliche. Lux und Lily sind sehr eindimensional gezeichnete Figuren ohne rechten Tiefgang. Man könnte doch eigentlich annehmen, sie würden die Sünde bzw. Tugend, die ihnen zugeschrieben wurde, mit Leib und Seele leben und ein entsprechendes Verhalten an den Tag legen - damit sie ihre Bestimmung immerhin "verdienen". Aber das tun sie nicht. Lux wird am Anfang zwar als "Weiberheld" dargestellt, so verhalten tut er sich jedoch nicht, spätestens dann nicht mehr, als Lily auftaucht. Und Lily? Mit ihren 17 Jahren mag sie zwar keusch sein, aber muss sie deswegen auch gleich langweilig und ohne Akzente sein? Ich weiß nicht, ob das einfach auf der Strecke geblieben ist, oder eine tiefere Charakterzeichung schlicht nicht geplant war - aber hinter den beiden steckt eigentlich nichts. Schon gar nichts, was für mich der Verkörperung einer Sünde oder einer Tugend gleich käme. 
Viel mehr Augenmerk legt die Autorin stattdessen auf ein Vorantreiben der Handlung, die - grob skizziert - jedoch auch nur darin besteht, dass sich Person A an einem Ort X befindet, von Person B gesucht wird, diese wird unterwegs von Person C angegriffen, und gemeinsam mit Person D macht sich Person B dann auf zu Ort Y. Insgesamt passiert also eigentlich nicht viel. Tatsächlich gibt es zum Ende der Geschichte so etwas wie "kleine Showdowns"; diese beinhalten jedoch auch keine geballte Ladung an Action, sondern sind vielmehr schon wieder passé, bevor man überhaupt merkt, dass sich da gerade 2 Figuren eigentlich den Kopf einschlagen wollen. Und so begleitet man eine Handvoll Figuren durch einen Zauberwald, liest sich durch die Dialoge, die aber leider weder besonders lustig noch tiefsinnig sind und fragt sich die ganze Zeit: Wer ist eigentlich dieser Valefor? Das erfährt man nicht. Über den fiesen Bösewicht wird eigentlich kein Wort verloren: woher hat er seine Macht, warum zittern alle vor ihm, ist er irgendwie übermächtig, wer - zum Himmel - ist er eigentlich?! Das war offensichtlich nicht wichtig genug, um diesen Gedanken zu verfolgen. Stattdessen wurde einiger Pathos und Schmalz in ein kitschiges Ende gelegt, das dem Beititel "A Fairy Tale" alle Ehre macht. Vielleicht sollte man das ganze auch einfach so sehen: als Märchen, und es auch so behandeln. Denn wir wissen ja alle, dass man Märchen lieber nicht so ernst nehmen sollte.

Fazit:
"Virtue" kann man mal gelesen haben, muss man aber nicht. Da ich die Schreibe und Ideen von Amanda Hocking eigentlich mag, war für mich klar, dass ich diese Geschichte irgendwann mal lesen will. Wer Gefallen an Märchen und derartigen Geschichten findet, kann hier schon auf seine Kosten kommen; allerdings bieten die Figuren und deren Verhalten nun mal nicht gerade "großes Kino". Allzuviel sollte man daher in meinen Augen von "Virtue" nicht erwarten. 3 von 6 Bücherstapel.

1 Kommentare:

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