Freitag, 18. Mai 2012

"Die Fluchweberin" - Brigitte Melzer

Ueberreuter Verlag, 2012
16,95 Euro

Handlung:
Die 17jährige Raine MacDaniels kann Flüche weben, eine praktische Gabe, wäre Magie nicht verboten und würde mit dem Tode bestraft. Darauf bedacht, ihr Geheimnis zu wahren, wird sie an ihrer Schule zur Außenseiterin. Als ihr ihre Erzfeindin Kim einen besonders grausamen Streich spielt, schlägt Raine mit einem Fluch zurück. Doch sie muss feststellen, dass sie nicht die einzige mit magischer Begabung ist. Ein Zauberer scheint es auf sie abgesehen zu haben und plötzlich ist ihr auch noch die Magiepolizei auf den Fersen. Und dann ist da noch Skyler, der neue Mitschüler mit dem charmanten Lächeln, der so gerne ihr Freund sein möchte. Um zu überleben, muss Raine sich entscheiden, wem sie vertrauen kann ihresgleichen oder jemandem, der eigentlich ihr Feind sein müsste.
(Inhaltsangabe und Bild hier entnommen)

Meine Meinung:
Zugegeben, "Die Fluchweberin" startet etwas träge, partiell will das Ganze nicht so recht in Schwung kommen, auch wenn das Drumherum eigentlich alles stimmt: interessante Hauptprotagonistin, die mit ihrem Schicksal als Magierin hadert, eine Schule à la Hogwarts, eine fiese Schulzicke, die nur austeilen kann, und - natürlich - ein Held, wie man ihn nur in Büchern finden kann, weil: gut aussehend, nett und sympathisch, hilfsbereit, noch dazu überaus interessiert an der Hauptprotagonistin - ohne ihr Zutun. 
Wer an dieser Stelle nicht schon genug hat vom Schema F in den aktuellen Jugendbüchern, der findet sich in einer Geschichte wieder, die zwar von Magie handelt, an sich aber leider gar nicht so magisch daherkommt, wie sich der geneigte Leser das vielleicht wünschen würde. Es geht um Flüche und um Raines Fähigkeit, eben diese auf andere Menschen zu verteilen. Da sie nun mal von grundauf ein guter Mensch ist, würde es ihr nie in den Sinn kommen, diese Fähigkeit auszunutzen. Und so belegt sie Kim, besagte Schulzicke, eben auch nur deshalb mit einem Fluch, damit diese fortan ein besseres Verhalten an den Tag legt. Leider geht dabei einiges schief, und plötzlich sieht sich Raine selber mit einer höheren Macht konfrontiert, die es offenbar auf sie abgesehen hat...
Wie schon gesagt, der Anfang gestaltet sich etwas träge, man wünscht sich ein wenig mehr Handlung, etwas mehr magische Schmankerl. Ich fand die Geschichte trotzdem gut und sehr unterhaltsam. Zumindest so unterhaltsam und interessant, dass ich durchweg neugierig blieb, wie sich die ganze Sache um Raines Flüche erklären würde und - natürlich! - wie das Ganze mit Skyler ausgeht. Da die Geschichte - wie ich finde - an manchen Stellen recht willkürlich in Kapitel eingeteilt wurde, und so das Geschehen plötzlich mitten in einer Handlung durch ein Kapitelende abreißt, bleibt man als Leser natürlich dran - und schwupps, sind diverse Seiten weggelesen. Das Ende selbst ist schlüssig, nicht übertrieben kitschig oder über-romantisch, sondern einfach passend. Und es ist ein eigenständiges Buch ohne Fortsetzung, was schon alleine ein kleines Sternchen verdient hat. (Ist heute ja nicht mehr so der Normalfall.) Ich glaube, ich werde mal gucken, was Frau Melzer noch so geschrieben hat.

Fazit:
"Die Fluchweberin" ist nette Unterhaltung für zwischendurch, die ein kleines bißchen Hogwarts-Feeling verströmt, aber einen Tick mehr Magie hätte vertragen können. Trotzdem sehr schöne Geschichte (vor allem das Ende hat mir gefallen), der ich gute 4,5 von 6 Bücherstapel geben würde. 

1 Kommentare:

  1. uuuh toll :) Ich sollte mir auch mal wieder ein Brigitte Melzer Buch zulegen.. sie cshreibt so toll! Sehr gelungene Rezi - macht mir direkt Lust auf das Buch! Schick dir liebe Grüße und wüsnche dir ein schönes, sonniges Pfigstwochenende :)
    Nana :)

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