Sonntag, 22. April 2012

"Die Flüsse von London" - Ben Aaronovitch

dtv Verlag, 2012
9,95 Euro

Handlung:
Peter Grant ist Police Constable in London mit einer ausgeprägten Begabung fürs Magische. Was seinen Vorgesetzten nicht entgeht. Auftritt Thomas Nightingale, Polizeiinspektor und außerdem der letzte Zauberer Englands. Er wird Peter in den Grundlagen der Magie ausbilden. Ein Mord in Covent Garden führt den frischgebackenen Zauberlehrling Peter auf die Spur eines Schauspielers, der vor 200 Jahren an dieser Stelle den Tod fand.
(Quelle: amazon)

Meine Meinung:
Ich bin wirklich am Hadern, wie ich dieses Buch einschätzen soll. Die Bewertung fällt mir schwer, weil es weder ein überragend guter Roman war, noch war er schlecht.
Einerseits bietet der Autor Aaronovitch hier eine bunte skurrile und spritzige Geschichte um merkwürdige Gestalten, Zaubereien und Mordfälle. Diese spielt obendrein ein London, und ich finde, der Schauplatz hätte hier nicht besser gewählt worden sein. London als Heimat des Außergewöhnlichen - bingo! Und so startet die Geschichte bereits auf der ersten Seite mit folgender passender Feststellung:

"Er streifte die Gestalt auf dem Boden mit dem typischen Londoner Blick - einem schnellen Seitenblick, mit dem man im Vorbeigehen feststellt, ob es sich um einen Betrunkenen, einen Bekloppten oder um einen Menschen handelt, der Hilfe braucht." (S. 5)

"Die Flüsse von London" strotzt nur so vor interessanten Anekdoten und Ausführungen darüber, warum London gerade so ist, wie es ist. An vielerlei Stellen bringt einen das wirklich zum Schmunzeln.
Leider kam jedoch bei mir irgendwann der Punkt, an dem auch das die Gesamthandlung nicht mehr rausreißen konnte. Den Mittelteil fand ich - trotz diverser Mordfälle - irgendwie zäh und ohne rechten Pepp, der einen weiterhin locker durch die Geschichte getragen hätte. Tatsächlich hab ich hier und da Seiten ungelesen überschlagen, ich gebe es zu - das ist bei mir nie ein gutes Zeichen.
Peter Grant, die Hauptfigur, wirkt zwar wie ein netter Kumpane, allerdings bleibt er durchweg eine gesichtslose Maske. Ich finde, er war ein schwer zu greifender Charakter, da man zwar viel über seine Vergangenheit und Familie erfährt, aber eigentlich nichts Handfestes über ihn, seine Gedanken, seinen Antrieb. Getreu dem Motto "ich hab gerade nichts anderes zu tun, warum also nicht?!" wird er Zauberlehrling in einer Untereinheit der Londoner Metropolitan Police; hinterfragt dieses ganze Geschehen aber nicht. Von einem Tag auf den anderen erfährt er von der Existenz von Vampiren, Themsegöttern, Zaubersprüchen - na gut, warum auch nicht?! Diese ganze Magie - und Zauberspruch- Sache funktioniert hier wie ein Selbstläufer, etwas, das nicht hinterfragt wird; und das fand ich partiell etwas befremdlich. Von dem angepriesenen "Harry Potter für Erwachsene" habe ich leider nichts gespürt, dafür fehlt der Geschichte der Charme.
Auch die parallel ablaufende Nebenhandlung rund um die Themsegötter und ihre Hoheitsansprüche leuchtete mir nicht so recht ein, zumal die beiden Erzählstränge wenig miteinander zu tun hatten.
Mir kam es an mancher Stelle fast so vor, als hätte der Autor viele gute Einzelideen für einen Roman gehabt und aber nicht so recht gewusst, wie er diese am besten miteinander kombiniert und verknüpft. Herausgekommen ist dadurch "Die Flüsse von London", ein wahres Sammelsurium von außergewöhnlichen Gestalten, aufregenden Mordfällen und interessanten Schauplätzen - jedoch alles verpackt in eine konfuse Rahmenhandlung, die leider nicht durchgängig spannend und überzeugend wirkt.

Fazit:
Ich pendele mich mit meiner Meinung beim Mittelmaß ein und gebe 3 Bücherstapel.

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