Samstag, 28. April 2012

"Nathalie küsst" - David Foenkinos

Verlag C. H. Beck, 2012
16,95 Euro


Handlung:
Nathalie und François sind ein Paar wie aus dem Märchenbuch, mit Feingefühl und Geschmack. Doch eines Tages kommt François nicht vom Joggen zurück, eine Blumenhändlerin überfährt ihn. Die schöne Nathalie muss fortan allein durchs Leben gehen, sich der Neugier der Kollegen und der Avancen ihres Chefs Charles in der schwedischen Firma, in der sie als leitende Angestellte arbeitsbesessen über der Akte 114 brütet, erwehren. Als der unscheinbare Quotenschwede Markus ihr Büro betritt, packt sie ihn unvermittelt und küsst ihn. Markus, konsterniert, geht aufs Ganze, eine Liebesgeschichte beginnt, wie sie purer, zärtlicher und empfindsamer nicht sein kann. Während in der Firma die Gerüchteküche brodelt und Charles zu brutalen Maßnahmen greift, begeben sich Nathalie und Markus auf die Flucht in den Garten der Großmutter, zurück zu den Ursprüngen von Kindheit und der gemeinsamen Lieblingssüßigkeit PEZ – und lassen sich von der Liebe überraschen.

Meine Meinung:
Nachdem Nathalie ihren Ehemann durch einen Unfall verliert, muss sie sich erst wieder ans Leben alleine gewöhnen. Eine neue Liebe kommt für sie gar nicht in Frage, diese Möglichkeit taucht nicht mal in ihren Gedanken auf, auch 3 Jahre nach dem Tod ihres Mannes nicht. Aus einer Laune heraus küsst sie eines Tages dennoch ihren Kollegen Markus, und fortan ändert sich für beide alles.
„Nathalie küsst“ ist in meinen Augen keine wirkliche Liebesgeschichte, sondern eher eine Erzählung darüber, wie sich zwei Personen kennenlernen und erkennen, dass sie eigentlich doch recht gut zusammen passen - und zu zweit besser dran sind. Dieses Kennenlernen wurde von Autor Foenkinos in eine charmante, teilweise jedoch auch leicht schrullige Geschichte eingebettet. Nathalie und Markus sind von ihrer Zuneigung zueinander meist selbst überrascht, ebenso (wenn nicht sogar noch mehr) jedoch ihre Kollegen in der Firma; beide werden daher schnell zum täglichen Gesprächsthema der Mitarbeiter. Die Gedanken der Kollegen über diese neu aufkeimende Beziehung der beiden werden hier ebenso breit getreten wie die Gedanken von Markus - einzig Nathalies Gefühlswelt bleibt weitestgehend unerklärt, obwohl einige Kapitel aus ihrer Sicht erzählt sind, und das fand ich schade. Man könnte annehmen, dass sich diese Fülle an Informationen und Reflektionen vielleicht schwer lesen ließe und man als Leser schnell den Durchblick verlieren könnte; das ist jedoch überhaupt nicht der Fall. Im Gegenteil, Foenkinos schafft es, die Geschichte in einer selten lockeren und ansprechenden Schreibweise darzulegen, gespickt mit lustigen Ausschweifungen, die mich an mancher Stelle sehr an den Film „Die fabelhafte Welt der Amelie“ erinnert haben. Einzelne Kapitel in „Nathalie küsst“ bestehen tatsächlich nur aus wenigen Stichpunkten oder Sätzen, die beispielsweise die Speisekarteninhalte eines Restaurants an jenem Tag wiedergeben, an dem Nathalie und Markus dort zusammen essen. Äußerst eigenwillig, aber sehr schöne Idee, die sich hier auch konsequent durchs Buch zieht.

Fazit:
„Nathalie küsst“ ist irgendwie typisch französisch: kurzweilig, eigenwillig, anders. Die Geschichte von Nathalie und Markus ist charmant und teils recht amüsant geschrieben. Nette Unterhaltung für zwischendurch, die sich gut an einem Tag weglesen lässt. 4 von 6 Bücherstapel.


Ein herzliches Dankeschön an Blogg dein Buch und den C. H. Beck Verlag für das Rezensionsexemplar!

1 Kommentare:

  1. Ich werde das Buch auch bald bekommen :D bin mal gespannt :D

    Ich bin gerade auf deinen Blog gestoßen und habe ein bisschen auf deinem Blog gestöbert und mich dazu entschlossen, regelmäßiger Leser zu werden.
    Ich würde mich sehr freuen, wenn du meinen Blog besuchen würdest und und ihn, wenn er dir gefällt, regelmäßig lesen würdest.

    Hier der Link zu meinem Blog:
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    Liebe Grüße
    Chrisy

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