Sonntag, 11. September 2011

"Zeitenzauber - Die magische Gondel" - Eva Völler

Bastei Lübbe (Baumhaus Verlag), 2011
14,99 Euro

Handlung:
Die 17-jährige Anna verbringt ihre Sommerferien in Venedig. Bei einem Stadtbummel erweckt eine rote Gondel ihre Aufmerksamkeit. Seltsam. Sind in Venedig nicht alle Gondeln schwarz? Als Anna kurz darauf mit ihren Eltern eine historische Bootsparade besucht, wird sie im Gedränge ins Wasser gestoßen und von einem unglaublich gut aussehenden jungen Mann in die rote Gondel gezogen. Bevor sie wieder auf den Bootssteg klettern kann, beginnt die Luft plötzlich zu flimmern und die Welt verschwimmt vor Annas Augen ...
(Quelle: amazon)

Meine Meinung:
Anna wird während einer historischen Parade in Venedig ins Wasser gestoßen. Bevor sie sich wieder in eine Gondel und damit aus dem Wasser ziehen kann, wird sie bewusstlos. Als sie wieder erwacht, muss sie feststellen, dass sie im Venedig des ausgehenden 15. Jahrhunderts gelandet ist...
Was sich zunächst sehr nach „Edelstein-Trilogie“ von Kerstin Gier anhört (und sich anfangs auch so liest), entwickelt sich nach und nach zu einer völlig eigenständigen und gut durchdachten Story.
Eva Völler schreibt locker und unterhaltsam über Anna, die durch einen Zufall im Venedig des 15. Jahrhunderts landet und dort allem Anschein nach eine Aufgabe zu erfüllen hat, damit sie wieder in ihre Zeit zurück geschickt werden kann. Die beiden Hauptprotagonisten Anna und Sebastiano sind der Autorin dabei recht interessant gelungen, mit kleinen Einschränkungen: Annas Charakter ist mir zu gutgläubig und unbedarft (sie wirkt nicht mal angemessen geschockt, als sie merkt, dass sie 1499 erwacht - und sich in einer völlig anderen Welt befindet), und Sebastiano fand ich recht undurchsichtig. In meinen Augen hat er hier noch nicht wirklich die Möglichkeit bekommen, zu zeigen, was für ein Mensch er ist; er taucht auch immer nur mal hier und da kurz auf, hat aber eigentlich eher wenig mit der tatsächlichen Rahmenhandlung zu tun. Diese Handlung jedoch ist Frau Völler wirklich gut gelungen. Ich finde die Idee, die hinter „Zeitenzauber“ steckt, sehr schön; und nein, in meinen Augen ist es kein Abklatsch der Geschichte um Gwen & Gideon (=Edelsteintrilogie). Dafür packt die Autorin hier zu viele andere und vor allem historische Aspekte ein, die der Gesamthandlung einen wirklich realen Touch verpassen. So hat Anna im 15. Jahrhundert mit all jenen Problemen zu kämpfen, die zu jener Zeit an der Tagesordnung waren: keine Dusche weit und breit (von Deo mal ganz zu schweigen), kaum etwas zu essen, Verständigungsprobleme (denn Worte wie Toilette oder Kumpel gab´s 1499 nunmal nicht), die wenigen Rechte einer Frau zu dieser Zeit etc. 
Dass manches hier eher mit einem Augenzwinkern zu sehen ist und sich die Autorin auch das ein oder andere Detail so hinbiegt, dass es gut in den Kontext passt (z.B. der von Anna betitelte „intergalaktische Translator“, der nichts weiter bedeutet, als dass es möglich ist, sich in der Vergangenheit zu unterhalten und verstehen zu können, selbst wenn der Eine Italiener und die Andere Deutsche ist)  - Ehrensache. Mich hat es nicht gestört, im Gegenteil; in meinen Augen ist „Zeitenzauber - Die magische Gondel“ eine schöne, runde, unterhaltsame und teils richtig lustige Geschichte, die zwar in sich abgeschlossen ist, aber schon förmlich nach mehr schreit. Soweit ich weiß, sind Folgebände in Planung. Die haben jetzt schon einen Platz in meinem Regal sicher.

Fazit:
Mir hat es wunderbar gefallen, ich gebe 4,5 von 5 Bücherstapel.

1 Kommentare:

  1. Schöne Rezi :)

    Das Buch steht auch schon auf meiner Wunschliste :)

    Liebe Grüße, Lisa

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