Dienstag, 5. April 2011

"Crashed" - Robin Wasserman

Script5 Verlag, 2010
16,90 Euro

Handlung:
Sechs Monate sind vergangen, seit Lias Wirklichkeit auf den Kopf gestellt wurde. Sechs Monate voller Zweifel, Angst und Auflehnung gegen die Tatsache, dass ihr Körper tot ist und Lia Kahn nur in einer menschenähnlichen Maschine weiterexistieren wird. Jetzt ist Lia bereit, ihr neues Dasein zu akzeptieren: Sie ist ein Mech und sie gehört zu ihresgleichen. Es ist eine wilde, sorglose Existenz, die sie führen, ohne Regeln, ohne Angst. Denn es gibt nichts zu fürchten, wenn man nichts mehr zu verlieren hat. Doch dann wird Lia von ihrer Vergangenheit eingeholt. Sie muss eine Wahl treffen zwischen ihrem alten Leben und ihrer neuen Freiheit, zwischen den Menschen und den Mechs. Sie muss sich entscheiden zwischen dem Mädchen, das sie war, und dem Jungen, den sie einmal geliebt hat...

Meine Meinung:
Vom ersten Band der Reihe um Lia Kahn, "Skinned", war ich wirklich noch begeistert - eine neue Idee interessant und einfühlend umgesetzt. Der zweite Teil "Crashed" dagegen konnte mich leider nicht überzeugen. Ich hab es schon daran gemerkt, dass ich ungewöhnlich lange zum Lesen der 431 Seiten gebraucht habe: das Buch hat mich einfach nicht wirklich mitgerissen und zum Lesen angespornt. Das ist schade, denn wie gesagt, Teil 1 war so vielversprechend und hatte Potential für mehr.
Das Hauptproblem des Buches liegt in meinen Augen darin, dass es arm an Handlung ist. Eigentlich passiert die ganze Zeit nicht viel, Lia geht von A nach B, unterhält sich mit Person XY, dann mit Person YZ. So wirkliche Spannung kam für mich erst auf den letzten Seiten, beim Showdown, auf. Es fehlt irgendwie an Handlung, an Aktion, an einem tatsächlichen roten Faden, der einen Spannungsbogen im Buch aufbauen und aufrechterhalten könnte. Diesen Spannungsbogen gibt es meiner Meinung nach bei "Crashed" nicht. Tatsächlich könnte man das Gesamtgeschehen des Buches wohl in 2-3 Sätzen zusammenfassen. Stattdessen ist das Buch überladen mit nichtssagenden Dialogen zwischen den Mechs, die sich im Kreis und stets um die selbe Thematik drehen: "Benimm dich wie eine Mech" und "Wir werden uns gegen die Menschen/ Orgs wehren". Leider kann ich gar nicht genau sagen, was mich an diesen Dialogen gestört hat: es war schlicht zuviel Gerede um nichts. Auch die leicht philosophischen Ansätze, die hier und da angesprochen werden (Was macht einen Menschen aus? Wie hat sich ein Mensch zu verhalten?), gehen in diesen Gesprächen unter und werden nicht annähernd so intensiv beleuchtet wie noch in "Skinned". Dort war es mir auch möglich, mich sogar in die Lage von Lia zu versetzen, mit ihr mitzufühlen und mir vorzustellen, wie es sein muss, als Nicht-Mensch zu "leben". Doch in diesem zweiten Teil waren mir alle Charaktere recht egal (Lia, Ani), teilweise sogar unsympathisch (Quinn, Jude) und erschienen bei weitem nicht mehr so interessant. Ihre Hintergrundgeschichten, ihre Vergangenheit - jene Aspekte, die ich gern gelesen hätte - sind leider sehr kurz gekommen. Auch auf Auden, der im ersten Band ja durchaus seinen Teil zur Handlung beiträgt, fällt hier in meinen Augen zuwenig Augenmerk, ebenso wie auf seine Motive, sich der Bruderschaft anzuschließen.

Fazit:Solider und weiterhin im guten Sprachstil geschriebener zweiter Teil der Reihe um Lia Kahn, der mich jedoch nicht ansatzweise so "fesseln" und beeindrucken konnte wie Teil 1. 3 von 5 Bücherstapel.
Ein herzliches Dankeschön an Script 5 für das Rezensionsexemplar.

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