Dienstag, 27. März 2012

"Ascheträume" - Maurizio Temporin

ivi Verlag, 2012
14,99 Euro

Handlung:
Thara ist ein 17-jähriges Mädchen, das ihre violetten Augen hasst. Sie möchte nichts lieber als ein ganz normales Leben führen. Alles ändert sich jedoch, als sie an einer Schwertlilie riecht und der Duft sie an einen düsteren Ort entführt: Eine Welt aus Asche, in der alles, was in der Realität verbrannte, wieder aufersteht. In dieser lebensfeindlichen Welt lernt sie Nate kennen, der dort gefangen gehalten wird. Thara verliebt sich in Nate, auch wenn jede Berührung für sie bedeutet, dass sie zu Asche zerfällt. Beim Versuch, ihn zu befreien, öffnet Thara unwissentlich einem Wesen ein Tor, das nur darauf gewartet hat, ihre Welt in Schutt und Asche zu legen …
(Quelle: amazon)

Meine Meinung:
In meinen Augen könnte der Debütroman des jungen Italieners ein kleines Wunderwerk sein... wenn die zweite Buchhälfte nicht wäre. Denn die hat mich maßlos enttäuscht und tatsächlich dazu geführt, dass ich das Buch einfach nur noch schnell zu Ende lesen wollte.
Aber von Anfang an: die 17jährige Thara - ein durchaus sympathisches Mädel mit einem kleinen Problem: Anwandlungen von Narkolepsie, der Schlafkrankheit, überfallen sie in den unmöglichsten Momenten und können schon mal dazu führen, dass sie inmitten ihres ersten Dates auf der Tischplatte einschläft. Thara also entdeckt eines Tages, dass sie, sobald sie an der Blüte einer Iris riecht, in eine Art Traumwelt fällt, eine komplette Welt aus Asche. Cinerarium nennt sie diese, und dort lernt sie Nate kennen, einen Jungen, der dort offensichtlich schon sehr lange Zeit zubringt und sich an nichts aus seinem Leben mehr erinnern kann. Aus lauter Zuneigung (und hier trifft der liebe Leser einmal mehr auf recht spontan auftretende Liebelei zwischen jugendlichen Buchhelden) zu ihm beschließt sie, mit der Hilfe ihrer Freunde Leo und Christine sowie eines Bekannten ihrer Mutter, Charles, das Rätsel um diese merkwürdigen Traumweltreisen zu erkunden - und Nate zu retten.
Bis dahin ist alles super. Ich fand den Plot interessant, Thara und ihre Freunde durchaus spannende Gesellen, und „Ascheträume“ weist (zumindest) meistens auch eine angenehme Schreibart auf, die dem Debütautoren (oder der Übersetzung?) hier wohlwollend anerkannt werden kann. Ich hab mich gefreut auf eine tolle Geschichte mit einer neuen Idee und war wirklich gespannt, was da noch kommen mag. Bis plötzlich Tharas verschollener Vater zur Sprache kam, eine tragende Rolle bezüglich ihrer vermeintlichen Narkolepsie einnahm und geklärt wurde, wer (oder was) ihr Vater denn tatsächlich ist. Ab da hatte ich keine Lust mehr. Die Geschehnisse wurden plötzlich so absurd und konstruiert, so schwarz-weiß plakatiert nach dem Motto „du kannst nur gut oder böse sein, was anderes geht nicht“, und die Dialoge obendrein immer hanebüchener. Beim ersten Gespräch zwischen Thara und ihrem Vater haben sich mir wirklich die Nackenhaare gesträubt. Natürlich kann und will ich an dieser Stelle nicht weiter inhaltlich vordringen, um allen Leseinteressierten nicht den Spaß zu nehmen. Und ich glaube auch durchaus, dass die Geschichte ihre Fans finden wird und der ein oder andere begeistert die letzte Seite umschlagen und die nächsten 2 Bände in dieser Reihe sehnsüchtig erwarten wird. Ich jedoch nicht. Mir hat die zweite Buchhälfte schlicht nicht gefallen; nicht die abrupte Wendung, die der sorgfältig aufgebaute und kreativ gestaltete Romananfang hier genommen hat, und noch weniger die Motive der handelnden Personen, allen voran Thara und ihr Vater zum Ende hin. Für mich ziemlich enttäuschend.

Fazit:
Erste Hälfte hui, zweite Hälfte... nicht so sehr. Leider hat Herr Temporin den Bogen von einem spannenden und viel versprechenden Romananfang nicht schlagen und halten können und hat stattdessen eine schon so oft durchgekaute inhaltliche Wendung eingebaut, die mich nicht mehr überzeugen kann und die mir die Gesamtstory ziemlich madig gemacht hat. Dazu kommen einige holprige sprachliche Ausführungen, die angesichts eines ersten Romans aber gut abgehakt werden können. Von mir leider nur enttäuschende 2,5 Bücherstapel.

Ein herzliches Dankeschön an den ivi (Piper) Verlag für das Rezensionsexemplar!

2 Kommentare:

  1. Das Buch hat mich ja von Anfang an eher weniger angesprochen - und ich bin nun wirklich sehr, sehr froh, es mir nicht gekauft oder bestellt zu haben ;) Eine sehr schöne Rezension, das ist dann für mich eher nichts...

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  2. Eine interessante und unterhaltsame Rezi. Klingt nicht gerade prickelnd, aber irgendwie bin ich jetzt neugierig, was das große Geheimis ist. Ich habe es mir vor einigen Tagen eh beim Tausch Ticket angefordert und werde es dann wohl bald mal ausprobieren. :)

    LG Reni

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