Freitag, 10. Juni 2011

"Die Bibliothek der Schatten" - Mikkel Birkegaard

Goldmann Verlag, 2011
9,99 Euro

Handlung:
Dass Bücher mehr vermögen, als nur Geschichten zu erzählen, war Luca Campelli schon lange bewusst. Als er an diesem Abend in seinem Antiquariat zu lesen beginnt, spürt er ihre magische Kraft – wenig später ist er tot. Sein Sohn Jon tritt das Erbe nur widerwillig an, als er Unglaubliches erfährt: Luca Campelli war der Kopf einer geheimen Gesellschaft, die die Macht der Bücher zu nutzen weiß, und er hat sich gefährliche Feinde gemacht ...

Meine Meinung:
Lange lange hatte ich "Die Bibliothek der Schatten" auf meiner Wunschliste stehen, und als es dann als Taschenbuch erschien, hab ich letztlich doch mal zugegriffen. Zwar wurden meine Erwartungen an das Buch nicht völlig erfüllt, dennoch bietet das Buch gute und kurzweilige Unterhaltung.
Der Autor beschreibt hier Menschen mit interessanten Fähigkeiten, die mit dem Lesen zusammenhängen. So gibt es einerseits Sender, die, wenn sie einen Text laut vorlesen, den Zuhörern ganz bestimmte Gefühle und Empfindungen dabei vermitteln und damit verdeckte Beeinflussung ausüben können. Die Empfänger wiederum sind Menschen, die fühlen können, was jemand beim (stillen für sich) Lesen denkt bzw. empfindet und diese Gefühle verstärken oder dämpfen kann - und dem Leser dadurch zu ganz besonderen Leseerlebnissen verleiten kann. Im Prinzip gibt es also Menschen, die nur über das Lesen Macht ausüben und Andere beeinflussen können - nach ihren Vorstellungen. Dass das unschöne Auswirkungen haben kann, muss Jon Campelli am eigenen Leibe erfahren, als sein Vater, Besitzer eines Antiquariates, anscheinend beim Lesen eines Buches stirbt und Jon seinen Laden vermacht bekommt.
So nett ich diese Idee von den "magischen Lesefähigkeiten" vom Autor Birkegaard auch fand, umso mehr denke ich, dass er einfach mehr aus der Idee hätte machen können. Die Handlung plätschert so ein wenig vor sich hin, ohne einen wirklichen Knall oder Höhepunkt zu vermitteln. Natürlich muss das ganze nicht in einen Thriller ausarten, aber ein klein wenig mehr Spannung oder auch eine mysteriöse Verwicklung hier, ein Geheimnis dort - das hätte dem Buch das gewisse Etwas gegeben.
Jon und Katharina als Hauptfiguren sind durchaus sympathische Charaktere, deren Handlungen abwechselnd durch die Geschichte tragen. Dennoch hat mich das "Lesen über das Lesen" merkwürdig kalt gelassen. Jon liest beispielsweise in "Pinocchio" und wenn die dort beschriebene Landschaft aus diesem Buch während des Lesens vor Jons Augen wie aus dem Nichts entsteht und er glaubt, wirklich in der Geschichte zu sein; die dortigen Steine, Bäume etc. direkt vor sich zu sehen - klingt das zwar nett, allerdings ist bei mir merkwürdigerweise der Funke nicht so recht übergesprungen.
Das Ende hat mich dann zugegebenermaßen obendrein etwas verwirrt zurück gelassen und mir sind rückblickend auch diese und jene Begebenheiten und Erklärungen nicht ganz klar bzw. erscheinen mir unlogisch.

Fazit:
"Die Bibliothek der Schatten" ist ein nettes unterhaltendes Buch, das einige interessante Lesestunden garantiert. Ich hätte mir ein wenig mehr Action und mysteriöse Verwicklungen gewünscht - leider hielt sich die Spannung des Buches in meinen Augen immer recht konstant auf einem unteren Level. Ich gebe 3,5 von 5 Bücherstapeln.

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