Samstag, 31. März 2012

"Ready Player One" - Ernest Cline

Penhaligon Verlag, 2012
19,99 Euro

Handlung:
Im Jahr 2044 hat die reale Welt für Wade Watts nicht mehr viel zu bieten. Daher flieht er - wie die meisten Menschen - in das virtuelle Utopia von OASIS. Hier kann man leben, spielen und sich verlieben, ohne von der bedrückenden Realität abgelenkt zu werden. Da entdeckt Wade in einem Online-Game den ersten Hinweis auf einen unsagbar wertvollen Schatz, den der verstorbene Schöpfer von OASIS in seiner Cyber-Welt versteckt hat. Plötzlich ist Wade eine Berühmtheit, aber er gerät auch in das Visier eines Killerkommandos - in OASIS und in der Realität. Wade weiß, dass er diese mörderische Hetzjagd nur überleben kann, wenn er das Spiel bis zu seinem ungewissen Ende spielt!
(Quelle: amazon)

Meine Meinung:
„Ready Player One“ ist ein wahrer Pageturner, der Unterhaltung, Spannung, ein großes Abenteuer und Erinnerungen an vergangene Zeiten gleichermaßen bietet. Ich hab das Buch förmlich verschlungen und denke mir jetzt, dass ich gern viel öfter solche Bücher lesen wollen würde.
Wade Watts lebt einige Jahrzehnte in der Zukunft und wächst in der Generation der „OASIS“-Spieler auf: eine Art allumfassendes Computerspiel, das eine virtuelle Realität schafft, in die man sich über eine Videobrille und mithilfe von haptischen Steuerhandschuhen jederzeit einwählen und dort präsent sein kann. Mehr als präsent. Manch einer lebt dort 24 Stunden am Tag, geht zur Schule, arbeitet virtuell, ja, verliebt sich und heiratet sogar dort in der OASIS - ohne den Ehepartner jemals wirklich gesehen zu haben. Hier begegnen sich nämlich nur die Avatare der Mitglieder in einer künstlich geschaffenen Welt von Millionen von Planeten und Welten, und diese Avatare müssen dem realen Bild der spielenden Person natürlich nicht zwangsläufig entsprechen. Die OASIS bietet die perfekte Kulisse der Anonymität für die Milliardenbevölkerung - ohne jemals wirklich alleine zu sein, denn quasi jede Person auf der Welt besitzt einen Zugang zur OASIS.
Eines Tages stirbt James Halliday, der Erfinder und Programmierer der OASIS und hinterlässt eine Schatzsuche für die gesamte Welt: laut seinem Testament hat er ein „Easter Egg“ in der OASIS hinterlassen und versteckt (ein kleines verstecktes pixeliges Etwas also, ein Ding, das quasi alles sein kann). Derjenige, der dieses Easter Egg als Erster findet, erbt sein gesamtes Vermögen - mehrere hundert Milliarden Dollar immerhin. Mit diesem Tag beginnt eine Schnitzeljagd der etwas anderen - virtuellen - Art, an der sich die gesamte Welt beteiligt. Und Wade Watts, ein Niemand ohne Leben, wird plötzlich zur bekanntesten Person auf Erden, als er der Erste ist, der die entscheidenen Hinweise entdeckt...
WOW, was für ein Buch!!! Ich bin völlig begeistert, denn etwas so umreißendes und spannendes hab ich schon lange nicht mehr gelesen. Ich oute mich hiermit: ich hab von Computerspielen und allem, was damit zusammenhängt, nicht viel Ahnung. Und dieses Buch strotzt nur so vor Spielebeschreibungen, Anleitungen, alten Erinnerungen an längst vergangene Computerversionen und Animationen usw. Ist also vielleicht nicht so mein Ding, dachte ich anfangs. Aber schon nach dem ersten Kapitel war ich Feuer und Flamme für diese Geschichte. Und es macht unglaublich Spaß, Wade dabei zu begleiten, wie er sich durch das undurchschaubare Dickicht von Informationen und Ideen kämpft, die Halliday betreffen. Man liest/spielt sich sozusagen mit Wade durch die Computerspiele und - animationen hindurch, um voran zu kommen und Hinweise zu sammeln. Das geht sogar soweit, dass ich an diversen Stellen wirklich erst überlegen musste, ob wir uns jetzt eigentlich in der künstlichen OASIS befinden, oder doch noch auf der Erde - so genial ist diese Welt, die der Autor hier entwirft. Ernest Cline bereitet ein solch detailreiches Szenario aus, das sich stets in der Mischung zwischen Zukunfts- Sci- Fi und längst vergangener 1980er- Jahre Popkultur bewegt - dem Jahrzehnt, in dem Halliday ein Teenie war und das ihm daher besonders am Herzen lag. Zugegeben, an manch einer Stelle war dann auch ich etwas überfordert, wenn beispielsweise die Aufzählungen der Automatenspiele aus den 80er Jahren etwas überhand nahmen oder von Filmen gesprochen wurde, die ich nicht kannte. Aber eigentlich hat mich auch das nicht sonderlich gestört; im Gegenteil - genau das macht den Reiz des Buches aus.
Das Ende ist fantastisch und hat mich wirklich gefreut. Passt.

Fazit:
Ich kann „Ready Player One“ eigentlich nur empfehlen. Jeder, der sich jetzt denken mag, „ich hab keine Ahnung von Automaten- und PC-Spielen“ - ich auch nicht. Aber das tut der Unterhaltung keinen Abbruch und außerdem schafft es der Autor, selbst die kompliziertesten „PC-Hacker-Moves“ noch anschaulich und verständlich zu erklären. Volle Punktzahl für einen fantastischen unterhaltsamen Roman!

Ein herzliches Dankeschön beim Penhaligon Verlag und Blogg dein Buch für das Rezensionssexemplar!

Link zur Bestellung

2 Kommentare:

  1. Also ich liebe ja Schnitzeljagd-Bücher. Ansonsten klingt das ganze für mich eher seltsam, aber ich denke, ich setz den Roman mal auf meine Wunschliste. :-)

    AntwortenLöschen
  2. Ja, das kann ich nachvollziehen, dass der Inhalt komisch klingen mag, wenn man das Buch nicht gelesen hat. Aber ich fand´s unglaublich gut geschrieben und spannend. Schnitzeljagd-Bücher mag ich auch sehr :)

    AntwortenLöschen

Powered by Blogger.

© i am bookish, AllRightsReserved.

Designed by ScreenWritersArena