Dienstag, 24. April 2012

Das Problem mit der Sprachlosigkeit...

Kennt ihr das auch? (Blöde Frage, als regelmäßige Leser kennt ihr das Problem ganz bestimmt.) Man fängt an, ein Buch zu lesen, findet den Beginn auch noch ganz nett und ist gespannt, was noch kommen mag. Dann liest man weiter und weiter und irgendwie... wird man den Gedanken nicht los, dass dieses Buch, diese Geschichte irgendwie nicht so recht zündet. Man liest sich durch den Mittelteil, bemerkt plötzlich, dass man sich freut, weil die rechte Buchseite (sprich die Buchhälfte mit den noch ungelesenen Seiten) immer schmaler und dünner wird;... - ja, man freut sich tatsächlich, dass da ein Buchende in Sicht kommt. Dass man die Geschichte bald ausgelesen hat.
Und dann schlägt man die letzte Seite um, denkt nach, geht in sich - und muss feststellen, dass man keine Meinung zu diesem eben fertig gelesenen Buch hat. Da verbringt man mehrere Stunden Lesezeit mit einem Buch, und dann fällt einem absolut nichts dazu ein, wie man das Buch fand. Man kann bestenfalls sagen, "ja, war ok" oder "hmmnöö, war nicht so meins", aber es fallen einem beim besten Willen keine Argumente ein, mit denen man diese aussagekräftigen Bewertungen untermauern könnte. Es ist immer blöd, wenn mir nach dem Lesen nichts zu einem Buch einfällt. Wenn ich nicht beim Zuschlagen eines Buches irgendeine Meinung oder Assoziation oder ein Gefühl habe, dann ist das immer ein blödes Anzeichen. Und dann brauche ich auch nicht erst tagelang überlegen; je länger ich überlege, desto weniger fällt mir dazu ein.
Es gibt so Bücher, da hat man keine Meinung zu. Oder noch schlimmer: man hat sogar eine Meinung zu, aber man kann sie nicht begründen. Da herrscht dann beim Buch-Zuklappen einfach so ein Gefühl à la "Buch gut" oder "Buch nicht gut", aber man hat keine Ahnung, warum. Das ist besonders verzwickt, wenn es sich um ein Buch handelt, von dem man versprochen hat, es zu rezensieren; also quasi darauf angewiesen ist, ETWAS dazu zu schreiben.
Ich mag sowas nicht. Und leider... habe ich zur Zeit das Gefühl, gerade auf einer Lesewelle der "naja, war ganz ok, aber ich kann nicht erklären, warum" - Bücher zu schwimmen. Ich beende momentan einige Bücher (bzw. habe sie schon beendet) und habe nicht so recht eine Meinung dazu. Und einfach eine kurze wischi-waschi Meinungsäußerung wie "tja, Buch war ok, hat mir schon gefallen" kann ich mir wohl sparen. Genau dieses Problem hatte ich in den letzten Tagen beispielweise bei "Die Flüsse von London", und da bin ich schon froh, dass mir bei der Rezension doch noch irgendetwas zu schreiben eingefallen ist. Oder auch das ebook "The curse"; das merkt man vielleicht, wie "lieblos" meine Bewertung zusammen geschustert ist. Das gleiche Problem gilt für "Wenn ich bleibe" von Gayle Forman. Ich hab es dann doch endlich mal gelesen, habe aber einfach keine wirkliche Meinung dazu. Was soll ich da schreiben? Ich glaube, ich schreibe vielleicht gar nichts dazu. Und schließlich "Nathalie küsst", das Buch, das ich über Blogg dein Buch erhalten habe. Ich habe es gestern ausgelesen, und bin momentan wirklich am Überlegen, was ich dazu sagen könnte. Irgendwie hat es da noch nicht Klick gemacht.

Was macht ihr, wenn ihr ein Buch rezensieren und beschreiben wollt, euch aber schlicht und einfach nichts einfällt? Ihr keine wirkliche Meinung dazu habt, oder sie einfach nicht begründen könnt?

7 Kommentare:

  1. Ich versuche, mich dann hauptsächlich am Plot und an den Charakteren langzuhangeln. Also welche Aspekte ich mochte, und welche eher weniger. Ich denke, diese beiden Sachen sind wichtig und man findet auch immer iwas, was man erzählen kann, wie der Eindruck war. Mir geht es natürlich auch manchmal so, und das ist echt ärgerlich, aber andererseits kann eben auch nicht jede Rezension ein Knaller sein, so ist das halt. :) Kopf hoch! Was mir gerade noch einfällt: in der Didaktik gibt es das Konzept des automatischen Schreibens, wo man, besonders bei kreativen Schreibaufgaben, erstmal einfach für eine bestimmte Zeit drauflosschreibt, ohne lange abzusetzen und nachzudenken. Das soll Schreibblockaden lösen. Danach kann man dann ja immer noch ordnen und umformulieren, aber es kommt zumindest etwas zu Papier, womit man arbeiten kann. Versuchs mal, vielleicht funktioniert es ja! :) LG!

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  2. Das solltest du wirklich ausprobieren! Ich arbeite schon eine gewisse Zeit mit Kindern und Jugendlichen betreffend des Kreativen Schreibens. Da machen wir häufig Lockerungsübungen, die sich auf automatisches Schreiben beziehen. Gegen die Schreib-schranke im Kopf hilft es echt gut!

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  3. Oh ja das kenne ich. Bei einigen Büchern sprudelt es nur so aus einem heraus und bei anderen...hm...joar...

    Wenn ich es nicht rezensieren muss, lass ich es. Wenn es sein muss, hangele ich mich an den Punkten entlang, die für mich in eine Rezi reingehören.
    Manchmal komme ich so dann doch noch in einen Schreibfluss.

    LG
    Niniji

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  4. Ja, das mache ich oft auch schon, wenn´s gar nicht lange geht. Da schreibe ich mir Stichpunkte über jeden noch so kleinen Aspekt im Buch auf und wurschtele nachher alles zusammen. Meistens ergibt´s dann doch einen (kleinen) Text.
    Aber schön, dass ich nicht alleine damit dastehe!

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  5. Ich kenn das auch. Bei manchen Büchern weiß ich ganz genau, was mir daran gefallen oder nicht gefallen hat, aber bei anderen bin ich nach dem Lesen völlig ratlos. Richtig doof ist es, wenn ich eine Rezension schreiben "muss", etwa für eine Challenge. Ich gehe dann oft wirklich einzelne Punkte im Kopf durch:
    - Handlung: Warum hat sie mich gefesselt oder auch nicht? War das Tempo zu langsam oder umgekehrt zu actionlastig-schnell ohne Ruhepunkte?
    - Figuren: Waren die Figuren für mich greifbar? Fand ich etwas an ihnen unlogisch und warum? Oder kamen sie mir einfach nur so blass vor, dass ich nicht mitfiebern konnte?
    - Sprache: War vielleicht die Sprache zu eintönig oder zu sehr mit leeren Phrasen gefüllt?
    Manchmal komme ich auf diese Weise doch noch einigermaßen auf einen grünen Zweig.

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  6. Das geht mir (leider) auch recht oft so. Und meistens lasse ich es dann mit der Rezi auch bleiben, wenn ich merke, dass mir so gar nichts aussagekräftiges einfallen will.
    Wenn ich aus welchen Gründen auch immer doch eine Rezension verfassen "muss", dann gehe ich auch einzelne Punkte durch: Schreibstil, Charaktere und Handlung.
    Ein bisschen etwas fällt mir dazu meistens ein. Dann schreibe ich noch dazu, was ich mir von dem Buch versprochen (und nicht bekommen ^^") habe und damit kommt dann meistens genug Text zusammen.
    Aber ich schreibe auch lieber Rezensionen, bei denen ich wirklich etwas zu sagen habe, weil das Buch für mich auf die ein oder andere Art etwas Besonderes war.

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  7. Als ich diesen Artikel von dir gelesen habe, war ich gerade passenderweise dabei, meine Rezi zu "Will & Will" zu schreiben, und da hatte ich genau dieses Problem. An sich ein gutes Buch, aber ich wusste einfach nicht so recht, was ich nun dazu schreiben soll.

    Na und vielen Dank! "Nathalie küsst" lese ich auch gerade von BdB, hoffentlich fehlen mir da nicht auch die Worte :-)

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