Mittwoch, 23. Mai 2012

"Liebe auf den ersten Blick" - Jordi Sierra i Fabra

Baumhaus Verlag, 2012
14,99 Euro

Handlung:
Spanien im 19. Jahrhundert. In einem Dorf treffen zwei junge Menschen aufeinander, die aus Welten stammen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Eliseo, ein Waisenjunge, der nicht lesen und schreiben kann, und Elena, Tochter aus gutem Hause. Die beiden sehen sich nur eine Sekunde in die Augen und es ist um sie geschehen. Kann diese unmögliche Liebe eine Zukunft haben? Romantisch wie Romeo & Julia!
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Ehrlich gesagt hat mich „Liebe auf den ersten Blick“ etwas enttäuscht. Den ersten ungläubigen Blick meinerseits gab es beim ersten Aufschlagen: das ohnehin recht dünne Buch ist in gefühlter Schriftgröße 18 gedruckt - also zumindest sehr groß, was dazu führt, dass sich auf einer Seite nicht sonderlich viel Text befindet. Die kurze Geschichte, die dadurch zunächst gestreckt wirkt, lässt sich gut in 2 Stunden weg lesen - mehr Lesevergnügen steckt leider nicht dahinter.
Dieses kurze Lesevergnügen wurde für mich dann jedoch obendrein von einer sehr schlichten Schreibweise gemindert. Kurze, einfach gehaltene Hauptsätze und eine so unbedarfte, fast kindliche Sprache waren für mich ungewohnt. Laut Beschreibung ist das Buch für 12-15 Jährige angelegt, und dieser Altersangabe würde ich auch zustimmen, mit starker Tendenz zu den jüngeren Lesern, die hier noch Gefallen dran finden dürften.
Die Geschichte wird von Eliseo, dem unglücklich Verliebten, getragen und erzählt. Die Aufeinandertreffen von ihm und Elena sind nett geschildert und vermitteln tatsächlich das „Romeo & Julia“ - Feeling, das auf dem Buchdeckel angepriesen wird. Allerdings will der romantische Funke nicht so recht überspringen, dafür sind die Liebeleien und Anbändelungen zu schlicht beschrieben und wirken einfach nicht echt und tragisch genug. Der Herzschmerz von Eliseo ist zwar Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, aber ich hab mich beim bloßen Drüberlesen erwischt. Es hat mich nicht berührt, was wahrscheinlich auch am Alter der Protagonisten (15) und dem Alter der Leserzielgruppe (unter 15) lag. Vor allem aber fehlen dem Buch wirkliche Gedankengänge und inneres Gefühlsleben von Eliseo, um der verkorksten und tragischen Liebesgeschichte ein wenig Leben einzuhauchen.
Natürlich muss die Geschichte im Kontext der Historie gesehen werden: im Spanien im 19. Jahrhundert stellten die Standesverteilungen und Unterschiede zwischen Arm und Reich jede nur mögliche Barriere dar, um eine Beziehung zwischen Elena und Eliseo möglich zu machen. Den Ausgang von „Liebe auf den ersten Blick“ finde ich dadurch zwar nicht unbedingt realistisch, aber dennoch schön umgesetzt.

Fazit:
Das wahre „Romeo & Julia“- Gefühl mit Herzschmerz, Tragik und großer Romanze will hier nicht so recht aufkommen, dafür sind sowohl die Sprache des Buches als auch die beiden Hauptprotagonisten zu unbedarft und irgendwie... kindlich. Das Preis-Leistungs-Verhältnis für diese kurze Geschichte finde ich nicht ganz angemessen. 3 von 6 Bücherstapel.  

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