Freitag, 18. Februar 2011

"Das Haus der Rätsel" - Yvonne Kind

Buchverlag Andrea Schmitz, 2006
11,80 €

Handlung:
Liza braucht nach der Trennung von ihrem Freund etwas Abstand und mietet ein leerstehendes Haus auf dem Lande – Tamburin House. Ohne es sich vorher anzusehen, zieht sie mit Leinwand, Pinseln und ein paar persönlichen Sachen im Gepäck dort ein, um ihrer drängelnden Galeristin endlich den versprochenen Nachschub liefern zu können. Kaum angekommen, wird sie telefonisch bedroht und kurz darauf niedergeschlagen. Sie geht der Sache nach und stößt auf allerlei merkwürdige kleine Geheimnisse des alten Gemäuers. Die Geschichte, die sich jedoch hinter alldem verbirgt, ist ungeheuerlich...

Meine Meinung:
In verschiedenen Rezensionen hatte ich gelesen, wie toll und spannend dieses Buch sein soll und dass manche Leser es geradezu verschlungen hätten. Da zeigt sich mal wieder, wie unterschiedlich die Meinungen sein können. Nun gut, sozusagen in einem Rutsch „verschlungen“ habe ich „Das Haus der Rätsel“ auch, nur lag das eher an der Tatsache, dass dieses Büchlein mit seinen 107 Seiten (!!!) wohl das dünnste ist, das ich in meinem ganzen Leben gelesen habe. (Da waren ja sogar die Reclam-Hefte in der Schule dicker...). Was die Aspekte „toll und spannend“ betrifft, kann ich denen leider gar nicht zustimmen.
Im Gegenteil, auf mich hat die Geschichte den Eindruck gemacht, als hätte die Autorin die Vorlage bekommen, auf 100 Seiten so viel Handlung wie möglich zu packen, mit kleinen Geheimnissen hier, merkwürdigen Vorfällen dort, und natürlich der obligatorischen Liebesgeschichte, die auf jeden Fall noch schnell auf die letzten 2 Seiten gequetscht werden muss. Dass das ganze dadurch völlig unglaubwürdig und ganz und gar nicht spannend ausartet, muss ich dem Büchlein, oder eher der Autorin, leider mehr als negativ ankreiden. Die Handlung spielt an ganzen 3 oder 4 Tagen, und genau das ist einer der wesentlichen Fehler. Denn die Idee hinter „Das Haus der Rätsel“ ist durchaus gelungen: Frau zieht in ein altes, recht heruntergekommenes Haus, um den Kopf wieder frei zu kriegen und die viele freie Zeit zum Arbeiten (Malen) zu nutzen. Dann geschehen merkwürdige Dinge im Haus, plötzlich sind Möbel verschoben, Räume sind auf einmal da, die sie am Tag vorher noch nicht gesehen hatte. Und etwas eigenwillige Nachbarn, die ihr zu verstehen geben, dass es im Haus spuken soll und dort wohl mal eine etwas tragische Familiengeschichte passiert sein muss. Das hätte so eine gute und interessante Geschichte werden können! Nur hätte die Autorin das viel mehr ausbauen müssen, viel mehr Details investieren müssen, viel mehr Augenmerk auf Gedanken und Gefühle der Protagonistin Liza oder auch auf die Nebenfiguren legen müssen. Nichts dergleichen. Stattdessen ein viel zu schneller Handlungsablauf, alles passiert an diesen 3 Tagen und wird dadurch einfach nicht glaubwürdig. Dazu kommt ein etwas holpriger Sprachstil der Autorin, die sehr zu Ausrufezeichen anstelle von Punkten am Ende eines Satzes neigt. Das hat mich irgendwann richtig genervt. Ich meine, nicht jeder Satz kann ein einziger Ausruf sein, wenn er was völlig banales wiedergibt! (^^) Zudem spricht die Protagonistin ihre Gedanken fast immer aus, als würde sie mit sich selbst laut reden – höchst merkwürdig (Bsp.: als sie eine Tür nicht aufbekommt: „Oh schade! Vielleicht klemmt sie ja nur! Okay, für heute habe ich genug! Aber, ich komme wieder!“). Und vereinzelte Rechtschreibfehler sind auch drin, so wird die Anrede „Sie“ (Gegensatz zu „du“) beispielsweise häufig klein geschrieben.

Fazit:
Alles in allem hab ich mich ziemlich geärgert. Die Geschichte hätte durchaus Potential gehabt, richtig spannend und gut ausgearbeitet sein zu können. Aber so, wie sie jetzt ist, reicht´s einfach nur für 2 von 5 Bücherstapeln. (Und das find ich schon großzügig...)

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