Sonntag, 13. November 2011

"In Liebe, Brooklyn" - Lisa Schroeder

Loewe Verlag, 2011
13,95 Euro

Handlung:
Lieber Lucca,
ich vermisse dich.
Ich vermisse deine Augen und
die Liebe darin.
Ich vermisse deine Arme um mich.
Ich vermisse, wie geborgen
ich mich gefühlt habe bei dir.
Ich vermisse dich, Lucca.
Ich werde dich vermissen,
mein Leben lang.
In Liebe,
Brooklyn


Meine Meinung:
" Liebe ist die Antwort. Nicht Angst."

Ich war selten so gespannt auf ein Buch wie auf "In Liebe, Brooklyn". Das lang natürlich auch daran, dass das Buch schon vorher vielfach gepriesen und beworben wurde und sich nicht zuletzt durch seine außergewöhnliche Schreibweise von anderen abhebt: das Buch ist durchweg in Versform geschrieben. Natürlich hat das einige Erwartungen, oder vielleicht sogar Skepsis in mir geweckt, denn ich muss ehrlich sein: in der Schule habe ich Gedichte und jede Form von Lyrik gehasst und auch heute lese ich nichts derartiges. Bevor jetzt alle Interessierten zurückschrecken - keine Angst, "In Liebe, Brooklyn" ist kein Gedichte-Buch, es reimt sich auch nichts und nichts erscheint bemüht zusammengedichtet. Stattdessen gibt es abwechselnd Gedanken von Brooklyn und Nico an sich selbst zu lesen, oder auch E-Mails und kurze Briefe. Anfangs habe ich beim Lesen sogar überlegt, ob diese Versform überhaupt nötig gewesen wäre für diese kleine süße Geschichte von Brooklyn und Nico. Aber je länger ich gelesen habe, umso mehr bin ich in diesen abgehackten Rhythmus der kurzen Sätze und Worte gefallen und steckte mittendrin. Mittendrin in den Gedankengängen der trauernden Brooklyn und Nico, die sich 1 Jahr nach dem Tod von Lucca (Nicos Bruder, Brooklyns Freund) erneut mit den Erinnerungen daran auseinandersetzen müssen und versuchen müssen, wieder Sinn und Ordnung in ihre Leben zu bekommen.
Tatsächlich macht diese Art zu schreiben das Problem, dem sich Brooklyn und Nico gegenüber sehen, unglaublich eindringlich und real. Denn wer denkt schon in langen ausgefeilten Sätzen und Beschreibungen, besonders, wenn es einem schlecht geht? Hier zeigt sich daher wieder einmal, dass Weniger auch mehr sein kann: Manchmal sagt man es am besten, wenn man gar nichts, oder eben weniger sagt.
Gestaunt habe ich auch über die Fähigkeit der Autorin, manche Dinge einfach auf den Punkt zu bringen, und diese Wahrheiten dennoch schön zu verpacken. So war ich völlig eingenommen von manchen unverhofften Wahrheiten, die sie hier immer wieder eingestrickt hat. Zwei Beispiele:
"Manchmal ist das Leben ein Festmahl
aus Eierkuchen mit Sirup,
Waffeln und Erdbeeren,
Würstchen und Kartoffelpuffern.

Und manchmal ist das Leben Rührei.

Satt wird man letztendlich so oder so."
(S. 384)

Oder auch:
"Mein Spiegelbild erzählt eine Geschichte.
Mein Herz eine ganz andere.

Der Unterschied?
Herzen lügen nicht.
Spiegel schon."
(S. 291)


Mir bleibt nur zu sagen, dass "In Liebe, Brooklyn" eine wunderbare kleine aufbauende Geschichte über einen Neuanfang ist, über die Möglichkeit, auch nach einem Verlust noch nach vorne sehen zu können.

Fazit:
Natürlich ist "In Liebe, Brooklyn" kein literarisches Meisterwerk. Aber es ist anders, und es ist ein Buch, das einem im Kopf bleibt. 5 von 6 Bücherstapeln.

Ein herzliches Dankeschön an den Loewe Verlag für das Rezensionsexemplar!

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