Freitag, 11. März 2011

"Ein Tag ohne Zufall" - Mary E. Pearson

Fischer Schatzinsel, 2011
14,95 €

Handlung:
Destiny wird von ihren Eltern von einem Internat ins nächste verfrachtet, seit sie sieben ist. Sie lässt niemanden an sich heran, denn Freundschaften schließen hat keinen Zweck, wenn man ohnehin bald wieder gehen muss. Doch dann ist da plötzlich dieser perfekte Tag, an dem sich die Zufälle überschlagen oder sollte es Schicksal sein? Jedenfalls steht da auf einmal zufällig diese blassrosa Luxuslimousine mit hochgeklapptem Lederverdeck und laufendem Motor, und zufällig finden sich drei Mitschüler, die aus den unterschiedlichsten Gründen nichts gegen eine Spritztour haben. So beginnt ein spontaner Roadtrip voller sonderbarer Begegnungen, an dessen Ende Destiny ihren Schutzschild fallen lassen kann. Und plötzlich weiß sie, dass die Wahrheit ganz anders aussieht, als sie immer dachte.

Meine Meinung:
Was für ein schönes Buch! Ich hab leider selten ein Buch in der Hand, das mich den ganzen Nachmittag an seine Seiten fesselt und dazu führt, dass ich 314 Seiten in einem Rutsch weg lese. Aber „Ein Tag ohne Zufall“ ist wunderschön geschrieben, einfühlsam und stimmt nachdenklich. Zumindest hing mir der Inhalt des Buches den ganzen Abend noch im Kopf nach. Destiny wächst seit ihrem 7. Lebensjahr eigentlich nur in Internaten auf, alle paar Monate wird sie wegen kleiner Missgeschicke oder Vergehen in ein neues geschickt. Freunde hat sie daher keine; wieso sollte sie sich mit jemandem anfreunden, wenn sie sowieso bald wieder weg ist? Destiny fühlt sich von ihren Eltern im Stich gelassen und baut eine Art unsichtbare Mauer um sich auf, die sie von anderen abschirmt. Sie flüchtet sich in Gedanken über Schicksal und Zufälle, hat wunderbare Geschichten über zufallsträchtige Ereignisse in der Vergangenheit auf Lager und wünscht sich nichts mehr, als dass an einem einzigen Tag mal alles so ist, wie es sein sollte. Perfekt. Ein Tag, an dem alles gerecht zugeht und das Gute siegt. Tatsächlich kommt es zu einem solchen Tag, als plötzlich aus heiterem Himmel ein schickes Auto fahrerlos vor dem Internat steht und nur darauf wartet, gefahren zu werden. Gemeinsam mit 3 Mitschülern, die spontan mitkommen, macht sie sich auf den Weg und erlebt einen wunderbaren Tag ohne Zufälle.
Das Thema „Zufall oder Schicksal“ spielt in diesem Buch eine sehr wichtige Rolle. Destiny ist leicht abergläubisch und sieht überall versteckte Bedeutungen. Auf mich wirkte dies manchmal geradezu zwanghaft, diese Wichtigkeit, manche Sachen zu zählen, Meilenangaben auseinander zu nehmen, Worte wie ein Mantra vor sich her zu sprechen. Der Tag des Ausflugs, ein 19. Oktober, ist für sie eigentlich ein klarer Unglückstag. Warum, erfährt man im Laufe der Geschichte. Durch vielerlei Geschehnisse, kleine Ereignisse, denkwürdige Zusammentreffen und vor allem durch die 3 Mitfahrer an ihrer Seite entwickelt sich dieser Tag jedoch zu einem ganz besonderen, den sie nicht vergessen wird.
Gerade diese 3 Mitfahrer haben die Story unglaublich lebendig gemacht. Sie waren mir alle sympathisch und haben ihren Beitrag geleistet, um aus einem schnöden Schultag ein Erlebnis zu machen und um der verschlossenen Destiny letztlich ihr großes Geheimnis zu entlocken. Dieses Geheimnis ist von der Autorin wunderschön eindringlich formuliert, sie findet für den traurigen Hintergrund genau die passenden Worte und auch Destinys Reaktionen waren für mich dermaßen nachvollziehbar und einleuchtend, dass mir in den letzten Kapiteln tatsächlich die Tränen gekommen sind.
Erwähnen möchte ich auch das wunderschöne Cover des Buches, welches thematisch so herrlich passt und eine Szene des Buches aufgreift. Sehr schön!

Fazit:
„Ein Tag ohne Zufall“ ist ein schönes eindringliches und berührendes Buch, das noch dazu durch einen gelungenen Schreibstil und realistische Charaktere überzeugt. Die paar Stunden, die ich mit dem Lesen und Mitfühlen verbracht habe, waren leider viel zu schnell vorbei. Ganze 5 von 5 Bücherstapel.

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