Sonntag, 16. Oktober 2011

"Arkadien fällt" - Kai Meyer

Reihe:
"Arkadien brennt"
"Arkadien fällt"

*** Rezension zum 3. Teil, kann daher Inhalte der vorhergehenden Bände beinhalten***

Handlung:
Rosa und Alessandro wollen ihre Gefühle füreinander nicht länger verbergen. Doch ihre Liebe bringt die Clans der Gestaltwandler gegen sie auf. Nach einer wilden Jagd durch die Weiten Siziliens erkennt Rosa, wer wirklich hinter dem Komplott gegen sie steckt: Der Hungrige Mann, der Herrscher aller Dynastien, ist zurückgekehrt - und die Welt der Arkadier wird niemals mehr sein wie zuvor.

Meine Meinung:

"Manchmal", sagte sie, "gehen zwei Menschen aneinander vorbei, sehen sich kurz in die Augen, und alles, was bleibt, ist ein Wunsch. Ein Traum von dem, was hätte geschehen können. Und dann gehen sie mit jedem Schritt weiter voneinander fort und von all ihren Träumen." (S. 441)
Nun, was gibt es zu dieser Reihe schon noch zu sagen? Wem die ersten beiden Bände dieser Reihe gefallen haben, der wird selbstverständlich auch im dritten und letzten Teil auf seine Kosten kommen. "Arkadien fällt" ist ein toll geschriebener und gebührender Abschluss der Geschichte um die Gestaltwandler Rosa und Alessandro, die neben ihrer außergewöhnlichen Fähigkeit noch mit wirren Mafia-Verwicklungen auf Sizilien - und vor allem ihrer eigenen Vergangenheit zu kämpfen haben.
Diverse offene Fragen werden hier geklärt, lose Fäden in der Handlung werden verknüpft und zu einem stimmigen Ganzen zusammengefügt. Am Ende bleibt man dennoch angesichts der Skrupellosigkeit und Brutalität mancher Menschen einfach sprachlos sitzen.
Die Figuren haben mir in diesem Teil ausgesprochen gut gefallen, auch wenn Iole in meinen Augen leider recht wenig Spielraum bekommen hat und ein wenig auf der Strecke bleibt. Ich finde, für ihre persönliche Geschichte hätte Kai Meyer noch ein Detail, einen kleinen unerwarteten Oha-Moment einbauen können. Umso gelungener der Auftritt von Cristina und Signora Falchi, die hier noch einmal richtig Fahrt in die Geschehnisse bringen. Sehr schön gemacht finde ich die Wandlung von Rosa. Kam sie mir im ersten Teil noch wie ein bockiger und stets gelangweilter Teenie vor, der nicht weiß, was er vom Leben will; hat Kai Meyer ihr im Laufe der Handlung eine richtige Wandlung auf den Leib geschrieben - hin zu einer jungen Frau, die für ihre 18 Jahre zuviel gesehen und erlebt hat, und die ich als Leserin gerade deswegen ernst nehmen kann. Zum Ende der Trilogie erschien mir Rosa als ein greifbarer Charakter, was ich anfangs nicht für möglich gehalten hätte. Viel schwerer fiel mir das beispielsweise bei Alessandro. Seine Motive, sich mit Haut und Haar seinem Clan zu verschreiben, trotz allem was im Laufe der Handlung passiert, sind für mich auch am Ende kaum nachvollziehbar.
Das Ende selbst wird sicher jeden Leser zufrieden stellen können. Ich fand es bis zu einem gewissen Grad tatsächlich recht "offen"; mir drängt sich ehrlich gesagt sogar der Gedanke auf, dass es viel Potential für eine mögliche Weiterführung beinhaltet, wenn Herr Meyer irgendwann wieder Lust hat, Mafiageschichten weiter aufzudröseln.

Fazit:
Herr Meyer hat einen schönen Abschluss der Arkadien-Reihe zusammengeschrieben. Irgendwie passt alles zusammen, und auch wenn ich beim ersten Band noch so skeptisch war, ob das inhaltlich überhaupt meins ist, bin ich jetzt froh, dran geblieben zu sein - ich hätte sonst wirklich etwas verpasst. 6 von 6 Bücherstapel.

1 Kommentare:

  1. Hach, Band 1 liegt noch auf meinem SuB und müsste bald mal gelesen werden ... deine 6 Bücherstapel sprechen ja Bände (aus Spoilergefahr habe ich nur das Fazit gelesen). Auf der Frankfurter Buchmesse zumindest hat Herrn Meyer einige, nette Passagen vorgelesen (ich habe leider nicht alles mitbekommen). Vielleicht gehe ich die Arkadien-Reihe bald mal an. :)

    LG Reni

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