Dienstag, 29. November 2011

"Sternhagelverliebt" - Catherine McKenzie

Knaur Verlag, 2011
8,99 Euro

Handlung:
Mit Riesenkater und Restalkohol zum Bewerbungsgespräch? Keine gute Idee. Um trotzdem ihren Traumjob zu bekommen, checkt die Journalistin Katie in eine Promi-Entziehungsklinik ein und berichtet über ein dort »einsitzendes« Starlet - dumm nur, dass sie sich mit der Zielperson anfreundet und dann noch ihren Traumtyp kennenlernt ...

Meine Meinung:
"Sternhagelverliebt" hatte ich schon länger auf meiner Wunschliste und wollte ich wirklich gern lesen. Zum einen klang der Klappentext nett, zum anderen wurde mit der Ansage "Für Fans von Bridget Jones" geworben. Bridget Jones mag ich wirklich sehr. Aber "Sternhagelverliebt" und die Protagonistin Katie kommen an Bridget leider gar nicht heran.
Der Anfang war noch ganz nett, wenn auch bereits von Kopfschütteln meinerseits begleitet. Wie kann man sich am Abend vor dem Bewerbungsgespräch, auf das man seit Jahren (!) wartet, denn dermaßen volllaufen lassen, dass man sich am nächsten Morgen nicht mal mehr an seinen bevorzugten Musikgeschmack erinnern kann? Da kann´s von meiner Seite nicht mal mehr Mitleid geben, und so war Katie von Anfang an ein Charakter, der mir nicht wirklich zu Herzen ging und in meinen Augen nicht so recht zu überzeugen wusste. Die Parallelen zu Bridget Jones sind durchaus zu erkennen, vielleicht sogar ein wenig zu sehr gewollt (Katies Freunde, ihre Laster Alkohol und Zigaretten, ihr merkwürdiges Verhältnis zu ihren Eltern). Allerdings ist "Sternhagelverliebt" nicht annähernd so amüsant wie BJ. Tatsächlich plätschert die Handlung so vor sich hin, es gibt nicht einen Höhepunkt oder einen Aha-Moment in der ganzen Handlung, und wirklich lustige Stellen habe ich leider nicht finden können. Nichts zum Schmunzeln, geschweige denn Lachen. Die Romanidee als solche (Journalistin schleust sich in Klinik ein, um ein Hollywood-Sternchen Tag und Nacht beobachten zu können), ist zwar nicht neu, aber trotzdem nett durchdacht. Allerdings kommt gerade das Starlett durchweg wie ein graues unscheinbares Mäuschen und langweilig rüber - bietet also eigentlich gar keinen Boden für interessante Ausführungen. Katie ist etwas überzeichnet als alkohol-liebende Endzwanzigerin, die keine rechten Vorstellungen vom Leben hat und sich daher ins Lügen und Trinken flüchtet; und auch die Rolle, die ihr "Traumtyp" hier einnimmt, ist mir nicht ganz klar geworden. Wieso genau ist er eigentlich in der Entzugsklinik? Woher kommt sein Spitzname, mit dem er immer aufgezogen wird? Wieso mimt er den Manager eines Hollywood-Stars, wenn er doch eigentlich Highschool-Lehrer ist? Wird leider nicht geklärt.
Die Botschaft, die das Buch übermitteln möchte, ist - wie ich finde - auch nicht ganz eindeutig, und kann wohl von jedem so ausgelegt werden, wie man gerade mag. "Kenn deine Grenzen"? Oder "Bleib nach einem Entzug lieber trocken"? Vielleicht auch "Verfolge deine Träume, auch wenn´s peinlich werden kann"?? Nun ja...

Fazit:
"Sternhagelverliebt" liest sich schnell weg und bietet kurzweilige Unterhaltung, der es jedoch leider etwas an Witz, Charme und einem spannenden Handlungsbogen fehlt. Gut gemeinte 3,5 von 6 Bücherstapel.

Ein herzliches Dankeschön an den Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar!

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