Montag, 5. Dezember 2011

"Dornenkuss" - Bettina Belitz

Script5 Verlag, 2011
19,95 Euro

Reihe:
Splitterherz
Dornenkuss

Handlung:
Elisabeth Sturm hat am eigenen Leib erfahren, welche Gier, welche zerstörerische Kraft und welches Grauen in der Welt der Mahre lauern und doch hält sie an ihrer Liebe zu Colin fest. Erschöpft und bis ins Mark verletzt, fürchtet und ersehnt sie den Tag, an dem er zurückkehrt und sie sich auf die Jagd nach Tessa machen, der uralten Mahrin, die ihr Glück bedroht. In Italien hoffen sie, Tessa auf die Spur zu kommen und Hinweise auf Ellies verschollenen Vater zu erhalten. Fast gegen ihren Willen findet Ellie in der Hitze, dem Meer und der Kargheit des Landes die Ruhe, nach der sie sich seit Monaten sehnt, und dankbar gibt sie sich diesem neuen, freien Leben hin. Als von unerwarteter Seite ein Verbündeter auftaucht, scheinen die Antworten auf Ellies Fragen plötzlich greifbar. Aber je tiefer sie in das Geheimnis der Mahre eindringt, desto größer werden Ellies Zweifel: Ist selbst ihre Liebe nicht stark genug, um gegen Colins Hunger zu bestehen?

Meine Meinung:

***Rezension zum 3. Teil einer Reihe, kann daher entsprechende Inhalt der Vorgängerbände enthalten***

Hach, wie hab ich auf dieses Buch gewartet! Monatelang habe ich dran gedacht (und trotzdem fast die Vorbestellung vergessen), habe mir überlegt, wie diese Geschichte ausgehen könnte, wie diese verkorkste Beziehung von Ellie und Colin bitte bitte bitte doch noch ein schönes Ende finden kann.
Dann hab ich angefangen zu lesen... und habe mir anfangs die ganze Zeit nur denken können, WIE sehr mir Ellie auf die Nerven geht. Ganz ehrlich, solche Gedanken hatte ich im 2. Buch "Scherbenmond" schon einmal, und auch hier hab ich manchmal aufgesehen und mir gedacht "Puh, die würd ich nicht als Freundin haben wollen." Denn ich fand Ellie hier wirklich unausstehlich, sie präsentierte sich zickig und bockig wie ein kleines quengelndes Kind, das sich im Supermarkt schreiend auf den Boden wirft, weil es nicht nach seinem Willen geht und es keinen Lolli kriegt. Ständig schlecht gelaunt, überfordert und aufbrausend, übermäßig empfindlich und immer wieder erschöpft, zieht sich diese Ego-Nummer von Ellie durch das ganze Buch. Aber eigentlich ist sie nicht die Einzige, die hier im Laufe der Geschehnisse ziemlich am Rad dreht; egal ob Tillmann, Paul, Gianna oder selbst Colin - irgendwie sind hier alle etwas überstrapaziert und durchweg genervt. Natürlich liegt das an der Handlung, immerhin sehen wir uns ja hier dem großen Showdown gegenüber: Tessa soll endlich und endgültig erledigt werden, und... ach ja, Ellies und Pauls Vater ist verschwunden (da war ja noch was...). Selbstverständlich erfordert das ganze Unterfangen einiges an Vorbereitung, Planung und - natürlich (!) Urlaub im schönen Kalabrien. Die ganze Mordgeschichte verliert zwischenzeitlich doch tatsächlich sogar etwas an Bedeutung, weil die umfangreichen Beschreibungen von Ellie am Strand, Ellie im Wasser, Ellie, die sich mit Schlangen und Skorpionen anfreundet, doch einige der 813 Seiten in Beschlag nehmen.  Dann macht die kleine Reisegruppe auch noch Bekanntschaft mit einem Italiener, und prompt wurde mir Ellie wieder herzlich unsympathisch. Gewürzt wurde die Handlung dann noch mit kleinen aber feinen Gesprächen zwischen Colin und Ellie, die mich unwillkürlich innerlich haben aufseufzen lassen (im negativen Sinne), weil sie mich einfach zu sehr an das ganze Twilight-Gedöns erinnert haben.
Das alles soll jetzt nicht klingen, als hätte mir "Dornenkuss" nicht gefallen. Es hat mir gefallen, sehr gut sogar. Es ist vor allem ein würdiges und versöhnliches Ende für die gesamte Geschichte, auch wenn ich sagen muss, dass mir der nüchterne Epilog nach dem Happy End sogleich wieder alle rosaroten Illusionen vom schönen "sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende" geraubt hat. (Ja, mein Gott, ich bin halt ein Mädchen...)

Fazit:
Sehr viel mehr hab ich dazu gar nicht zu sagen. Wem die ersten beiden Bände gefallen haben und wer an der Story um Ellie und Colin dran geblieben ist, wird auch an "Dornenkuss" seine Freude haben. Im Vergleich zu den anderen beiden Teilen hat mir dieser 3. Teil nicht ganz so gut gefallen - aber die Trilogie als solche hat schon ein Bienchen verdient. Für den 3. Teil gebe ich 5 von 6 Bücherstapel.

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