Donnerstag, 5. Januar 2012

"Saeculum" - Ursula Poznanski

***Edit 6.01.12: Nachdem blogger gestern offenbar ganze Teile meiner Rezension verschluckt hat, hier noch einmal die komplette Rezension: ***

Loewe Verlag, 2011
14,95 Euro

Handlung:
Fünf Tage im tiefsten Wald, die nächste Ortschaft kilometerweit entfernt, leben wie im Mittelalter - ohne Strom, ohne Handy -, normalerweise wäre das nichts für Bastian. Dass er dennoch mitmacht bei dieser Reise in die Vergangenheit, liegt einzig und allein an Sandra. Als kurz vor der Abfahrt das Geheimnis um den Spielort gelüftet wird, fällt ein erster Schatten auf das Unternehmen: Das abgelegene Waldstück, in dem das Abenteuer stattfindet, soll verflucht sein. Was zunächst niemand ernst nimmt, scheint sich jedoch zu bewahrheiten, denn aus dem harmlosen Live-Rollenspiel wird plötzlich ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit.
Liegt tatsächlich ein Fluch auf dem Wald? 

Meine Meinung:
"Du spürst es, nicht wahr? Alles verschwört sich gegen uns..." (S. 251)

Mir hat "Saeculum" ausgesprochen gut gefallen. Die Geschichte um Bastian, der zum 1.Mal an einer Mittelalter-Convention teilnimmt und dort unliebsame Begegnungen mit einem jahrhundertalten Fluch macht, weist genau die richtige Mischung an Spannung, Abenteuer, Mystery und Grusel auf, um einige Stunden beste Leseunterhaltung zu bieten. Es geht um einen bunt zusammengewürfelten Haufen von Typen, die eine Woche lang ein Spiel spielen wollen. Ein mittelalterliches Spiel: 5 Tage lang leben wie im 14. Jahrhundert, ohne jegliche technische Neuerungen, nur sich selbst und der Natur überlassen. Doch aus diesem Spiel wird schon nach kurzer Zeit bitterer Ernst, als sich besagter Fluch zu bewahrheiten scheint, die ersten Mitglieder der Gruppe spurlos verschwinden und die Nerven der restlichen Teilnehmer zunehmend blank liegen. Extremsituationen bringen nun einmal den wahren Charakter eines Menschen zum Vorschein, das ist nicht zuletzt eine psychologische Tatsache, und Frau Poznanski serviert uns genau das auf dem Silberteller: Plötzlich zeigen sich die wahren Gesichter hinter den mittelalterlichen Masken, hinter denen sich jeder versteckt. Da gibt es die Abergläubische, den Egoisten, den Herzlosen, den Aufbrausenden, die Verschlossene, den Feigling - wo vorher nur coole unnahbare Typen waren.
"Saeculum" präsentiert in bester Blair-Witch-Project-Manier gruselige Hinweise, blutverschmierte Knochen, die in Bäumen hängen, eingeritzte Zeichen in Baumrinden, merkwürdige Geräusche in der Nacht. Ich fands beim Lesen teilweise wirklich gruselig, hab mich aber gleichzeitig wunderbar unterhalten gefühlt. Die Figuren wirken trotz (oder wegen?) ihrer kleinen Macken authentisch, einzig Bastians Lebensgeschichte fand ich vielleicht einen Tick zu aufgesetzt.

Fazit:
Ich habe das Buch verschlungen und klebte einige Stunden lang förmlich an den Seiten. Manch einer mag sagen, dass das ganze Szenario - gerade zum Ende hin - sehr konstruiert wirkt; aber selbst wenn ich diesen Gedanken nachvollziehen kann, so stört er mich doch überhaupt nicht. Ich gebe die volle Punktzahl und warte jetzt schon voller Vorfreude auf das nächste Buch von Ursula Poznanski, "Fünf", das im Februar erscheint.

1 Kommentare:

  1. Also ich fand das Ende sehr genial und zudem auch noch total passend. Hm, den Kritikpunkt, dass es etwas konstruiert wirkt, kann ich ja nachvollziehen, aber es passt einfach irgendwie zu diesem "Grusel"-Buch.
    Deinen Vergleich zu "Blair-Witch" find ich übrigens richtig klasse. :)

    lg, Steffi

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