Montag, 30. April 2012

"The girl in the mask" - Marie-Louise Jensen

Kindle Edition, 2012

Handlung:
Set in Georgian England, fifteen-year-old Sophia is trapped by the limitations of living in a man's world. Forced by her father to give up everything she loves, Sophia is ordered to make a new life in Bath. By day, she is trapped in the social whirl of balls and masquerades. By night, she secretly swaps her ball gowns for breeches, and turns to highway robbery to get her revenge . . . When one man begins to take a keen interest in her, Sophia must keep her distance, or risk unmasking her secret life.

Meine Meinung:
"The girl in the mask" spielt im England des frühen 18. Jahrhunderts - eine Zeit, in der eine Frau gelinde gesagt nichts wert war. In eben dieser Zeit muss die junge Sophia mit ihrem Vater und ihrer Tante nach Bath reisen, mit nichts als der Aussicht, dort mit jemanden verheiratet zu werden, den sie nicht kennt, geschweige denn liebt. In Bath entwickelt sie - aus der Langweile und Eintönigkeit ihres bescheidenen Daseins heraus - gezwungenermaßen ein Doppelleben: tagsüber mimt sie die brave und tugendhafte Tochter, nachts jedoch streift sie gemeinsam mit ihrer Freundin Jenny in Männerhosen über die Dächer der Stadt und raubt die reichen Herrschaften in ihren Kutschen aus - solange, bis sie eines Tages einer Verschwörung auf die Spur kommt.
Die Geschichte ist - auch laut Nachwort der Autorin - historisch sehr korrekt gezeichnet. Die Lebensart, die Kleidung, die Besonderheiten und der Alltag dieser Epoche - alles wird hier in sehr schönen Bildern eingefangen, und vor allem durch die altertümliche vornehme Sprache transportiert - die sich aber dennoch sehr schön lesen lässt. Nicht selten habe ich mich an die Romane Jane Austens erinnert gefühlt und vor meinem geistigen Auge die wohlhabenden Menschen in ihren wallenden Kleidern durch die Gassen flanieren gesehen.
Es hat zudem überaus Spaß gemacht, Sophia bei ihren Ausflügen zu begleiten und zu lesen, was sie erlebt. Sie ist ein sehr interessanter Charakter, rebellisch und aufrührerisch, stur und selbstbewusst, entschlossen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und der Unterdrückung durch die Zwangsheirat zu entgehen. Ihre kleinen Ausbrüche aus ihrer festgesetzten langweiligen Welt, in die sie von ihrem Vater gesperrt wird, bringen Schwung in das Geschehen - und letztlich auch in ihr eigenes Schicksal.
Enttäuscht bin ich allerdings ein wenig vom Ende der Geschichte. So sehr ich offene Enden manchmal auch schätze, hätte ich hier ganz gern gewusst, woran ich bin. Letztlich weiß man als Leser am Ende gar nicht so recht, wie die Geschichte um Sophia jetzt weitergehen könnte, - ja, ob nicht vielleicht sogar eine Fortsetzung dafür geplant ist. Schade. 

Fazit:
Sehr schön gestaltete, historisch korrekte Darstellung einer rebellischen Heldin, die versucht, ihr Leben selbst leben zu dürfen. Noch dazu in wunderbar gehobener Sprache. 5 von 6 Bücherstapel.

2 Kommentare:

  1. Das klingt aber schön. Das werd ich mir auf jeden Fall mal merken!

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  2. Das Cover wäre bei mir jetzt untergegangen, aber deine Rezi holt das wieder raus - macht neugierig. Ich behalts auch mal im Auge. Hört sich nach einer höchst unterhaltsamen Story an ... und mal was anderes. :)

    LG Reni

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