Dienstag, 1. November 2011

"Die Eiserne See - Wilde Sehnsucht" - Meljean Brook

Lyx Verlag, 2011
9,99 Euro

Handlung:
Zwei Jahrhunderte lang lebte England unter dem grausamen Joch der Mongolen. Der Pirat Rhys Trahaearn befreite das Land schließlich aus dem Griff des Feindes und wurde dadurch zum Volkshelden. Inzwischen wird er der Eiserne Herzog genannt und gehört zu den einflussreichsten Männern Englands. Als von einem Luftschiff eine Leiche vor seiner Tür abgeworfen wird, nimmt die Inspektorin Mina Wentworth die Ermittlungen auf. Sie ist fasziniert von dem attraktiven Herzog, weiß jedoch, dass sie sich auf ein Spiel mit dem Feuer einlässt. Der rätselhafte Mordfall bringt sie auf die Spur einer Verschwörung, die ganz England bedroht.

Meine Meinung:
Lange ist es mir nicht mehr so schwer gefallen, etwas zu einem Buch zu schreiben und eine Geschichte zu bewerten. Denn das Buch „Die Eiserne See - Wilde Sehnsucht“ wird sicher seine Fans und Leser finden, denen es wahnsinnig gut gefallen wird. Mir dagegen hat es nicht wirklich zugesagt.
Schon der Versuch, das Buch in irgendein Genre zu pressen, misslingt. Am ehesten würde ich es als eine Mischung aus Nora Roberts- Gefühlsduseleien, Abenteuerroman, Steampunk- Abstrusitäten und „Dawn of the dead“ - Horror beschreiben - und wer kann damit schon viel anfangen?! Vermutlich liegt darin auch das Problem, das ich mit dem Buch habe: mir scheint, als hätte die Autorin versucht, hier möglichst viele ihrer Ideen unterzubringen und miteinander zu verweben. Mit dem Ergebnis, dass die einzelnen Elemente recht unausgegoren waren und mir einige Aspekte in der Geschichte einfach nicht einleuchteten. Eigentlich war ich schon auf den ersten Seiten verloren, denn mir fehlte irgendwie immer ein Stückchen Verstehen. Frau Brook zieht den Leser unmittelbar in die Handlung hinein, ohne sich wesentlich an Erklärungen aufzuhalten. Sie schreibt von einem England, das von einer Horde Mongolen überfallen und unterjocht wurde, sodass eine Vielzahl des englischen Volkes ausgewandert sei (die sogenannten Bounder) und nun erst nach und nach wieder ins Land zurückkommen würde. Nun, 9 Jahre nach dem Sieg Britanniens über die Horde (an der der Held der Geschichte, Rhys Trahaearn, wesentlich beteiligt war),  geschehen wieder merkwürdige Dinge im Land, Luftfahrzeuge werden gekapert, Leichen fallen vom Himmel - und die Inspektorin Mina ermittelt zusammen mit Rhys. So weit so gut; jedoch konnte ich mich für die ganze Geschichte nicht so recht begeistern. Zum einen lag das daran, dass mir manche Dinge einfach nicht einleuchteten und auch nicht erklärt wurden. Die Bevölkerung ist beispielsweise von Buggern infiziert, was jedoch anscheinend etwas Gutes ist - warum? Was ist darunter zu verstehen? Dann laufen Zombies frei in der Gegend herum, quasi überall im Land; und manch eine Szene erinnerte mich eben stark an Horrorfilme wie „Dawn of the dead“. Für eine Geschichte, die im 19. Jahrhundert spielt, sind die Frauen hier bemerkenswert angesehen in der Gesellschaft, sind selbstbewusst, arbeiten in hochrangigen und wichtigen Jobs - warum? Das finde ich gerade dann merkwürdig, wenn England doch jahrzehntelang von der Horde unterdrückt gewesen sein soll und Frauen dort an diversen „Orgien“ teilnehmen mussten (ich denke, man kann sich als Leser vorstellen, was damit gemeint ist) - gesellschaftlich also im Prinzip gar keine Bedeutung hatten.
Dann die Sprache: die Autorin schreibt zwar sehr gut, aber nicht unbedingt der Zeit und den Umständen angepasst. Wörter wie „angepisst, scheiße, vögeln, ankotzen“ findet man hier zuhauf - auch aus dem Mund einer Frau; und auch vor zahlreichen Beschreibungen aus dem „erotischen“ Bereich schreckt sie hier nicht zurück. Das ganze gibt der Geschichte etwas merkwürdig neuzeitliches, was es zum einen inhaltlich nicht ist, und zum anderen sicher auch nicht so gedacht war. 

Fazit:
Wirklich unterhalten hat mich „Die Eiserne See - Wilde Sehnsucht“ nicht, irgendwie hat es meine Erwartungen, aber vor allem meinen Geschmack, nicht getroffen. Die Geschichte bedient sich so vieler unterschiedlicher Elemente aus verschiedenen Genres; da wäre weniger mehr gewesen, denke ich. Ich lasse mich zu 3 von 6 Bücherstapeln hinreißen.
Ein herzliches Dankeschön an den Egmont Lyx Verlag für das Rezensionsexemplar!

1 Kommentare:

  1. Liebe Caroline, ich habe dir einen Award verliehen (:
    Hier der Link:
    http://buchgold.blogspot.com/2011/10/kreativer-blogger-award.html

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