Sonntag, 22. Mai 2011

"House of Skirl" - Henry Porter

Loewe Verlag, 2008
14,90 €

Handlung:
Raunen und Flüstern begleiten Kim in jeden Winkel von Skirl, dem verwahrlosten Sitz seiner Familie. Knarrende Dielen, Luftzüge aus dem Nichts und von Geisterhand geschriebene Nachrichten warnen ihn vor dem Unheil, das bevorsteht. Als ein Dienstmädchen verschwindet und ein Fremder Einlass in Skirl verlangt, überstürzen sich die Ereignisse. Kim stößt auf ein furchtbares Geheimnis: Auf seiner Familie liegt ein todbringender Fluch, und er soll das nächste Opfer sein! Um sein Leben und das seiner Freunde zu retten, muss Kim sich auf den gefährlichsten aller Wege begeben: den Weg zurück durch die Zeit.

Meine Meinung:
„House of Skirl. Meister der 13 Stühle“ ist einmal mehr ein Beispiel dafür, dass die Geschmäcker bekanntlich verschieden sind und man vielleicht auch nicht jede überschwängliche Buchrezension direkt als Kaufanlass nehmen sollte. Ich hab einiges gutes, sogar begeistertes über das Buch „House of Skirl“ gelesen und es deswegen vor Ewigkeiten auf meine Wunschliste gepackt. Als ich es jetzt zum Schnäppchenpreis haben konnte, habe ich zugeschlagen. Leider sind meine Erwartungen an das Buch nicht annähernd erfüllt worden, tatsächlich bin ich eigentlich ziemlich enttäuscht.
Das Buch handelt von Kim, der nach dem Tod seiner Mutter (gezwungenermaßen) auf Skirl wohnt, einem großen alten Anwesen, das nur so vor unheimlichen, dunklen und geheimnisvollen Gängen, Fluren und Zimmern strotzt. Eines Tages entdeckt er mit seinem Freund Iggy ein Gemälde von Skirl und stößt damit auf ein Geheimnis, welches schon viele Jahrhunderte zurückliegt und der Grund dafür sein könnte, warum die männlichen Nachkommen der Familie Drago (die seit jeher das Anwesen Skirl bewohnt) verflucht sind.
Was mich an der Handlung ziemlich gestört hat, ist, dass so vieles nicht geklärt bzw. erklärt wurde. Sicher, „Meister der 13 Stühle“ scheint der Auftakt einer Buchreihe zu sein, daher ist es ja eigentlich wünschenswert, dieses und jenes unerklärt zu lassen. Trotzdem hat es mich immer wieder gestört, dass Protagonist Kim, der eben noch von gar nichts eine Ahnung hatte, plötzlich genau weiß, was er zu tun hat – aber warum? Von einem Buchabsatz zum anderen weiß er plötzlich Namen und Begriffe, die er davor nicht kannte. Zusammenhänge sind ihm eben noch unbekannt, dann innerhalb von einer Buchseite klar, ohne dass Autor Porter eine Erklärung dafür abliefert. Darüber bin ich gestolpert.
Dann wirkt die Handlung, als wäre sich der Autor selbst nicht ganz im Klaren darüber gewesen, ob er eine Geschichte für Erwachsene oder für Kinder schreibt. Die Sprache, die mich gerade in den ersten Kapiteln völlig mitgerissen hat, wirkt manchmal sehr unbedarft und auf den 13-jährigen Kim ausgerichtet, auch Namen wie „Silberfisch“ oder „Ohrwurm“ für die in Skirl lebenden Geister erscheinen auf mich eher wie für Kinder gemacht; dann wiederum wird mit einer Selbstverständlichkeit und Abgeklärtheit von eben diesen Geistern, die in Verliesen leben, erzählt, Foltermethoden (beispielsweise was ein Morgenstern anrichten kann, Galgen etc.) werden umrissen, und auch die ganze Geschichte/ Legende um die Familie Drago, die sich über Jahrhunderte zieht, wirkte auf mich nicht unbedingt kindgerecht aufbereitet.
„House of Skirl“ hat mich leider - trotz der wirklich tollen Idee eines Zeitrisses im Anwesen Skirl, aus der soviel hätte gemacht werden können - nicht überzeugt. Die Geschichte fängt toll an, verliert im Mittelteil leider an Spannung und Reiz und führte zum Ende dazu, dass ich viele Seite überblättert und nur noch nach interessanten Dialogen Ausschau gehalten habe. Schade.

Fazit:
„House of Skirl, Meister der 13 Stühle“ ist offensichtlich als Beginn einer Buchreihe ausgelegt, denn das Ende lässt jede Menge Fragen offen. Ich werde mir weitere Teile aber wohl eher nicht zulegen. Für die nette Idee und die teilweise wirklich schöne Sprache gebe ich 2,5 von 5 Bücherstapeln.

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