Samstag, 5. März 2011

"Magierdämmerung: Gegen die Zeit" - Bernd Perplies

Egmont Lyx Verlag, 2011
12,95€

Handlung:
London 1897. Das Leben von Jonathan Kentham ist nicht mehr das, was es mal war. Als unfreiwilliger Erbe der Macht des verstorbenen Lordmagisters Albert Dunholm wird er in einen Kampf zwischen zwei Magierfraktionen verstrickt. Der Usurpator Wellington hat mit seinen Gefolgsleuten die Macht an sich gerissen und die Anhänger Dunholms eingesperrt, darunter Jonathan und dessen dandyhaften Magierfreund Jupiter Holmes. Den beiden läuft die Zeit davon, denn sie müssen unbedingt das Siegel von Atlantis schließen, bevor die Magie die Welt ins Chaos stürzt. Doch Hilfe naht von unerwarteter Seite...

Meine Meinung:
Ich denke, ich sollte gleich zu Beginn sagen, dass ich nicht der typische Steampunk-Leser bin – eine Literaturrichtung, der die „Magierdämmerung-Trilogie“ von Bernd Perplies ohne Zweifel zugeordnet werden kann. Nach dem Lesen des ersten Teils („Für die Krone“) war ich daher auch etwas unschlüssig, wie mir das Buch nun eigentlich gefallen hatte. Nach dem Lesen des zweiten Teils („Gegen die Zeit“) fällt es mir nun wesentlich leichter, diese Frage zu beantworten: gut! Der Spannungsbogen, den Perplies im ersten Teil dank zahlreicher Figuren und viel Handlung aufbaute, setzt sich hier unmittelbar fort. Das kommt nicht zuletzt dadurch, dass die Handlung des Teils 2 direkt dort einsetzt, wo Teil 1 aufgehört hat. Als Leser ist man dadurch zwar sofort drin im Geschehen, andererseits muss ich hier einen klitzekleinen Kritikpunkt anbringen: ich war in den ersten Kapiteln zugegebenermaßen einfach etwas verwirrt, weil ich die Vielzahl an Namen nicht mehr gleich zuordnen konnte und auch die ganzen Hintergründe aus Teil nicht sofort wieder parat hatte. Perplies dröselt dies zwar nach und nach auf den folgenden Seiten auf, aber bei mir haben sich die Monate ohne „Magierdämmerung“, die zwischen dem Lesen beider Teile lagen, leider doch recht bemerkbar gemacht.
Nichtsdestotrotz hat mir „Gegen die Zeit“ ausgesprochen gut gefallen, besser noch als Teil 1. Spannende Ideen und Einfälle ziehen sich vor allem durch die zweite Hälfte des Buches; und die interessanten Charaktere, die schon im Teil 1 auftauchten, bekommen hier wieder die Möglichkeit, zu zeigen, was in ihnen steckt. Leider kommen in meinen Augen manche Figuren etwas zu kurz, vor allem im direkten Vergleich mit dem Vorgänger „Für die Krone“, so z.B. Kendra, Robert oder auch der Bösewicht Wellington. Dafür führt Perplies sogar noch einen neuen Charakter ein, Lionida Diodato, die in meinen Augen jedoch recht blass bleibt und deren wirkliche Bedeutung für die Gesamthandlung mir noch nicht einleuchtet. Aber das kommt vielleicht noch, in Band 3 („In den Abgrund“), der sogar noch dieses Jahr erscheinen wird und der mit mir schon jetzt einen Leser sicher hat.

Fazit:
Der zweite Teil der „Magierdämmerung“ hat mir besser gefallen als der erste. Die gesponnenen Fäden aus dem ersten Teil werden hier gekonnt weiter verknüpft (wie mehrdeutig!) und machen Lust auf Teil 3 der Trilogie. Ich hätte mir ein ausgewogeneres Verhältnis von „Augenmerk auf die Figuren“ und „Vorantreiben der Handlung“ gewünscht. Von mir gibt es 4 von 5 Bücherstapeln.
Ein herzliches Dankeschön an den Egmont Lyx Verlag für das Rezensionsexemplar!

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